Durchschnittlich 70 neue Corona-Fälle kämen aktuell jede Woche in Ostprignitz-Ruppin hinzu, berichtete Sozialdezernentin Waltraud Kuhne am Donnerstag auf der Sitzung des Kreistages in Kyritz. Die Zahlen bewegten sich, laut Kuhne, auf einem gleichbleibend hohen Niveau. Täglich müsse das Gesundheitsamt meist eine zweistellige Zahl von Neuinfektionen bekannt geben, sagte sie. So auch am Donnerstag, als weitere 13 Corona-Fälle gemeldet wurden.

26 weitere Menschen in OPR genesen

Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der Menschen, die seit Beginn der Pandemie positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet wurden auf 588. Eine Patientin ist bisher im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben und elf Patienten befinden sich im Krankenhaus. Aber 444 Menschen sind auch inzwischen genesen, das sind 26 mehr als noch am Mittwoch. Damit gibt es aktuell 143 aktive Corona-Fälle im Landkreis. 62 davon gibt es in Neuruppin. Im Amt Temnitz sind es 17, in Fehrbellin 14, in Neustadt 13 und in Rheinsberg neun. Wusterhausen hat acht aktive Corona-Fälle, Kyritz und Lindow jeweils sieben, Wittstock fünf und Heiligengrabe einen.

Beratung über Hotspot-Strategie für Brandenburg

Das einzig Positive sei, so Waltraud Kuhne, dass der Landkreis aktuell den niedrigsten Sieben-Tages-Inzidenzwert in Brandenburg habe. Am Donnerstag wurde er für OPR vom Land mit 67,77 angegeben. In anderen Regionen in Brandenburg lag dieser Wert zur selben Zeit bei über 300. Die Sozialdezernentin berichtete, dass auf Landesebene deshalb die sogenannte Hotspot-Strategie besprochen worden sei, die verschärfte Maßnahmen bei Inzidenzen von über 200, 300 oder sogar 400 vorsieht. Dazu gehören beispielsweise der Wechselunterricht an Schulen, das Verbot von Wochenmärkten und von Alkohol auf öffentlichen Plätzen oder auch Einschränkungen beim Verlassen der eigenen Wohnung. „Ich hoffe, dass wir nicht solche Maßnahmen treffen müssen“, so Kuhne.

Diffuses Infektionsgeschehen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin

Aktuell gestalte sich das Infektionsgeschehen im Landkreis diffus, berichtete die Sozialdezernentin. Inzwischen seien nahezu alle Schulen im Landkreis von Corona-Fällen betroffen gewesen, ebenso die Kitas, so Kuhne. So waren von den Neuinfektionen auch wieder das Schinkel-Gymnasium sowie die Evangelische Schule in Neuruppin betroffen, wo eine achte Klasse in Quarantäne muss.
Auch an der Prinz-von-Homburg-Schule in Neustadt wurden weitere Corona-Fälle bekannt, so dass zwei elfte Klassen sowie Lehrkräfte in die häusliche Isolation geschickt wurden. Das gleiche gilt für eine erste, zweite und fünfte Klasse der Lindgren-Schule in Wusterhausen. Auch an den Ruppiner Kliniken in Neuruppin wurde ein weiterer Corona-Fall bekannt. Hier wurde für rund 15 Personen Quarantäne angeordnet. Doch die Ermittlung der Kontakte laufen noch.
Die Mitglieder des Kreistages unterzeichneten außerdem eine Resolution, mit der sie die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) und das Land Brandenburg auffordern, schnellstmöglich die zentrale Corona-Teststrecke wieder einzurichten. Diese war zum 1. Dezember geschlossen worden, weil die KVBB von da an die Mehrkosten für Tests von ambulant überweisenden Ärzten nicht mehr tragen wollte. Doch genau um diese Ärzte zu entlasten und sie vor einer möglichen Ansteckung zu schützen, war die Teststrecke zu Beginn der Pandemie eingerichtet worden.
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