Plattenbau in Königs Wusterhausen
: Wie sich das Wilhelm-Busch-Viertel verändern soll

Die Neugestaltung des Plattenbauviertels in der Heinrich-Heinestraße in Königs Wusterhausen nimmt Form an. Schriftsteller Wilhelm Busch ist Namensgeber.
Von
Maria Häußler
Königs Wusterhausen
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Lutz

Anwohner Lutz Rammonat und seine Partnerin leben im Wilhelm-Busch-Viertel der WoBauGe in Königs Wusterhausen. Sie verraten, wie hoch ihre Miete ist.

Maria Häußler
  • Plattenbauviertel in der Heinrich-Heinestraße wird zum Wilhelm-Busch-Viertel umgestaltet.
  • Neue Wandbilder sollen Identität stiften – zwei Motive sind bereits an Fassaden sichtbar.
  • Insgesamt sind sieben „Streiche“ geplant, darunter Spielplatz und Erholungsort mit Mühlrad.
  • Kosten laut WoBauGe: „fünfstellig“; zwei Bilder kosteten 10.000 Euro, Zeitplan offen.
  • Mieten stiegen nach Sanierung: Ein Bewohner zahlt seit diesem Jahr 350 Euro statt 290 Euro.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

An der Heinrich-Heinestraße in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) sind die Plattenbauten frisch saniert. „Herzlich Willkommen im Wilhelm-Busch-Viertel“ steht auf einer Fassade unter einem rauchenden, bärtigen Gesicht. Das ist der Schriftsteller Wilhelm Busch, der neue Namensgeber des Wohngebiets. Weitere Wandbilder sollen folgen: Der Lehrer Lempel hebt einen Zeigefinger und Max und Moritz angeln gebratene Hühner durch einen Schornstein.

Die Bilder sollen dem Viertel eine „neue Identität“ geben, erklärt Bürgermeisterin Michaela Wiezorek bei der Auftaktveranstaltung zur Neugestaltung am Dienstagnachmittag, den 14. Juli 2026. In Zukunft sollen die Bewohner sagen können, dass sie im Wilhelm-Busch-Viertel leben und nicht, „in der Plattenbausiedlung“, so Wiezorek.

Bei einer Lesung des fünften Streichs machen sich die Anwesenden ein Bild von Wilhelm Buschs Geschichten: Humorvoll und dichterisch erzählt er von Streichen und Strafen. Insgesamt sind sieben „Streiche“, also Neugestaltungen an Orten im Viertel, geplant. Neben fünf Wandbildern, die entstehen sollen, werden der fünfte Streich als Spielplatzgestaltung und der siebte als Erholungsort umgesetzt.

So hoch sind die Kosten der Neugestaltung in KW

Der Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Königs Wusterhausen, Horst-Ulrich König, antwortet auf Nachfrage, dass nicht abzusehen sei, wie viel die Neugestaltung kostet. „Es ist fünfstellig“, so König. „Für zwei Bilder waren es schon 10.000 Euro. Das gestalten ja Künstler.“ Auch einen genauen Zeitplan hat die WoBauGe demnach nicht, das hinge davon ab, wann die jeweiligen Fassaden saniert werden. Die kürzliche Erhöhung der Mieten habe aber nichts mit den Wandbildern zu tun, mit der Sanierung allerdings schon.

Im Viertel befindet sich bereits die Wilhelm-Busch-Grundschule. Der neue Name des Viertels ist daran angelehnt. Die Erziehungsmethoden in Wilhelm Buschs Geschichten sollen allerdings nicht als Vorbild genommen werden, sagt König. „Damit soll man sich eher auseinandersetzen und daraus lernen.“

Dementsprechend soll der siebte Streich und damit die Ermordung von Max und Moritz in der Mühle nicht explizit an einer Hauswand gezeigt werden. Geplant ist ein Kräutergarten mit Barfußpfad zur Erholung, in dem symbolisch ein Mühlrad steht.

Königs Wusterhausens Bürgermeisterin Michaela Wiezorek und Horst-Ulrich König, Geschäftsführer der WoBauGe erklären, was es mit der Neugestaltung des Viertels auf sich hat.

Königs Wusterhausens Bürgermeisterin Michaela Wiezorek und Horst-Ulrich König, Geschäftsführer der WoBauGe erklären, was es mit der Neugestaltung des Viertels auf sich hat.

Maria Häußler

Anwohner Lutz Rammonat lebt schon seit 2007 im neuen Wilhelm-Busch-Viertel. Er sagt, dass er hier der allererste Bewohner gewesen sei, nachdem man die Plattenbauten um ein paar Stockwerke verkleinert hatte. Er glaubt, dass die Benennung und Umgestaltung „den Zusammenhalt fördert“. Er freue sich auch, dass Wilhelm Busch der Namensgeber ist und nicht etwa ein Politiker.

Nur 290 Euro monatlich warm für 50 Quadratmeter hat Rammonat seit seinem Einzug an die Wohnungsbaugesellschaft gezahlt, seit diesem Jahr sind es 350 Euro. „Ich will nicht mehr umziehen, so eine günstige Wohnung findet man nicht mehr“, sagt er.