Coronavirus
: Ein Haus für Covid-19-Patienten in Neuruppin

Die Ruppiner Kliniken bereiten sich auf eine steigende Zahl schwerstkranker Patienten vor. Am Freitag waren weiterhin nur sechs Menschen aus dem Kreis mit dem Erreger infiziert.
Von
Ulrike Gawande
Ostprignitz-Ruppin
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Klinikmitarbeiter rufen Menschen zur Mithilfe auf.

Ruppiner Kliniken

Mann mit Corona aus dem Raum Fehrbellin

Nach einem Mann sowie einer vierköpfigen Familie aus Neuruppin, die positiv auf den Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden waren, liegen nun auch Informationen zu dem sechsten Fall vor. Es handele sich um einen Mann aus dem Raum Fehrbellin, der mit seiner Tochter von einem Skiurlaub aus einem Risikogebiet in den Alpen zurückgekehrt war. Während bei dem Vater Covid-19 diagnostiziert wurde, fiel der Test der Tochter negativ aus, so der Kreissprecher. „Es besteht Isolation. Der Gesundheitszustand des Mannes ist derzeit stabil.“ Der Patient werde so lange isoliert bleiben, bis er vollständig genesen ist und ein weiterer Coronatest danach negativ ausgefallen ist.

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Alexander von Uleniecki weist darauf hin, dass die Corona-Hotline 03391 6885376 des Landkreises für Betroffene auch am Sonnabend von 9 bis 12 Uhr besetzt ist. "Ansonsten steht am Wochenende für medizinische Fälle, in denen ein Hausarzt nicht erreichbar ist, der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der bundesweit einheitlichen Telefonnummer 116 117 zur Verfügung“, so Uleniecki.

Die derzeitige Situation stelle auch die Ruppiner Kliniken vor immense Herausforderungen, berichtet Klinik-Pressesprecherin Verena Clasen. „Wenn Patienten befürchten, mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert zu sein, und sie schwere Symptome zeigen, sind wir gern für sie da“, betont sie. Doch bei leichten Symptomen gelte weiterhin die Empfehlung, sich zuerst an den Hausarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst zu wenden. "Wir sind für die stationäre Versorgung der Patienten zuständig.“ Die Klinik hat zudem eine eigene Hotline für Betroffene eingerichtet, die montags bis freitags von 7 bis 16 Uhr unter 03391 39113333 erreichbar ist.

Um das Ansteckungsrisiko für Klinikmitarbeiter und andere Patienten zu minimieren, werden Betroffene gebeten, bevor sie mit schweren Symptomen von Covid-19 direkt die Notaufnahme ansteuern, diese zuvor unter 03391 394547 zu kontaktieren, um das weitere Vorgehen abzusprechen, bittet Clasen. So wurde der Aufnahmeprozess in das Krankenhaus den aktuellen Erfordernissen angepasst. „Zahlreiche Abteilungen haben wir nun ausschließlich für die Betreuung und Behandlung von Patienten mit Covid-19 eingerichtet.“ Diese Vorgehensweise helfe, dass für Nichtinfizierte  die Ansteckungsgefahr minimiert werde und zugleich andere Patienten sowie die Mitarbeiter geschützt werden. Im Haus M wird derzeit zudem daran gearbeitet, ein ganzes Bettenhaus für die stationäre Behandlung von Covid-19-Patienten vorzubereiten, berichtet die Kliniksprecherin.

Mehr Intensivbetten für Corona-Patienten

In einem ersten Schritt sei zunächst die Kapazität an Intensivbehandlungsplätzen mit Beatmungsmöglichkeiten von ursprünglich 20 um 60 Prozent auf 32 Betten erhöht worden, so Clasen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir noch weitere aufbauen können“, betont sie. Dr. Matthias Voth, Klinik-Geschäftsführer, hatte vor wenigen Tagen die Gesamtzahl von 52 Intensivbetten in den Raum gestellt. Die fehlende Anzahl an Beatmungsgeräten habe er zentral über das Land sowie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bestellt, so Voth.

„Im Moment sind wir gezwungen, unser Gelände weitestgehend für Betriebsfremde zu sperren“, erklärt Verena Clasen. Diese Entscheidung diene dem Schutz von Patienten und Mitarbeitenden. „Fast täglich müssen wir mit neuen Verordnungen und Erkenntnissen arbeiten. Unseren Kollegen wird viel abverlangt. Doch sie sind mit großem Engagement und Flexibilität bei der Sache.“ Clasen appelliert an alle Menschen in der Region, zu helfen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.