Tanken in Königs Wusterhausen
: Warum manche Pendler nicht volltanken

An der TotalEnergies-Tankstelle in Königs Wusterhausen sind vor allem Kunden mit Firmenwagen unterwegs. Manche Pendler fahren inzwischen hauptsächlich Rad. Um 12 Uhr steigt der Preis enorm.
Von
Maria Häußler
Königs Wusterhausen
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Andre Hofmann aus Königs Wusterhausen.

Andre Hofmann aus Wildau tankt kurz vor zwölf Uhr an der Tankstelle in Zeesen. Er findet die Politik macht zu wenig.

Maria Häußler
  • Spritpreise steigen in Königs Wusterhausen, viele Pendler tanken vor 12 Uhr.
  • An der TotalEnergies-Zeesen kostet Benzin 2,279 Euro, Diesel 2,389 Euro vor 12 Uhr.
  • Ab 12 Uhr steigen die Preise deutlich: 2,489 Euro für Benzin – 2,599 Euro für Diesel.
  • Einige fahren mehr Rad, andere tanken weniger; Firmenwagenfahrer spüren Kosten indirekt.
  • Forderungen nach Entlastung und Steuersenkungen, Regierung kündigte weitere Maßnahmen an.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Spritpreise klettern weiter in die Höhe. In Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) sind besonders viele Pendler auf das Auto angewiesen. Auch Eltern, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, aber ihre Kinder mit dem Auto von der Schule oder vom Sport abholen müssen, stehen wegen der steigenden Preise unter Druck. Das zeigt sich an der TotalEnergies-Tankstelle in der Karl-Liebknecht-Straße in Zeesen, einem Ortsteil von Königs Wusterhausen.

Die Preise bewegen sich in Deutschland auf die 2,50-Euro-Marke zu. An diesem Dienstag, den 15. September 2026, kostet Benzin vor 12 Uhr 2,279 Euro und Diesel 2,389 Euro. Nach 12 Uhr steigen die Preise aber deutlich an. 2,489 Euro für Benzin und 2,599 Euro für Diesel müssen Autofahrer jetzt bezahlen.

„Unverschämtheit“, findet Cindy Henkel, die ihre Tochter zum Arzt bringen muss und auch vor 12 Uhr lieber nicht volltankt. „Man überlegt, überhaupt zum Tanken zu fahren“, sagt die 42-Jährige. „Wir versuchen, viel mit dem Fahrrad zu machen, um genau das zu umgehen.“ Zur Arbeit fahre sie mit dem Rad. Sie tankt knapp 16 Liter für 40 Euro. „Die Spritpreise müssen runter“, sagt Henkel. Also Steuersenkungen? „Wahrscheinlich. Wir waren ja mal unter zwei Euro“, sagt sie und eilt zur Kasse, um rechtzeitig zu ihrem Termin zu kommen.

Warum ist der Sprit in Deutschland besonders teuer?

Im Juni hatte die Regierung bereits für Entlastung durch einen befristeten Tankrabatt gesorgt. Doch die geopolitische Lage bleibt weiter angespannt. Am Samstag waren die Preise gestiegen, da Saudi-Arabien eine Pipeline vorsorglich stilllegte. Bundeskanzler Merz hatte am heutigen Dienstag, den 15. September 2026, weitere Entlastungen angekündigt. Wie diese aussehen sollen, ist noch unklar. Dies war am Vormittag noch nicht bekannt.

Pendeln

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Auch Andre Hofmann aus Wildau tankt kurz vor 12 Uhr an der TotalEnergies-Tankstelle. Er sagt, dass ihn persönlich die Preise „nicht tangieren“, da er einen Firmenwagen fährt. „Es ist mir ein Rätsel, wie die Leute das machen, die im unteren Drittel verdienen“, sagt er. „Die Frage, warum es in anderen Ländern geht, aber bei uns nicht, hat keiner beantwortet.“ Hofmann meint außerdem, angesichts solcher Preise brauche sich niemand über den Erfolg der AfD zu wundern. „Die können das natürlich auch nicht lösen, aber das spielt ja keine Rolle.“ Die Politik mache einfach zu wenig.

Die einzige Erklärung dafür, dass die Preise in Deutschland höher sind als in vielen anderen europäischen Ländern, sind die Steuern für Sprit. Diese zu senken ist eine der Forderungen, die viele Autofahrer an diesem Vormittag in Königs Wusterhausen äußern. Andere finden, dass mehr einkommensschwache Haushalte unterstützt werden sollten.

Rentnerin Ines aus Königs Wusterhausen lächelt, als sie auf die Preise angesprochen wird. Die 66-Jährige sagt, sie sei gegen ein „Gießkannenprinzip“, bei dem alle entlastet würden. „Es gibt genug SUV-Fahrer, die nicht auf eine Spritpreisbremse angewiesen sind.“ Unterstützt werden sollten die, die es „wirklich nötig haben“. Sie selbst müsse nicht unbedingt mit dem Auto fahren. „Für die Berufstätigen tut es mir leid“, sagt sie. „Die Erdölkonzerne verdienen am Leid anderer und der kleine Bürger muss es zahlen.“

Die Preise in Königs Wusterhausen schwanken zwischen den Tankstellen. Um kurz vor 12 Uhr mittags kostet der Liter Super‑E10-Benzin noch fast überall gleich viel. An der HEM, Q1, Jet und der Sprint-Tankstelle in Wildau lag der Preis bei 2,26 Euro. Bei Shell und den beiden Aral-Tankstellen bei 2,27 Euro.

Jedoch stieg der Preis an diesem Dienstag um Punkt 12 Uhr unterschiedlich stark: Während der Preis an der Jet um 15 Cent von 2,26 auf 2,41 Euro anstieg, waren es an der HEM kurzzeitig ganze 22 Cent.

Die Preisentwicklung innerhalb der vergangenen Woche an der HEM-Tankstelle in Niederlehme, unweit der A10. Laut der Website "www.clever-tanken.de".

Die Preisentwicklung innerhalb der vergangenen Woche an der HEM-Tankstelle in Niederlehme, unweit der A10. Laut der Website "www.clever-tanken.de".

Till Eichenauer (Screenshot von: "www.clever-tanken.de")

Florian steht neben einem größeren Familienauto. Seinen Nachnamen will er nicht nennen. Der 30-Jährige erzählt, dass er schon länger nicht mehr getankt und darauf geachtet habe, noch vor 12 Uhr an der Tankstelle zu sein. „Ich habe gerade an Merz gedacht und dass er gesagt hat, dass alles teurer wird“, sagt er und blickt auf die Zapfsäule. 130 Euro für 55 Liter Diesel muss er heute bezahlen. Auch er fahre nach Möglichkeit mit dem Fahrrad zur Arbeit – von Königs Wusterhausen nach Schönefeld, eine Stunde lang. „Manchmal muss ich auch die Kinder noch abholen, oder bin spät dran, dann geht es nicht.“

Sebastian Ruddies tankt für 110 Euro Diesel. Er fährt einen Firmenwagen und muss den Sprit nicht selbst bezahlen.

Sebastian Ruddies tankt für 110 Euro Diesel. Er fährt einen Firmenwagen und muss den Sprit nicht selbst bezahlen.

Maria Häußler

Sebastian Ruddies fährt ebenfalls einen Firmenwagen und muss den Sprit nicht selbst bezahlen. „Uns trifft es nicht ganz so hart. Für meine Frau sind es zwei Kilometer zur Arbeit und sie fährt meistens Fahrrad“, sagt er. „Aber es betrifft mich schon auch. Wir müssen als Firma ja unsere Preise kalkulieren und der Kunde muss dann mehr zahlen.“ Das könnte letztlich seine Existenz bedrohen. 110 Euro zahlt Ruddies für den Diesel. „Vor drei Jahren habe ich noch knapp 60 Euro für eine Tankfüllung bezahlt.“

Um 12 Uhr steigt der Preis an der TotalEnergies-Tankstelle um ganze 21 Cent für Benzin und Diesel. Während gerade noch an jeder Zapfsäule Kunden standen, bleibt es in der nächsten halben Stunde ruhig: Ein Mercedes-Fahrer füllt Luft in seine Reifen, eine Frau kauft Zigaretten und weitere Autos halten an der Gastankstelle. Während vorher vor allem Firmenwagen vollgetankt wurden, entscheiden sich jetzt offenbar viele Menschen ganz dagegen.