Schule in Königs Wusterhausen: So soll die explodierende Nachfrage gelöst werden

In diesem Schuljahr wünschten sich viele Eltern, deren Kinder am Friedrich-Wilhelm- oder am Schiller-Gymnasium abgewiesen worden waren, statt eines Platzes in Schönefeld eine Aufnahme an der näher gelegenen Oberschule Bestensee oder der Gesamtschule Otto Lilienthal. (Symbolbild)
Julian Stratenschulte- Weiterführende Schulen im Norden von LDS sind überfüllt, besonders Gymnasien in KW.
- Viele Kinder wurden am Friedrich-Wilhelm- und Schiller-Gymnasium abgewiesen.
- Schönefeld bot Plätze an, doch Entfernung und Unterricht in einer Kita schrecken ab.
- Das neue Gebäude in Schönefeld verzögert sich – Umzug erst zum Schuljahresbeginn 2027/2028.
- Ab 2027/2028 fehlen auch Gesamtschulplätze; Schulzendorf soll Entlastung bringen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die weiterführenden Schulen in Königs Wusterhausen und im Norden des Landkreises Dahme-Spreewald sind voll – zu voll. Fast alle Schulen mussten Auswahlverfahren durchführen, weil es mehr Anträge auf Aufnahme als Plätze gab – sehr zum Verdruss vieler Eltern. Die Folge: 2026 gibt es deutlich mehr Widerspruchsverfahren als sonst.
Dabei wurden in den vergangenen Jahren in LDS viele Schulen erweitert und neue Schulplätze geschaffen: die Grund- und Gesamtschule Schenkenland, die Grund- und Oberschule Friedersdorf, die Gesamtschule Otto-Lilienthal in KW. Zudem sind die Oberschule in Bestensee und das neue Amy-Johnson-Gymnasium in Schönefeld im Bau.
Wird das reichen? Wie aus der Schulentwicklungsplanung (SEP) von LDS hervorgeht, die jüngst im Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur vorgestellt wurde, wird der Höchststand von Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2029/2030 erwartet.
Gymnasien in Königs Wusterhausen stark nachgefragt
Gerade am Friedrich-Wilhelm- und am Schiller-Gymnasium in Königs Wusterhausen war die Nachfrage nach Plätzen für die 7. Klasse groß. So wurde es im Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur, kurz Bildungsausschuss, dargestellt. An diesen beiden Schulen wurden Kinder im ganzen Landkreis Dahme-Spreewald (LDS) am häufigsten abgelehnt, hieß es dort weiter.

Seit inzwischen zehn Jahren wird das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium von Königs Wusterhausen saniert.
Marlene WetzelDass es im Norden des Landkreises mehr 7. Klässlerinnen und Klässler gibt, ist aber nicht der einzige Grund für die erhöhte Nachfrage nach Gymnasialplätzen. Offenbar wollen auch mehr Eltern ihre Kinder aufs Gymnasium schicken. Wie aus der Auswertung des Übergangsverfahrens des Landkreises hervorgeht, mussten 2026 mehr Kinder einen Probeunterricht absolvieren als im Jahr zuvor.
Der Auswertung zufolge gibt es noch weitere Gründe, warum Kinder an ihren Wunschschulen abgewiesen wurden: die Wahl von weit entfernten Schulen und die Auswahlentscheidung nach Entfernung sowie Nicht-Erscheinen oder Nicht-Bestehen beim Probeunterricht. Nicht zuletzt haben Formfehler in den Anträgen zur Ablehnung geführt.
In 58 von insgesamt 183 Fällen, in denen Kinder in ganz LDS an ihrer Wunschschule abgewiesen wurden, wurde ihnen statt ihres Wunschgymnasiums ein Platz an den Gymnasien in Schönefeld angeboten.
In Schönefeld werden Gymnasiasten in Kita beschult
Zum einen sei Schönefeld aber für viele Familien zu weit weg, hieß es im Bildungsausschuss, zum anderen werden Schülerinnen und Schüler hier teilweise in einer Kita beschult. Warum?
In Schönefeld gibt es derzeit theoretisch zwei Gymnasien: das Amy-Johnson-Gymnasium und das Gymnasium Dahme-Spreewald. Letzteres hätte eigentlich zum Schuljahr 2026/2027 eröffnet werden und in das aktuelle Gebäude des Amy-Johnson-Gymnasiums ziehen sollen, während die Schülerinnen und Schüler des Amy-Johnson-Gymnasiums in ein neues Gebäude hätten wechseln sollen.
Entgegen der Planung wurde dieses Gebäude jedoch nicht rechtzeitig zum Schuljahresbeginn fertiggestellt. Im Bildungsausschuss hieß es, Innenausbau und Fassade seien noch nicht abgeschlossen, weil eine Baufirma die Arbeiten nicht ordnungsgemäß ausgeführt habe und die Fassade teilweise wieder abgetragen werden müsse.
Bis es fertig ist und die Amy-Johnson-Schülerinnen und Schüler umziehen können, sitzen die Schülerinnen und Schüler des Dahme-Spreewald-Gymnasiums – insgesamt zwei Klassen – also in der nahegelegenen Kita Holzwurm. Und zwar noch ein ganzes Schuljahr bis zum Schuljahresbeginn 2027/2028.
Dann aber gebe es ausreichend gymnasiale Schulplätze im Norden des Landkreises, gibt Kreissprecherin Janet Grund bekannt. Fraglich bleibt, ob Eltern aus Königs Wusterhausen die Entfernung dann näher erscheint. In diesem Schuljahr wünschten sich viele Eltern, deren Kinder am Friedrich-Wilhelm- oder am Schiller-Gymnasium abgewiesen worden waren, statt eines Platzes in Schönefeld eine Aufnahme an der näher gelegenen Oberschule Bestensee oder der Gesamtschule Otto Lilienthal.
Eine andere Ausweichmöglichkeit bietet auch das Humboldt-Gymnasium Eichwalde. Doch auch das weist eine erhöhte Nachfrage auf. Deshalb ist hier ebenfalls eine Erweiterung geplant.
Zu wenig Gesamtschulplätze ab 2027/2028
Und wie die Lage an Gesamtschulen? 2026 schien die Gesamtschulsituation in Königs Wusterhausen noch entspannt. Zumindest hatte die Gesamtschule Otto-Lilienthal in Königs Wusterhausen offenbar noch ausreichend Platz für neue 7. Klässlerinnen und Klässler. 44 Kinder, die an ihrer Erst- und Zweitwunschschule nicht aufgenommen wurden, bekamen das Angebot, stattdessen hier anzufangen.
Doch ab 2027/2028 fehlen im Norden von LDS auch Gesamtschulplätze, wie der Entwurf der Schulentwicklungsplanung des Landkreises zeigt. Prognostiziert werden 105 fehlende Plätze, zum Schuljahr 2027/2028 sogar 148.
Um den Bedarf aufzufangen, hätte die Gesamtschule Otto-Lilienthal auf acht Züge erweitert werden sollen. Weil dazu ein Ergänzungsbau notwendig ist, bleibt die Schule aber sechszügig, teilt KWs Stadtsprecherin Katrin Kunipatz mit.
Anstelle der Gesamtschule Otto-Lilienthal soll die Gesamtschule in Schulzendorf die Schülerinnen und Schüler aufnehmen, schreibt wiederum Kreissprecherin Grund. Diese wird gerade gebaut und soll zum nächsten Schuljahr eröffnet werden.
Bedarf an OSZ und Förderschwerpunkt geistige Entwicklung steigt
Auch für die Oberstufenzentren (OSZ), wie das OSZ in Königs Wusterhausen, prognostiziert der Landkreis steigende Schülerzahlen. Auf dieser Grundlage würden bereits erste Beratungen mit den Beteiligten erfolgen, welche im weiteren Verlauf intensiviert würden, so Grund.
Auch an den Förderschulen werden in den kommenden Jahren mehr Schülerinnen und Schüler erwartet, besonders mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Die Beschulung von Kindern mit entsprechendem Förderbedarf müsse auch in angrenzenden Landkreisen stattfinden, steht in der Schulentwicklungsplanung. Zudem findet sich hier ein Vermerk zu „Förderbedarf Autismus nimmt zu.“
Nach dem Schuljahr 2029/2030 wird in LDS indes wieder ein Rückgang der Schülerzahlen insgesamt erwartet. Das erschwert die Schulentwicklungsplanung. Von den insgesamt 76 Widerspruchsverfahren seien bislang (Stand 8. September) alle zugunsten des Schulamtes entschieden worden, heißt es in der Auswertung des Übergangsverfahrens des Landkreises.


