Einbrüche bei Feuerwehr: Depot in Staffelde verwüstet, hoher Schaden in Borgsdorf

Alles kontaminiert: Einbrecher haben im Depot der Feuerwehr in Staffelde, einem Ortsteil von Kremmen, einen Feuerlöscher geleert. Deshalb ist der Löschzug vorübergehend nicht mehr einsatzfähig. (Symbolbild)
Andreas Arnold/dpa- Einbruch in Feuerwehrgerätehaus Borgsdorf zwischen 24. und 26. Oktober bemerkt.
- Technik im Wert von 35.000 Euro aus Einsatzfahrzeugen gestohlen.
- Polizei sicherte Spuren, Kriminalpolizei übernimmt Ermittlungen.
- Einbrüche in Feuerwehrhäuser wegen wertvoller Einsatzwerkzeuge nicht selten.
- Täter stahlen mutmaßlich Werkzeuge wie Spreizer, oft für weitere Straftaten genutzt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Doppelschlag gegen die Feuerwehr: Gleich zweimal sind Unbekannte in Depots von Feuerwehren im Kreis Oberhavel eingedrungen. Betroffen sind die Gerätehäuser in Borgsdorf (Hohen Neuendorf) und Staffelde (Kremmen).
Erbeutet wurde hochwertige Technik. In Staffelde kommt Vandalismus hinzu. Der angerichtete Sachschaden ist hoch. Auffällig ist die Lage der Gebäude.
In Staffelde ereignete sich der Einbruch in den frühen Morgenstunden in der Nacht zu Montag, teilte die Polizei am Montag (27. Oktober) mit. Die Kameraden des Löschzuges in Staffelde sind nun mehrere Tage nicht mehr einsatzfähig, denn die Einbrecher haben das Depot am Dorfrand verwüstet. Es wurde ein Feuerlöscher (6 Kilogramm) komplett entleert.
Spezialfirma muss im Depot Staffelde alles aufwendig reinigen
„Der Inhalt dringt in jede Pore“, beschreibt Stadtbrandmeister Oliver Fritz das Ausmaß der Aktion, um Spuren zu zerstören. Bei einer Übung hätten die Kameraden selbst erlebt, wie fein sich alles verteilt. Weil dadurch auch Langzeitschäden nicht ausgeschlossen werden können, müssen jetzt elektrische Geräte, aber auch Metallteile, Bekleidung und Depot aufwendig gereinigt werden.

Oliver Fritz, Wehrführer der Stadt Kremmen, geht von einem hohen Sachschaden aus, den Einbrecher durch Diebstahl und Vandalismus im Depot in Staffelde verursacht haben.
P.NeumannWeder die beiden Fahrzeuge noch die technischen Geräte sowie die Kleidung der Einsatzkräfte sind deshalb derzeit nutzbar. „Es ist alles kontaminiert“, so Fritz. Inzwischen ist eine Spezialfirma mit der Reinigung beauftragt worden. Fritz rechnet mit einem Schaden in Höhe von mindestens 40.000 Euro, zudem wurde auch noch hochwertige Technik wie Spreizer entwendet.
Der Stadtwehrführer geht davon aus, dass der Löschzug Staffelde erst in der kommenden Woche wieder einsatzfähig sein wird. Die Aufgaben der Staffelder werden von anderen Einheiten übernommen.
Nähe zur Autobahn macht Gerätehäuser für Einbrecher attraktiv
Obwohl die sofort alarmierte Polizei mit mehreren Fahrzeugen nur wenige Minuten nach Alarmauslösung in Staffelde vor Ort war, konnten die Täter unerkannt entkommen. Die Nähe zur Autobahn A24 begünstigte offenbar die Flucht. Das zumindest mutmaßt Oliver Fritz.
Das ebenfalls am Wochenende ausgeraubte Depot der Feuerwehr in Borgsdorf befindet sich unmittelbar an der A10-Anschlussstelle Birkenwerder.

Das Gerätehaus in Borgsdorf (hier ein Archivbild) war am Wochenende Ziel von Einbrechern.
P. NeumannDort sind zwischen dem 24. und dem 26. Oktober Einbrecher in das Feuerwehrgerätehaus eingedrungen und haben Einsatztechnik im Wert von etwa 35.000 Euro gestohlen. Das teilte die Polizeidirektion Nord auf Anfrage mit. Der Schaden sei erst am Sonntagabend bemerkt worden.
Der Polizeisprecherin zufolge hätten Diebe sich an den Fahrzeugen zu schaffen gemacht und darin befindliche Technik gestohlen. Nach Angaben der Polizei haben Kriminaltechniker Spuren gesichert, die Kriminalpolizei werde die weiteren Ermittlungen übernehmen.
Frust bei Einsatzkräften in Hohen Neuendorf ist groß
Laut Stadtwehrführer Mario Briese bleibt der Löschzug Borgsdorf weiterhin einsatzbereit. „Zum Glück wurde bei uns kein Feuerlöscher geleert“, so Briese. Dennoch sei der Frust bei den Einsatzkräften groß, denn die lebensrettenden Einsatzgeräte müssten nun neu beschafft werden. Briese hofft, dass nicht nur die Täter geschnappt werden, sondern auch die Hintermänner und Auftraggeber ermittelt werden können.
Die Löschzüge in Hohen Neuendorf sind in der Vergangenheit mehrfach von Kriminellen aufgesucht worden. Auch in Kremmen ist vergangenen Woche versucht worden, in den Neubau einzudringen. Doch der Einbruch scheiterte an der Tür. Die Kripo ermittelt, ob es einen Zusammenhang bei den beiden jüngsten Vorfällen in Oberhavel gibt.
Zu Einbrüchen in Feuerwehrgerätehäuser kommt es immer wieder, da bestimmte Einsatzwerkzeuge, wie etwa Spreizer, gerne von Kriminellen genutzt werden, zum Beispiel bei Einbrüchen oder dem Aufbrechen von Geldautomaten. Spektakulär war auch der „Spreizer-Einbruch“ ins Grüne Gewölbe in Dresden.
