Auf der jüngsten Sitzung des Kreistages wurde die Grünen-Abgeordnete Sigrid Schumacher aus Zernitz-Lohm für weitere vier Jahre als Seniorenbeauftragte gewählt. Doch der 63-Jährigen ist es wichtig, dass sie die Arbeit nicht alleine macht, sondern auf insgesamt 18 Mitstreiter im Kreisseniorenbeirat zählen kann. „Darauf bin ich stolz“, so Schumacher, denn der Landkreis sei zu groß, um alles alleine zu machen.

Arbeit im Team

Und da sie zudem „Leute an ihrer Seite habe, die Lust haben, sich zu engagieren“, so Schumacher, sei es „ein leichtes Arbeiten“. Eine wichtige Aufgabe für die neue Amtszeit sieht sie in der Fortführung des Altenpflegeplanes. Bisher sei davon erst der erste Teil zum Thema Pflege fertig. Doch mit der gesundheitlichen Versorgung oder dem öffentlichen Personennahverkehr gebe es weitere wichtige Themen. Anders als im Bereich Jugendhilfe, bei der ein solcher Plan gesetzlich vorgeschrieben sei, ist laut der 63-Jährigen ein Plan für Senioren eine freiwillige Leistung. Doch für Sigrid Schumacher ist das eine wichtige Aufgabe zur Daseinsvorsorge. „Wir müssen doch wissen, wo etwas fehlt“, ist sie überzeugt.

Engagement für die Dorfgemeinschaftshäuser

Besonders in der Zeit des Lockdowns habe sich gezeigt, dass beispielsweise die Dorfgemeinschaftshäuser (DGH) eine wichtige Rolle für die ältere Bevölkerung spielen, um dort ihre Sozialkontakte pflegen zu können. „Wir müssen dafür kämpfen, dass sie erhalten bleiben“, so Schumacher. Denn die DGHs seien keineswegs eine Selbstverständlichkeit, sondern sie zählen zu den freiwilligen Leistungen der Kommunen. Die Kreisseniorenbeauftragte ist besorgt, dass durch die Corona-Krise dafür nun das Geld fehlen könnte. Dabei seien sie im Landkreis unerlässlich, so Schumacher. Während der Pandemie habe sich gezeigt, dass die „jüngeren Senioren“ mit Computern umgehen können. Aber besonders für die über 80-Jährigen sei es eine schwere Zeit gewesen, so Schumacher, da keine Verwandtenbesuche möglich waren und nur das Telefon zur Verfügung stand. Ein Grund weshalb der Beirat zu dieser Zeit die Aktion „Ruf einfach an“ gestartet hatte.
Die älteren Bürger wüssten zu schätzen, ist sich die Grünen-Angeordnete sicher, dass es im Kreis in allen Städten Seniorenbeauftragte für ihre Interessenvertretung gibt. Lediglich in den Ämtern Temnitz und Lindow sowie in Fehrbellin stehen nur Ansprechpartner zur Verfügung. Alle zwei Monate trifft sich der Kreisseniorenbeirat, der sich aus den Seniorenbeauftragten und Ansprechpartnern sowie aus Vertretern des Kreissportbundes, der Feuerwehr, der Arbeiterwohlfahrt sowie der Volkssolidarität zusammensetzt. Ebenso oft hat die Kreisseniorenbeauftragte einen festen Termin beim Landrat. „Das funktioniert“, lacht Sigrid Schumacher.

Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule

Auch zur Kreisvolkshochschule werde ein guter Kontakt gepflegt, so Schumacher. Gemeinsam werden Kurse und Projekte angeboten. Die 63-Jährige möchte in diesem Zusammenhang auch auf den Grundlagenkurs „Digitalkompass“ aufmerksam machen, der am 21. September in Wittstock startet. Trainer unterweisen die Senioren bei dieser von Esta Ruppin und der Volkssolidarität gemeinsam organisierten Veranstaltung in der Nutzung von digitalen Angeboten wie Whatsapp und Co.

Ausbildung von Gesundheitstrainern

Ein weiteres Projekt für Senioren startet demnächst in Barsikow. Dort wird ein Physiotherapeut quasi Mini-Trainer ausbilden, die dann wiederum mit älteren Menschen, die nicht mehr zum Seniorensport gehen können, üben können. Dabei handele es sich nicht um große Sportaufgaben, erklärt Sigrid Schumacher, sondern auch um einfache Aufgaben, wie den Schrank zu erreichen oder andere kleine Handgriffe im Haushalt. „Ich möchte dieses Projekt gern vorantreiben, da so auch den Älteren zuhause geholfen werden kann“, so die Seniorenbeauftragte.

Leben auf dem Dorf

Ihr eigene Motivation findet Sigrid Schumacher darin, dass sie selbst auf einem kleinen Dorf lebt. „Dort will ich auch noch mit 80 wohnen bleiben. Unsere Dörfer sind schön.“ Doch dafür müssten die Rahmenbedingungen – dazu zählt auch der Erhalt der Krankenhäuser und Arztpraxen im Kreis – stimmen, so Schumacher. „Deshalb muss ich mich jetzt engagieren. Das ist meine Motivation.“ Außerdem möchte sie mit ihrer Arbeit den Menschen etwas zurückgeben, die den jetzigen Wohlstand des Landes erarbeitet haben.

Sparkasse unterstützt

Froh ist die Kreisseniorenbeauftragte, dass sie die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin als Unterstützer für ihre Arbeit gewinnen konnte. „Wir sind ehrenamtlich tätig, und so können wenigstens die Fahrgelder des Beirates abgedeckt werden.“ Außerdem reiche das Geld auch, um auch eine Tasse Kaffee zu finanzieren oder die Seniorenbeiräte der Städte zu unterstützen. Diese erhalten jeweils 400 Euro, die Ansprechpartner in Fehrbellin, Lindow und Temnitz für ihre Arbeit 200 Euro. Weiteres Geld gibt es für Veranstaltungen auf Anfrage. „Wir sind für die Leute da. Dabei sind wir politisch unabhängig, aber nicht unpolitisch.“