„Auch heute bewegt sich die Zahl der Neuinfektionen im zweistelligen Bereich“, berichtet Landkreis-Sprecher Alexander von Uleniecki am Mittwoch. So meldete das Gesundheitsamt in Neuruppin für den Landkreis Ostprignitz-Ruppin 43 neue Corona-Fälle. Besonders betroffen von den Neuinfektionen sind erneut die Ruppiner Kliniken, ein Betreuungsdienst in Lindow sowie eine Seniorenwohnanlage in Neuruppin. „Bei allen drei Einrichtungen handelt es sich um bereits bekannte Cluster“, erklärt der Pressesprecher.

33 Genesene mehr als noch am Dienstag

Damit haben sich seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 1402 Menschen aus OPR nachweislich mit dem Coronavirus Sars-Cov-2 infiziert. 770 von ihnen gelten als genesen. Das sind 33 mehr als noch am Dienstag. Neun Ostprignitz-Ruppiner verstarben in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung.

27 Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen in OPR

Minimal gesunken ist zudem die Zahl der Erkrankten, die in den Krankenhäusern des Landes stationär behandelt werden. Waren es am Dienstag noch 106 Covid-19-Patienten auf den Stationen, sank diese Zahl am Mittwoch auf 97. „Allerdings bleibt die Zahl der Personen, die intensivmedizinisch versorgt werden müssen, mit 27 weiter auf einem hohen Niveau“, schränkt Alexander von Uleniecki ein. „Acht von ihnen werden beatmet.“

Neuruppin

623 aktive Corona-Fälle in Ostprignitz-Ruppin

Insgesamt gibt es aktuell 623 aktive Corona-Fälle im Landkreis – deutlich mehr als ein Drittel davon mit 262 Infizierten lebt davon in Neuruppin. In Lindow gibt es 61 aktive Corona-Fälle, in Rheinsberg und Fehrbellin sind es jeweils 57, in Wittstock erhöhte sich die Zahl deutlich auf jetzt 55. Wusterhausen meldet 41 aktive Infektionen, Neustadt 34, Kyritz 28, das Amt Temnitz 19 und Heiligengrabe weiterhin neun. Die Sieben-Tages-Inzidenz wurde vom Land am Mittwochmorgen für OPR mit 222,5 angegeben, das heißt rund 222 Menschen haben sich im Landkreis innerhalb der vergangenen sieben Tage nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt.

Appell der Bürgermeister, Amtsdirektoren und des Landrates

Angesichts dieser weiterhin angespannten Corona-Lage, appellieren Landrat Ralf Reinhradt (SPD), Bürgermeister und Amtsdirektoren erneut an alle Bürgerinnen und Bürger in Ostprignitz-Ruppin, sich auch zu Silvester an die Eindämmungsverordnung zu halten. „Unsere Krankenhäuser sind voll und stoßen unmittelbar an ihre Kapazitätsgrenzen“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. So seien nicht nur mittlerweile neun Todesopfer im Zusammenhang mit Corona zu bedauern, „sondern mit über 100 stationär zu behandelnden Covid-19-Patienten wurde in diesen Tagen im Landkreis ein neuer und trauriger Höchststand erreicht.“ Rund ein Viertel dieser Personen müssten zudem intensivmedizinisch betreut werden.

Verzicht auf das gewohnte Feuerwerk

„Vor diesem ernsten Hintergrund und mit Blick auf das bevorstehende Silvesterfest appellieren wir nochmals eindringlich an die Eigenverantwortung und Vernunft aller Bürgerinnen und Bürger: Vermeiden Sie bitte an Silvester und Neujahr Zusammenkünfte und verzichten Sie auf das gewohnte Feuerwerk!“, fordern Amtsdirektoren, Bürgermeister und der Landrat auf. „Denken Sie immer und in jeder Situation an Ihre Gesundheit und an die Ihrer Mitmenschen. Unsere Krankenhäuser sowie die Rettungsstellen im Landkreis sind gerade jetzt auf ein besonders verantwortungsbewusstes Handeln angewiesen. Sie vertragen keine zusätzlichen Verletzten an Silvester! Jeder Böller ist ein Böller zu viel!“

Kontakte auch zu Silvester in OPR reduzieren

So werden die Ostprignitz-Ruppiner noch einmal eindringlich gebeten, Abstand zu halten, die physischen Kontakte auch im Freundes- und Verwandtenkreis auf ein Minimum zu reduzieren, die Hygienevorschriften einzuhalten, Räume gut zu durchlüften und den Mund-Nasen-Schutz konsequent zu tragen. „Nur so haben wir eine Chance, zumindest den Anstieg bei den Neuinfektionen zu bremsen und im neuen Jahr für eine Trendwende in unserem Landkreis zu sorgen“, sind sie sich die Amtsinhaber einig. „Zünden Sie im Herzen ein Feuerwerk der Mitmenschlichkeit und der Rücksichtnahme, aber lassen Sie Kracher und Raketen diesmal links liegen. Bleiben Sie zu Hause, um sich und andere zu schützen. Nur durch gemeinsames und solidarisches Handeln kann 2021 wirklich ein schöneres und besseres Jahr für uns alle werden. Machen Sie bitte mit!“
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