Streik in Königs Wusterhausen: Bus- und Bahnausfälle - so genervt sind Fahrgäste

Trotz Streik und Ersatzverkehr fährt noch was in Königs Wusterhausen. Welche Linien sind unterwegs und warum?
Marlene Wetzel- Streik in Königs Wusterhausen: viele Busse stehen, Ersatzverkehr zur S-Bahn läuft.
- Betroffen: S46/S8 Ersatzbusse zwischen Grünau–Baumschulenweg; S85/S9 Altglienicke–Baumschulenweg.
- RE1 fällt wegen Bauarbeiten in Köpenick vier Wochen aus; Tesla-Shuttle „Gigatrain“ ebenfalls.
- Pendler berichten von Verspätungen, verpassten Bussen; einige zeigen Verständnis für den Streik.
- RVS: rund 20 % Frühdienst erschienen; VBB-App 30 Min vorher prüfen, kein Gewähr für Anschlüsse.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am Montagmorgen (2. Januar) ist am Bahnhof von Königs Wusterhausen vergleichsweise wenig los, obwohl Chaos zu erwarten war: Zwar sind Schulferien, aber die Mitarbeiter der Regionalen Verkehrsgesellschaft (RVS) streiken und auf der S-Bahn-Strecke nach beziehungsweise von Berlin aus ist Ersatzverkehr eingerichtet.
Betroffen sind die Linien S46 und S8, für die Ersatzbusse zwischen Grünau und Baumschulenweg verkehren und die S85 und S9, für die Ersatzbusse zwischen Altglienicke und Baumschulenweg fahren. Und auch in naher Umgebung sind Pendler mit Ersatzverkehr konfrontiert: Der RE1 fährt wegen Bauarbeiten in Köpenick vier Wochen lang nicht.
Dennoch stehen gegen 8.30 Uhr einige Personen an der Bushaltestelle. Scheinbar warten alle auf den Tesla-Bus T3 nach Fangschleuse, Tesla Süd Bhf.
RE1-Ausfall zwingt Tesla-Mitarbeiter, über KW zu fahren
Antonia, Tesla-Mitarbeiterin aus Berlin, ist am Ostkreuz gestartet. Sie wusste, dass ihr Arbeitsweg heute schwierig werden würde, meint sie genervt. Normalerweise nutze sie den RE1 nach Fangschleuse oder den Tesla-Shuttle „Gigatrain“, der auch wegen der Bauarbeiten in Köpenick ausfällt.
Weil die S3, die Alternative zum RE1 und dem Gigatrain, „keine schöne Erfahrung sei“ – sie brauche oft zu lange und es sei kalt in den Zügen – habe sie sich entschieden, den RE2 nach Königs Wusterhausen zu nehmen und hier eben in den T3 umzusteigen. Doch der RE2 sei zu spät gekommen und der T3 fahre nur zweimal pro Stunde, sodass sie ihn verpasst habe und letztlich doch habe warten müsse.
Auch ein anderer Tesla-Mitarbeiter ist spät dran. Er hätte den Ersatzbus in Adlershof nehmen wollen, doch dieser sei zwei Minuten zu früh gefahren, schildert er. Deshalb sei er nochmal umgekehrt, habe dann eine gute halbe Stunde zu Hause gewartet und schließlich den Ersatzbus für die S46 genommen. Nun nehme er den T3 erst eine Stunde später als geplant.
Nazanin Meskenzada aus Bestensee hat um 9 Uhr einen Termin beim Jobcenter und hofft darauf, dass der Bus der Linie 727 sie wieder zurückfährt – zumindest habe ihr die VBB-App das angezeigt. Tatsächlich steht dieser schon am Bahnhof bereit und wartet.
Gute Konditionen: Busfahrer hat kein Verständnis für Streik
Busfahrer Andreas Müller erklärt, er sei bei dem Subunternehmen, der Firma Palm, angestellt. Er erklärt, wenn die RVS gewisse Fahrten nicht leisten kann, übernehme das Personal der Subunternehmen. Zumindest das Personal der Firma Palm sei nicht in der Gewerkschaft Verdi, die zu dem Streik aufgerufen hat.
Demnach fänden die Fahrten, die Palm-Fahrer heute bedienen, etwa der Linien 739, 724, 727 und 732 statt. Wirklich mitgefahren sei an diesem Morgen allerdings kaum jemand. Am Ende gibt Müller noch zu verstehen, dass er wenig Verständnis für die Streikgründe habe: Seine Arbeitsbedingungen seien sehr gut.

Wenig los am Montagmorgen in Königs Wusterhausen am Bahnhof. Schulferien und Streik sind der Grund.
Marlene WetzelGanz anders sieht das Alexa Kühn-Kallert aus Diepensee, die am Bahnhof auf den RE20 nach Berlin-Südkreuz wartet. Schlechte Bezahlung grundsätzlich, Schichtdienst, schlechte Schichtzuschläge – da könne man schon mal streiken. Zum Bahnhof ist sie mit dem Auto gekommen und parkt auf dem kostenfreien 4-Stunden-Parkplatz neben dem Bahnhof. Von Wut über den Streik oder Ersatzverkehr keine Spur: Sie findet, Königs Wusterhausen sei optimal angebunden. Besonders von der neuen Strecke des RE20 ist sie ganz begeistert.
Auch Herr Schmidt aus Zernsdorf hat Verständnis für den Streik und ist an diesem Morgen mit dem Auto zum Bahnhof gefahren. Normalerweise nehme er den Bus, aber weil der Streik frühzeitig bekannt gegeben worden wäre, hätte er sich gut darauf einstellen können.
VBB-App liefert die sichersten Infos zum Streik
Siegfried Richter, RVS-Geschäftsführer, gibt bekannt, es seien heute rund 20 Prozent aller Mitarbeiter zum Frühdienst erschienen. Er rät, sich rund 30 Minuten vor Fahrtbeginn über die VBB-App zu informieren, ob die Fahrt stattfindet. Das sei der zuverlässigste Weg.
Dass wichtige Verbindungen heute trotzdem abgedeckt werden, konnte er nicht bestätigen. Vielmehr würden die Fahrer heute ihre regulären Dienstpläne abfahren. Manche würden gebeten, die Anschlüsse an die Bahn abzudecken, aber dafür gebe es keine Gewähr. Das große Chaos sei heute glücklicherweise ausgeblieben und auch niemand sei daran gehindert worden, seinen oder ihren Dienst aufzunehmen.



