Für den 36-jährigen Marco P., der am 21. März in der großmütterlichen Wohnung an der Neuruppiner Heinrich-von-Kleist-Straße seine Oma und seine Mutter mit mehreren Messerstichen lebensgefährlich verletzt hatte, wurde am zweiten Verhandlungstag am Donnerstag vor dem Neuruppiner Landgericht die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.

Gericht folgt Staatsanwaltschaft

Das Gericht schloss sich damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft an, dem auch der Verteidiger von Marco P. gefolgt war. Es sei das kürzeste Plädoyer, das er je vor dieser Kammer gehalten habe, so der Staatsanwalt. Er gestand dem Beschuldigten zu, dass er „wie in einem Wahn gehandelt“ habe, als er „ruptusartig“ Mutter und Großmutter mit mehreren Messern schwerst misshandelt habe. „Herr P. sie sind krank“, gestand er dem Beschuldigten zu, der am ersten Prozesstag die Taten gestanden hatte. Auch sämtliche Beweise sprachen für ihn als Täter. Der psychologische Gutachter bescheinigte Marco P. eine Schuldunfähigkeit, da er seit 2004 an einer schizoaffektiven Störung leide, bei der manisch-depressive und schizophrene Symptome gleichzeitig auftreten. 

Keine versuchte Tötung

Es handele sich bei der Tat jedoch nicht um eine versuchte Tötung, so der Staatsanwalt, wie anfangs angenommen, sondern um eine lebensgefährliche Körperverletzung in zwei Fällen, da Marco P. von der Tötungsabsicht zurückgetreten sei, als er von seinen Verwandten abließ.