Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin hat sich bereit erklärt, Flüchtlingskinder aus dem griechischem Flüchtlingslager Moria aufzunehmen. Das teilte Landrat Ralf Reinhardt (SPD) am Donnerstag im Kreistag in Kyritz mit. In Europas größten Flüchtlingscamp lebten zeitweise bis zu 20.000 und zuletzt etwa 12.500 Menschen unter prekären Umständen. In dieser Woche ist das Camp durch zwei Brände zerstört worden. Die Menschen dort leben nach Medienberichten nun teilweise auf der Straße. Die EU-Länder haben angekündigt, 400 unbegleitete Kinder und Jugendliche aufnehmen zu wollen. Wie viele davon nach Deutschland kommen, ist noch unklar.
„Hier geht es um Werte und um Menschenrechte“, sagte der Abgeordnete Hans-Georg Rieger (BVB/Freie Wähler) im Kreistag, der an den Landrat appellierte weitere Hilfsangebote zu unterbreiten. Der erste Vorstoß des Landkreises sei bislang aber unbeantwortet geblieben, so Reinhardt.

Weniger Platz für Flüchtlinge

Allerdings werde der Kreis derzeit keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen können. Ostprignitz-Ruppin hatte sich im Mai per Kreistagsbeschluss zwar zum „Sicheren Hafen“ erklärt und festgelegt, 75 Bootsflüchtlinge aufnehmen zu wollen. Laut Reinhardt gebe es für diese im Augenblick aber keinen Platz. Denn wegen Insektenbefalls musste wie berichtet das Flüchtlingswohnheim in Treskow im Frühjahr leer gezogen werden. Das Objekt wird derzeit saniert und künftig von den Ruppiner Kliniken als Lehrlingsunterkunft genutzt. Erst gegen Ende des Jahres könnten dann weitere Flüchtlinge in den Modulbauten an der Alt Ruppiner Allee in Neuruppin eine Unterkunft bekommen. Diese müssten allerdings auch corona-konform hergerichtet werden. Das bedeutet laut Reinhardt, dass es keine Mehrbettzimmer für Menschen aus unterschiedlichen Haushalten geben kann. Dadurch habe sich auch die Aufnahmekapazität verringert. Auf Angebote privater Vermieter wolle der Landkreis nicht eingehen, sagte der Landrat auf Nachfrage des Abgeordneten Rieger.