Bombe in Oranienburg: Sperrkreis für Bombenentschärfung – Kitas, Turm, Bahnhof betroffen

In Oranienburg könnte es am 13. März 2024 zur nächsten Bombenentschärfung kommen. Jetzt steht der Sperrkreis fest. (Symbolbild)
Christian Guttmann/dpaIn Oranienburg steht die nächste Entschärfung eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg bevor. Die vermutete Bombe liegt auf einem Privatgrundstück im Inselweg, Ortsteil Lehnitz. Die Stadt hat jetzt mehr Details und einen Sperrkreis veröffentlicht.
Die Entschärfung ist für Mittwoch, 13. März, geplant. „Die notwendigen Vorbereitungen laufen auf Hochtouren“, teilte Stadtsprecher Sebastian Welzel am Freitag (16.02) mit. „Eine Baustraße zur Räumstelle sowie Baueinrichtungs- und Ablageflächen rund um den Fundort wurden auf Privatgrundstücken hergestellt.“
4300 Menschen müssen Häuser verlassen
Der Spundwandkasten steht. „Zurzeit werden Bohrungen für die Absenkung des Grundwassers gesetzt“, so Welzel. Nach dem Probebetrieb zur Grundwasserhaltung beginnt die Öffnung der Grube. Aktuell liegen die Vorbereitungen im Zeitplan. Erst am Vortag der anvisierten Entschärfung entscheidet sich, ob es zur Entschärfung kommt. Im August 2023 wurde eine Entschärfung abgesagt, da der Zünder nicht mehr intakt war.
Wenn der Kampfmittelbeseitigungsdienst das Zeichen gibt, dass es sich um einen zu entschärfenden Blindgänger handelt, greift am 13. März ab 8 Uhr ein Sperrkreis mit einem Radius von 1000 Metern um den Fundort im Inselweg. Laut Stadt müssten demnach rund 4300 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen.
Betroffen sind zahlreiche Einrichtungen: die Kitas Butzelhausen, Friedrich Fröbel und Lehnitz, die Oberschule und die Grundschule Lehnitz sowie der Hort, der Eltern-Kind-Treff in der Kitzbüheler Straße, das Friedrich-Wolf-Haus, das Altersgerechte Wohnen in der Robert-Koch-Straße, die Gemeinschaftsunterkunft Lehnitz und die Turm Erlebnicity. Ebenfalls im Sperrkreis: der S-Bahnhof Lehnitz und die Gleisanlagen zwischen Lehnitz und Borgsdorf.
Pflegebedürftige Personen sowie solche, die Hilfe beim Verlassen des Sperrkreises benötigen, können sich mit dem Amt für Brandschutz, Sachgebiet Kampfmittel der Stadt Oranienburg in Verbindung setzen. Ab Montag (19.02.) können sie oder Angehörige sich unter 03301 600901 melden.
Wer während der Entschärfung nicht weiß, wo er unterkommen soll, kann in eine Anlaufstelle. Dazu dienen der Saal des Bürgerzentrums in der Albert-Buchmann-Straße 17 und der Saal des Regine-Hildebrandt-Hauses in der Sachsenhausener Straße 1. „Ebenso wird ein Bus-Shuttleservice von Lehnitz zur Anlaufstelle im Bürgerzentrum angeboten“, so Welzel.
Mehr als 250 Bomben liegen noch im Boden
2023 mussten in Oranienburg zehn Bomben entschärft werden. Seit der Wende sind es bislang 223 gewesen. Beschleunigung brachte die systematische Suche nach dem Spyra-Gutachten. Dennoch gelten erst 32 Prozent aller städtischen Grundstücke als kampfmittelfrei. Mehr als 250 Bomben werden noch in Oranienburgs Boden vermutet. „In den vergangenen zehn Jahren waren es genau 52 Bombenblindgänger, die in der Stadt gefunden, freigelegt und entschärft oder gesprengt wurden“, informierte die Stadt jüngst.
