Der Wiedehopf soll im kommenden Frühjahr in der Kyritz-Ruppiner Heide sehr bequem und vor allem artgerecht brüten können. Dafür setzt sich der vor gut anderthalb Jahren gegründete Verein Temnitzquelle Pfalzheim ein. Am Samstagnachmittag waren zehn Kinder und Jugendliche in Pfalzheim damit beschäftigt, aus vorgefertigten Holzplatten Brutkästen herzustellen. Die erwachsenen Vereinsmitglieder unterstützten sie zum Beispiel, wenn es darum ging, mit der Bohrmaschine Löcher einzubringen. Schließlich sollte sich niemand verletzen.

Spende eines Vereinsmitglieds

Die auf Maß geschnittenen Holzplatten sind eine Spende des Vereinsmitglieds Peter Steinbrecher-Greiner. Er ist Schreinermeister. Im Verlauf des Nachmittags wurden insgesamt fünf Brutkästen zusammengeschraubt und zum Abschluss mit einem braunen Schutzanstrich versehen. Die Kästen werden in Kürze dort aufgestellt, wo im vergangenen Frühjahr und in den Jahren zuvor vermehrt Wiedehopfe gesichtet worden waren.

Wiedehopfe brüten auch in Steinhaufen

Der Vereinsvorsitzende Jürgen Dicks weiß genau, wie hoch oder besser tief die Vogel-Wohnstuben zu platzieren sind: „Knapp einen Meter über der Erde werden wir sie anbringen. Der Wiedehopf brütet nie in großer Höhe. Er mag sonst dafür auch Steinhaufen.“
Inzwischen hat der noch junge Verein 20 Mitglieder. Er hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Naturschutz in der Kyritz-Ruppiner Heide zu fördern und auch etwas für den Tourismus zu tun. Den Brückenschlag zwischen beiden Ansprüchen hatte das Heidefest geschafft, das allerdings 2020 wegen der Corona-Pandemie ausfallen musste. Doch der Verein plant schon für die nächste Auflage des Festes, die im August 2021 stattfinden soll.

Pläne für das Feuerwehrgerätehaus

Nur zu gern würde der Verein lieber heute als morgen das einstige Pfalzheimer Feuerwehrgerätehaus als Lager für die Utensilien zum Fest und für andere Ereignisse nutzen. Er möchte es auf eigene Kosten umbauen und hat bereits vor neun Monaten einen Kaufantrag an die Temnitzer Amtsverwaltung gestellt. Leider habe die Behörde bislang nicht geantwortet, was er schade finde, berichtete Dicks.
Einige Projekte lagen wegen Corona auf Eis. Doch die drei Bänke, auf denen sich Wanderer ausruhen können, sind vor kurzem aufgestellt worden. Eine davon steht am Parkplatz eingangs der Heide, die anderen beiden in direkter Nähe zum Sielmannhügel.

Wanderweg zur Temnitzquelle

Möglichst bald will der Verein auch seinem Namen alle Ehre machen und die Temnitzquelle in den Wiesen zwischen Pfalzheim und dem Heideportal durch einen Wanderweg erschließen. Ältere Ruppiner dürften sich noch an Schulausflüge in ihrer Kindheit in den 1950er- und 1960er-Jahren zur Quelle erinnern. Später wurde der Weg nicht mehr gepflegt. Inzwischen gibt es nicht einmal mehr einen Pfad zur Quelle. Der Verein hatte, wie Dicks erzählte, bereits den Kontakt zum Umweltamt des Landkreises gesucht, das als Untere Naturschutzbehörde das Verfahren hinsichtlich des Artenschutzes begleitet hätte. Doch das war noch vor der Pandemie, durch welche die Hobby-Umweltschützer diese Pläne verschoben haben.
Aber spätestens in ein paar Jahren soll es wieder einen deutlich gekennzeichneten und gut begehbaren Weg zur Quelle jenes Flüsschens geben, das Namensgeber für das gesamte Amt sowie die Gemeinden Temnitzquell und Temnitztal ist. Vielleicht machen sich dann auch schon bald wieder Schulklassen auf den Weg durch die Wiesen zur Quelle der Temnitz.

Der Wiedehopf


Der Wiedehopf ist das Wappentier der Kyritz-Ruppiner Heide. Er gehört zu den europaweit in ihrem Bestand abnehmenden Vogelarten und ist in Bayern vom Aussterben bedroht.

In der Kyritz-Ruppiner Heide ist der Wiedehopf mit einer Reihe von Paaren als Brutvogel zu finden. Dieses Vorkommen wird von der Heinz-Sielmann-Stiftung als von bundesweiter Bedeutung eingeschätzt.

Bis in die Literatur geschafft hat es der Wiedehopf unter anderem mit der Erwähnung durch Joseph von Eichendorff in „Aus dem Leben eines Taugenichts“.