Die DKMS-Aufrufe kennen viele: Für Menschen, die an Blutkrebs leiden, werden so Stammzellenspender gesucht. Dieses Mal wird für eine junge Frau aus dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin Hilfe benötigt. Die 26-jährige Jana aus Neustadt will ihrem Sohn noch ein paar Jahre zur Seite stehen und benötigt nicht weniger als einen Lebensretter.

Schockdiagnose kurz nach der Geburt des Kindes

Sieben Monate nach der Geburt ihres Kindes hat die junge Mutter laut Bettina Steinbauer von der gemeinnützigen Organisation DKMS die Diagnose Blutkrebs bekommen. „Sie kämpfte und schaffte es.“ Doch Anfang Juni habe die junge Mutter einen Rückfall erlitten. Nun kann ihr nur noch ein passender Stammzellenspender helfen.
In der Großfamilie der Neustädterin ist eine Krebserkrankung keine Unbekannte: „Vier Krebserkrankungen haben sie überstanden, drei Kinder haben einen Gendefekt, der mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung verschiedener Krebserkrankungen einhergeht“, erklärt Bettina Steinbauer. Jana selbst leidet seit ihrem 18. Lebensjahr an Colitis Ulcerosa, einer schweren Darmerkrankung.

Erste Symptome, als der Sohn gerade sieben Monate alt ist

Ihr Sohn ist gerade sieben Monate alt, als sich bei Jana erste Symptome zeigen, die aber zunächst nicht besorgniserregend sind, schildert die DKMS-Sprecherin die Situation. „Als sich ihr Zustand immer weiter verschlechtert und erst große blaue Flecke auftauchen, sind alle alarmiert und bringen Jana in die Notaufnahme.“ Durch Corona durfte niemand die Neustädterin ins Krankenhaus begleiten. Die Familie habe die ganze Nacht auf dem Parkplatz gewartet, den Sohn der Erkrankten im Arm.
Sieben Stunden später habe die 26-Jährige angerufen: Ihre Blutwerte seien so schlecht gewesen, dass die Gefahr bestand, dass sie stirbt, wenn sie zu ihrer Familie rauskommt. Die Diagnose Blutkrebs war eindeutig. Sie wurde laut Bettina Steinbauer sofort in die Charité überwiesen und überstand dort fünf Chemotherapien mit allen Nebenwirkungen: Haarausfall, literweise Wassereinlagerungen, andauernde Übelkeit und Erbrechen, Hautausschlag. „Doch Jana ließ sich nicht unterkriegen“, so Steinbauer.

Das Schlimmste war die Trennung vom Kind

Das Schlimmste sei für Jana die abrupte Trennung von ihrem kleinen Sohn gewesen. „Bis dato noch voll gestillt, erlitt er durch die plötzliche Trennung schwere Verlustängste. Schnuller und Fläschchen kannte er nicht. Er verweigerte jede Nahrungsaufnahme, dehydrierte in kurzer Zeit und kam schließlich selbst in die Kinderklinik, wo er sondiert werden musste.“ Die Mutter kämpfte für ihn. Im März wurde sie entlassen.
„Doch das Glück währte nicht lange. Die letzte Blutkontrolle zeigte Auffälligkeiten“, schildert Bettina Steinbauer. Am 9. Juni kam dann die niederschmetternde Nachricht: Der Blutkrebs ist wieder da. „Nur eine Stammzelltransplantation kann jetzt noch Janas Leben retten.“ Wegen des Gendefekts von drei Geschwistern kam nur eines als möglicher Spender in Frage. Doch die Hoffnung zerschlugen sich.

Neustädterin ist auf fremde Hilfe angewiesen

Die junge Mutter musste wieder ins Krankenhaus. Ihr Kampfgeist ist laut Bettina Steinbauer da und stärker als zuvor. Doch alleine kann es die Ostprignitz-Ruppinerin nicht schaffen. Ihre Familie wendet sich deshalb an die Öffentlichkeit und bittet: „Jana hat eine unwahrscheinliche Energie, lacht viel und gern, liebt ihre Familie und Freunde und am allermeisten ihren kleinen Sohn, in den sie ganz vernarrt ist und der ihr ganzes Glück bedeutet. Deshalb bitten wir alle  – lasst euch registrieren. Damit schenkt ihr Jana Hoffnung auf das Größte, was es gibt – Leben!“
Laut Bettina Steinbauer kann sich jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren bei der DKMS registrieren lassen. Möglich ist das problemlos unter www.dkms.de/jana. Dort können die Registrierungsunterlagen nach Hause bestellt werden. Besonders wichtig sei es, dass die Wattestäbchen nach dem erfolgten Wangenschleimhautabstrich schnell zurückgesendet werden, so Steinbauer. Erst, wenn die Gewebemerkmale im Labor bestimmt wurden, stehen Spender für den weltweiten Suchlauf zur Verfügung.