Die Abwasserentsorgung in den S-Bahn-Gemeinden wird auf unterschiedliche Weise organisiert. Am Ende landet das Schmutzwasser trotzdem in den Klärwerken Wansdorf und Schönerlinde. Jede Kommune hat aber die gleichen Probleme – die Kosten für Betrieb und Unterhaltung des Kanalnetzes steigen kontinuierlich.

Preissteigerung in der Region nicht zu vermeiden

Der Hohen Neuendorfer Eigenbetrieb muss deshalb die Mengengebühr erhöhen. Der Zweckverband Fließtal steht nach zehn Jahren stabiler Gebühr vor einem ähnlichen Schritt.
Deshalb hat Hohen Neuendorfs Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) eine alte Idee neu aufgegriffen. Er will eine Lösung für alle vier S-Bahn-Gemeinden. Die vier Kommunen sollen sich, in welcher Form auch immer, zusammenschließen, um das Abwasser gemeinsam effektiver und kostengünstiger zu entsorgen.
Damit stößt er in den Nachbargemeinden auf offene Türen. Birkenwerders Bürgermeister und stellvertretender Vorsitzender des Zweckverbands Fließtal, Stephan Zimniok (BiF) begrüßt die Idee, den Gesprächsfaden, der vor acht Jahren zerrissen ist, wieder aufzunehmen, „um die allgemeine Preissteigerung in den Griff zu bekommen“. Er schlägt vor, Fachleute zu beteiligen, die analysieren sollen, in welcher Form ein Zusammenschluss gelingen könnte. Er will ergebnisoffen in die Gespräche gehen.

Gespräche sollen schnell aufgenommen werden

Auch Katja Richter, Geschäftsführerin des Zweckverbandes Fließtal, der die Gemeinden Birkenwerder und Mühlenbecker Land betreut, sieht in Apelts Vorstoß den richtigen Ansatz für die Region. Allerdings warnt sie vor einem Schnellschuss, denn es sei nicht unkompliziert, die gewachsenen Strukturen zusammenzubringen. „Das geht nicht von heute auf morgen.“ Sie will jetzt Nägel mit Köpfen machen, und Vertreter der S-Bahn-Gemeinden zu einem Auftaktgespräch einladen. Auch Glienickes Bürgermeister Hans-Günther Oberlack (FDP) will die Kollegen einladen, um Nägel mit Köpfen zu machen. Er hält einen Zusammenschluss für eine gute Idee. Oberlack verweist dabei auch auf die gemeinsame Trinkwasserversorgung, die reibungslos funktioniere.

Harmonie statt Missgunst

Als vor mehr als acht Jahren die Idee, die Abwasserentsorgung in den vier Kommunen gemeinsam zu organisieren, platzte, lag das vor allem an persönlichen Befindlichkeit gegenüber des inzwischen abgewählten Bürgermeisters von Birkenwerder, Norbert Hagen (parteilos). Am Ende lehnten die Gemeindevertreter im Mühlenbecker Land den Vorstoß ab. Inzwischen herrscht unter den aktuellen Bürgermeisters ein harmonisches Verhältnis. „Die Zeit der Missgunst ist vorbei“, glaubt Katja Richter.