Sperrung in Königs Wusterhausen: Gewerbetreibende zur Verzögerung der Baustelle

Karin Spengemann betreibt das Modeversteck in Königs Wusterhausen. Ursprünglich war sie eine Befürworterin der Baustelle, nun sieht sie vieles kritisch.
Maria Häußler- Austausch des Pflasters in der Bahnhofstraße verzögert sich – Dauer aktuell unklar.
- Stadt nannte Gründe: dicker Unterbeton am Übergang Schloßstraße und Hitze ab 30 Grad.
- Geplanter Abschluss des 1. Abschnitts vor der „Höfenacht“ wurde verfehlt, neuer Plan wird abgestimmt.
- Gewerbetreibende klagen über weniger Kundschaft und fehlenden Fortschritt, teils auch Verständnis.
- Folgeabschnitte starten erst nach Fertigstellung des 1. Abschnitts, Termin bleibt offen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Besucher des Stadtfestes „Höfenacht“ in Königs Wusterhausen ahnten es bereits: Die Bauarbeiten auf der Bahnhofstraße zum Austausch des Pflasters verzögern sich. Die Stadt hatte Gewerbetreibenden und Bürgern versprochen, dass der erste Bauabschnitt noch vor der Höfenacht am 4. Juli abgeschlossen sein würde. Der Termin konnte offensichtlich nicht eingehalten werden.
Nun wurde bekannt, dass die Bauarbeiten auf diesem Abschnitt der Bahnhofstraße vom Brunnenplatz bis zur Cottbusser Straße bzw. Schloßstraße noch bis Ende Juli andauern sollen. Auf Nachfrage bestätigte die Stadt diesen Termin nicht – mit der Begründung, das sei der Stand Ende Juni gewesen. Es könnte also noch länger dauern. Stadtsprecherin Katrin Kunipatz sagt, dass ein überarbeiteter Plan derzeit abgestimmt werde.
Für den Verzug von rund drei Wochen nennt sie zwei Gründe: einen unerwartet dicken Unterbeton im Bereich von Subway, am Übergang zur Schloßstraße. „Die Betonschicht musste anschließend vorsichtig herausgestemmt werden. Zu achten war dabei auf Kabel und Leitungen, die Ampel und den Brückenkopf“, teilt Kunipatz mit. Hinzu komme die Hitze. Der Mörtel könne bei Temperaturen ab 30 Grad nicht bearbeitet werden. Die Pressesprecherin der Stadt betont, dass die Verwaltung mit der Baufirma zufrieden sei.
Das Modeversteck in Königs Wusterhausen steht unter Druck
Einige der ansässigen Gewerbetreibenden sind verärgert. „Diese Baustelle hört ja überhaupt nicht wieder auf“, sagt Karin Spengemann, Inhaberin des Modeverstecks. Sie sei ursprünglich eine Befürworterin der Sanierung gewesen. Bei Instagram postete Spengemann ein Video, das auch die Stadtverwaltung teilte. „Ganz glatt, ganz schick“, sagt sie dort. „Es wird toll!“ Schon zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass das Pflaster bis zur Höfenacht nicht fertig werden würde.
Dass die Verzögerung bis Ende Juli dauern würde, habe sie allerdings „kalt erwischt“, so Spengemann. Inzwischen zweifelt sie außerdem an den Aussagen der Stadt, es handle sich um einen Verzug von drei Wochen. „Das sieht eher so aus, als würden sie noch drei Monate bauen“, sagt sie. „Dann ist für mich eine komplette Saison wirklich schlecht gelaufen.“ Seit dem Umbau sei deutlich weniger Kundschaft da, an diesem Tag seien es nur zwei Kundinnen gewesen. Wäre die Dauer vorher bekannt gewesen, hätte sie weniger Ware bestellt.

Baustelle auf der Bahnhofstraße Königs Wusterhausen: An dieser Stelle gab es Probleme bei den Arbeiten.
Maria HäußlerSpengemann erzählt, dass sie den Eindruck habe, auf der Baustelle werde zu wenig gearbeitet. Die Stadt kommunizierte laut Spengemann zwar im Vorfeld, dass jeweils nur zwei Arbeiter vor Ort sein würden und das mit der Art der Arbeit zusammenhänge. Sie habe aber auch beobachtet, dass an manchen Tagen gar nicht gearbeitet werde. Möglicherweise sei es mal zu heiß oder zu nass gewesen, ihr Gesamteindruck sei aber, es würde nicht mit Hochdruck daran gearbeitet, die Baustelle fertigzustellen.
Eine Ladenbetreiberin aus Königs Wusterhausen ist entspannt
Stadtsprecherin Kunipatz schreibt in ihrer Antwort an die Redaktion Ähnliches: „Mehr Personal kann die Arbeiten nicht beschleunigen. Die Fahrbahn ist sehr schmal.“ Hitze nannte die Stadt als einen der Hauptgründe für die Verzögerung. Am 16. Juli wurden 65 Grad über dem Asphalt auf der Baustelle gemessen, teilt Kunipatz mit. Von der Fertigstellung des 1. Abschnitts hänge auch der Baubeginn der folgenden Abschnitte ab.
Eine der zwei Betreiberinnen des Eiscafé Stübchens direkt neben dem Modeversteck äußert sich ebenfalls kritisch. „Vor allem, weil wir davon ausgehen, dass wir die Baustelle noch die gesamten Ferien an der Backe haben“, sagt Julia Sander. Gerechnet habe sie mit der Verzögerung nicht. „Da die Stadt uns versichert hat, dass es bis zur Höfenacht fertig wird, mussten wir das erst verdauen“, sagt Sander. „Aber die können ja auch nichts ändern.“
Die Betreiberin des Wolladens ist dagegen noch entspannt. „Alles gut“, sagt Grit Voigt am Telefon. „Es ist so, wie es ist.“ Ihre Kunden kämen trotzdem und die Baustelle wirke sich nicht negativ auf ihr Geschäft aus. „Am Anfang war der Fußweg ja sehr eng vor der Tür“, erklärt sie. „Jetzt ist die Absperrung etwas mehr zur Mitte gerückt.“ Deshalb sei die Verzögerung kein Problem für sie.

