Oldtimer in Neuruppin: 40. Oldiebasar in Wulkow findet trotz Querelen statt

Nach Herzenslust in alter Technik stöbern: Jäger und Sammler von Raritäten können sich auf das zweite November-Wochenende freuen. In Wulkow findet der Oldiebasar statt. Zum 40. Mal bereits. Was letztlich die Veranstaltung rettete und welche logistischen Probleme noch zu bewältigen sind.
Eckhard HandkeAm 10. und 11. November wird Wulkow wieder zum Mittelpunkt der Welt erklärt, zumindest für Fans alter Autos. Allen Widrigkeiten zum Trotz kann der „Große ostdeutsche Kfz-Veteranen-Teile-Tausch- und Verkaufsbasar„ stattfinden, besser bekannt als Oldiebasar.
Letzte Hürden sind vor einigen Tagen gemeistert worden, wie der Verein FAN mitteilt, der den Basar organisiert. Demnach sei mit dem Eigentümer der Fläche eine Vereinbarung getroffen worden. Erst dieser Vertrag macht es möglich, das Areal für die beliebte Veranstaltung zur Verfügung zu stellen.
120 Händler haben schon zugesagt
Eigentümer des Areals ist Bert Deter, der den Veranstaltern erlaubt hat, eine rund 6,5 Hektar große Wiese in Wulkow zu nutzen. Der Nutzungsvertrag für die Koppel, die seit acht Jahren bereits den Veranstaltern als Fläche zur Verfügung steht, ist jetzt unterschrieben worden. Davon hing zuletzt alles ab, wie Monika Goldschmidt informiert.
Goldschmidt arbeitet im Verein FAN mit, ist dort nach eigenem Bekunden seit 26 Jahren Mitglied. Quasi im Windschatten der Neuigkeiten haben schon 120 Händler ihre Teilnahme zugesagt, freut sich Goldschmidt. Wichtig für Besucher: Der Eintrittspreis wird bei acht Euro bleiben.
Die Mitglieder des Vereins FAN hatten sich bereit erklärt, das Wagnis einzugehen, das Projekt in Eigenregie durchzuziehen. Ungeachtet der Tatsache, dass die EAN GmbH, die bislang den Hut aufhatte und deren Anteilseigner auch der FAN ist, insolvent gegangen war. Zurzeit läuft das Liquidationsverfahren, sprich die Unternehmenswerte werden zu Geld gemacht. Die EAN war als Arbeitsfördergesellschaft tätig, Goldschmidt war 21 Jahre lang Geschäftsführerin. Vor fünf Jahren schied sie aus, da wurde die jetzt 70-jährige Ruheständlerin. Größter Anteilseigner der EAN, die es juristisch noch gibt, ist die Stadt Neuruppin mit rund 61 Prozent Stimmenanteilen.

Alte Technik, neu aufpoliert: Die Besucher des Oldiemarktes genießen den Anblick alter Autos und Motorräder oder sind konzentriert auf der Suche nach selten gewordenen Ersatzteilen. Fündig werden die Meisten.
Eckhard HandkeWobei sich vor dem Hintergrund der Liquidation eine „rettende Option“ plötzlich auftat: Es gab Interessenten, die die GmbH erwerben wollten, wofür nach langem Hin und Her die Stadt Neuruppin als Anteilseignerin und der Kreistag sogar mehrheitlich votierten. Vollzogen wurde die Übernahme aber nicht. Zwar war die Immobilen Firma OPR Immobilien UG durchaus interessiert. Der Deal platzte aber in letzter Sekunde, so der letzte Stand.
Oldiebasar sucht Helfer
Was geholfen hat, das Problem in Sachen Oldiebasar zu lösen, war die Tatsache, dass die Gesellschafterversammlung der EAN mbH in Liquidation (i. L.) während der jüngsten Sitzung bestätigte, dass der Verein FAN als Veranstalter agieren darf. Aber es musste noch mit dem Flächeneigentümer verhandelt werden.
Streng genommen sei es so, dass der Verein „sich in diesem Zusammenhang externer Dienstleister bedienen“ werde, wobei „die EAN mbH i.L.“ einer der Dienstleister sei, damit die Veranstaltung stattfinden kann, heißt es vonseiten der Stadtverwaltung Neuruppin.
Am langjährigen Veranstaltungskonzept werde strikt festgehalten, sagt Goldschmidt. Doch gibt es noch einiges zu tun. Der Verein benötigt etwa Leute, die entweder als Ordner mithelfen, den Eintritt zu regeln und zu kassieren beziehungsweise beim Auf- und Abbau tatkräftig helfen. „Wir brauchen etwa 20 Ordner und Kassierer„, informiert Monika Goldschmidt.
Ab Donnerstag, 9. November, laufen die Vorbereitungen für das Groß-Event. „Wir benötigen vor allem Leute für die Pkw- und die Händler-Einweisung“, erklärt die frühere Geschäftsführerin. Für das Team des Vereins wird es bereits ab 26. Oktober richtig ernst. „Dann starten wir das Aufbauszenario“, erläutert sie. Weil es der 40. Oldiebasar werden soll, haben sich die Veranstalter noch einige Überraschungen für alle Schaulustigen einfallen lassen, deutet Goldschmidt an.

