Flüchtling in Rheinsberg
: Ex-Soldat soll im Wald leben, ist es der vermisste Ukrainer?

Im Wald bei Flecken Zechlin soll laut Bürgermeister Schwochow ein Soldat hausen. Könnte es sich bei um um den seit Januar 2026  vermissten Ukrainer aus dem Flüchtlingsheim handeln?
Von
Christian Bark
Flecken Zechlin
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Aus dem Flüchtlingsheim in Flecken Zechlin bei Rheinsberg ist seit Januar 2026 ein Ukrainer verschwunden. Rheinsbergs Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow lieferte auf Youtube mögliche Hinweise zum Aufenthaltsort des Flüchtlings.

Aus dem Flüchtlingsheim in Flecken Zechlin bei Rheinsberg ist seit Januar 2026 ein Ukrainer verschwunden. Rheinsbergs Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow lieferte auf Youtube mögliche Hinweise zum Aufenthaltsort des Flüchtlings.

Christian Bark
  • In Flecken Zechlin wird seit dem 2. Januar 2026 der Ukrainer Maksym S. vermisst.
  • Polizei fahndet ohne Erfolg, Zeugenhinweise blieben bisher ohne Ergebnis.
  • Bürgermeister meldete per Youtube einen Mann im Wald – laut Polizei nicht der Vermisste.
  • Kreisverwaltung kennt den genannten Namen nicht, Nigerianer im Heim gebe es nicht.
  • Beschreibung des Vermissten: 1,80 m, 65 kg, dunkelhaarig, hellgrauer Mantel, dunkle Hose, blaue Schuhe.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Schon seit Wochen ist Maksym S. wie vom Erdboden verschluckt. Der 26-jährige Ukrainer hatte bis dahin im Flüchtlingsheim im Rheinsberger Ortsteil Flecken Zechlin gewohnt. Seit dem 2. Januar 2026 wird der Kriegsflüchtling vermisst. Die Polizei fahndet mit einem Foto nach ihm.

„Bisherige Suchmaßnahmen haben nicht zum Erfolg geführt, auch Zeugenhinweise führten nicht zum Auffinden des jungen Mannes“, sagt Joachim Lemmel, Sprecher bei der Polizeidirektion Nord in Neuruppin.

Der Vermisste sei aufgrund des Kriegseinsatzes offenbar psychisch erkrankt und in sich gekehrt. Das zeige sich dadurch, dass er nicht mehr mit anderen Menschen redet.

Flüchtling lebt laut Rheinsbergs Bürgermeister im Wald

Zuletzt war S. gesehen worden, wie er das Übergangswohnheim Flecken-Zechlin in Richtung Rheinsberg verließ. Seitdem fehlt jede Spur von ihm. Rheinsbergs Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler) hatte zuletzt in einem Video auf seinem Youtube-Kanal „Anständig bleiben“ auf eine mögliche Spur zu dem Flüchtling hingewiesen.

In dem Video berichtet Schwochow von einem ukrainischen Frontsoldaten, der im Wald bei Flecken Zechlin hausen soll. Er habe sich auf einem Jagdstand verschanzt, weil er es im Flüchtlingsheim nicht mehr ausgehalten habe. Der Bürgermeister schildert, dass der Ukrainer sich nach eigener Aussage bedroht gefühlt habe.

In das Heim eingezogene Personengruppen aus Nigeria seien demnach der Grund dafür. Schwochow sagt, er habe die Informationen an das Landratsamt nach Neuruppin weitergeleitet. Das soll wiederum auf die Stadt Rheinsberg als zuständige Instanz verwiesen haben. „Ich dachte, für Ausländerfragen ist der Landkreis zuständig?“, so Schwochow.

Der Bürgermeister moniert in dem Zusammenhang eine angeblich fehlende „Menschlichkeit“ beim Landkreis. Nun stellt sich die Frage, ob es sich bei dem Ukrainer möglicherweise um Maksym S. handeln könnte. Schwochow selbst hat auf Anfragen der Redaktion zu dem Thema bisher nicht reagiert. Die Polizei hat Rheinsbergs Stadtoberhaupt jedenfalls nicht informiert, wie Joachim Lemmel sagt.

Kreisverwaltung in Neuruppin kennt den Ukrainer nicht

„Der Bürgermeister hatte bereits vor einigen Wochen den Wachschutz des Übergangsheims in Flecken Zechlin kontaktiert und den Namen einer von ihm angetroffenen Person genannt“, berichtet Kreissprecher Alexander von Uleniecki auf Nachfrage. Ein Abgleich mit den Bewohnerlisten habe  jedoch keinen Treffer ergeben.

Auch dem Amt für Migration sei der Name, den Schwochow mitgeteilt hatte, hinsichtlich eines Aufenthalts in anderen Unterkünften des Landkreises nicht bekannt.

Darüber hinaus gibt es laut dem Sprecher keine Flüchtlinge aus Nigeria im Wohnheim. Frank-Rudi Schwochow gehört zu den stärksten Kritikern des Flüchtlingsheims in Flecken Zechlin, das durch angebliche krumme Geschäfte des Landrats Ralf Reinhardt (SPD) mit unseriösen Geschäftspartnern entstanden sein soll. Auf seinem Youtube-Kanal drehen sich viele Videos um das Thema.

Ob es den Mann im Wald überhaupt gibt, lässt sich so nicht einwandfrei nachweisen. Die Polizei hat von dem Fall auch nur über Youtube erfahren. „Das Video ist uns bereits seit Längerem bekannt“, sagt Joachim Lemmel. Polizeibeamte seien vor Ort gewesen, hätten die Person jedoch nicht angetroffen. „Nach Befragung von Zeugen handelt es sich aber nicht um den seit Januar vermissten Ukrainer.“ Dieser sei weiterhin zur Fahndung ausgeschrieben und es gebe keine Anhaltspunkte zu seinem Aufenthaltsort.

Flecken Zechlins Ortsvorsteher weiß nichts vom Mann im Wald

„Die Behauptung, es habe sich bei der Person um den weiter vermissten Ukrainer aus dem Übergangsheim gehandelt, hatte der Bürgermeister später selbst in den so genannten sozialen Medien revidiert“, sagt Alexander von Uleniecki. Ob der Mann weiter im Wald bei Flecken Zechlin lebt, ist den Behörden nicht bekannt.

Der ukrainische Kriegsflüchtling Maksym S. wird seit 2. Januar 2026 vermisst. Zuletzt lebte er Flüchtlingsheim Flecken Zechlin.

Der ukrainische Kriegsflüchtling Maksym S. wird seit dem 2. Januar 2026 vermisst. Zuletzt lebte er im Flüchtlingsheim Flecken Zechlin.

Joachim Lemmel/PD Nord

Flecken Zechlins Ortsvorsteher Horst Rainer Maranke (CDU) erklärte gegenüber der Redaktion, dass er von einem solchen Fall nichts wisse. Ihm sei auch nicht von anderer Seite zugetragen worden, dass sich ein Flüchtling im Wald verschanzt habe. Die Suche nach Maksym S. geht also weiter, während die Behörden den Mann im Wald nicht weiter verfolgen.

Personenbeschreibung zum vermissten Maksym S.

Ca. 1,80 Meter groß, ca. 65 Kilogramm, dunkle kurze Haare, braune Augen.

Bekleidet soll der Vermisste mit einem hellgrauen Mantel, einer dunklen Sporthose sowie blauen Turnschuhen sein.

Ausweisdokumente oder Bargeld führte der Vermisste nicht mit sich.

Zeugen, die Angaben zum Aufenthalt machen können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 03391/354-0 bei der Polizeiinspektion Ostprignitz-Ruppin zu melden.