Sicherheit am Flughafen BER
: Wie ein KI-Roboter Katastrophen verhindern soll

Ein Vogelkadaver oder ein vergessenes Werkzeug kann auf der Startbahn des Flughafens BER zu einem Desaster führen. Ein neuer KI-Roboter soll das verhindern.
Von
Till Eichenauer
Schönefeld
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Roboxi - eine KI-gestützten Roboterplattform soll für Sicherheit auf dem Rollfeld des Flughafen BER sorgen

Der Roboxi – eine KI-gestützte Roboterplattform – in Schönefeld. Der BER ist der erste Flughafen in Deutschland, der die Technik im laufenden Betrieb testet.

Till Eichenauer
  • BER testet den KI‑Roboter „Roboxi“, um Fremdkörper auf Start- und Landebahnen zu finden.
  • Die Plattform erkennt mit Kameras, Radar und 3D‑Lasern Schrauben, Gepäckteile oder Tierkadaver.
  • Roboxi fährt Routen autonom, doch eine Mitarbeiterin kann jederzeit eingreifen.
  • Das System sieht bei Nacht und schlechtem Wetter gut und meldet Schäden sowie defekte Warnlichter.
  • Die Testphase läuft noch bis Oktober – Kosten des Projekts nennt der Betreiber nicht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Hochauflösende Kameras, Radarsensoren und 3D‑Laserscanner – die fahrende Plattform „Roboxi“ ist mit verschiedenen künstlichen Augen ausgestattet. „Das Fahrzeug kann mehr und schärfer sehen als das menschliche Auge und die Technik dahinter kann die Daten schlicht besser auswerten als ein Gehirn“, sagt Stephan Schubert, der das Projekt am BER leitet.

Die Hauptaufgabe des Fahrzeugs soll sein, Fremdkörper auf den Start- und Landebahnen des Flughafens zu identifizieren. Schrauben, Gepäckteile, abgebrochene Asphalt- und Betonteile oder Tierkadaver, etwa von Vögeln oder Füchsen, können am Fahrwerk von startenden Flugzeugen Schaden verursachen, sagt Schubert: „Und besonders wenn diese Fremdkörper in die Turbinen gesaugt werden, kann es gefährlich werden.“ Er erinnert an den Absturz der Concorde im Jahr 2000, der durch ein Flugzeugteil auf der Startbahn ausgelöst wurde.

Bislang werden die Rollbahnen und Vorfelder noch von Flughafenmitarbeitern nach fremden Teilen abgesucht. Alle sechs Stunden fahren die gelb karierten Autos raus. „Die Mitarbeiter müssen dabei jedoch noch das Fahrzeug steuern und auf andere Fahrzeuge am Boden und in der Luft achten“, so Schubert.

Roboxi am Flughafen BER wird wie in einem Computerspiel gesteuert

Der KI‑Roboter soll laut Flughafen die Arbeit der echten Menschen nur unterstützen und nicht ersetzen. Aktuell befindet sich Roboxi noch in der Testphase. Und ganz autonom ist das Fahrzeug eines norwegischen Herstellers bislang auch nicht. Im Flughafengebäude sitzt eine Mitarbeiterin des Flughafens an einer Bedienstation, die an einen Rennsimulator eines Videospiels erinnert. Zwar fährt das Elektrofahrzeug selbstständig mit bis zu 60 Kilometern in der Stunde seine Routen auf dem Gelände ab, aber der Mensch könnte noch jederzeit eingreifen.

Roboxi - eine KI-gestützten Roboterplattform soll für Sicherheit auf dem Rollfeld des Flughafen BER sorgen

Die Bedienstation des Roboxi im Terminal des Flughafens BER. Die Testphase läuft noch bis Oktober.

Till Eichenauer

„Das System bekommt Positionsdaten. Der gesamte Flughafen ist in der Karte des Systems hinterlegt. Auch andere Flugzeuge und Fahrzeuge werden in den Daten dargestellt“, sagt Florian Witusch, Leiter der Verkehrsdienste am BER. Der Vorteil des Systems sei, dass es auch bei Nacht und bei schlechtem Wetter hervorragend sehen könne.

Das Fahrzeug aus Norwegen prüft zudem mit einem Sensor permanent die Beschaffenheit des Betons oder den Asphalt der Rollbahn und erkennt automatisch kaputte Warnlichter auf dem Flughafen. Es kann laut Hersteller in Zukunft auch noch mit weiteren Systemen ausgestattet werden. Etwa mit Lautsprechern, um Vögel zu verscheuchen. In den Niederlanden wird Roboxi auch testweise zur Sicherung des Flughafenzauns eingesetzt. Ein Teil des Flughafens, der auch am BER bereits durch Umweltaktivisten zur Risikozone wurde. Was das Testprojekt kostet, will der Betreiber des Flughafens zunächst nicht verraten.