Bombe in Oranienburg
: Termin für Entschärfung in Lehnitz steht fest

In Oranienburg wurde erneut eine Bombe gefunden. Der Blindgänger liegt mitten im Wohngebiet in Lehnitz. Jetzt gibt es einen Termin für die Entschärfung.
Von
Marco Winkler
Oranienburg
Bombe in Oranienburg, Ortsteil Lehnitz, Container, Bombenfund in der Bachstelzenwiese Entschärfung für den 2. September geplant

In Oranienburg muss eine Bombe entschärft werden. Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg liegt hinter Überseecontainern voller Wasser in Lehnitz. Bis zur Entschärfung muss noch einiges getan werden.

Marco Winkler
  • In Lehnitz wurde ein Blindgänger im Wohngebiet entdeckt, die Entschärfung ist terminiert.
  • Geplanter Termin: voraussichtlich Dienstag, 2. September – Voraussetzung ist ein intakter Zünder.
  • Vorbereitung läuft: Grundwasser wird gesenkt, Spundwandkasten entsteht, Wachschutz sichert den Ort.
  • Evakuierungen und Sperrkreis stehen noch nicht fest, die Stadt informiert rechtzeitig.
  • In Oranienburg werden 200 bis 250 Blindgänger vermutet, Suche kostet zwei bis drei Millionen Euro pro Jahr.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Oranienburg steht die nächste Bombenentschärfung bevor. Im Ortsteil Lehnitz wurde mitten im Wohngebiet ein Blindgänger gefunden. Jetzt steht der Termin für die mögliche Entschärfung fest.

Mitte Mai wurde in der Bachstelzenwiese der explosive Fund aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Knapp 30 Menschen mussten kurzzeitig evakuiert werden, die Straße wurde gesperrt.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) und die Stadt Oranienburg haben sich jetzt darauf verständigt, dass der Blindgänger voraussichtlich am Mittwoch, 2. September, entschärft wird.

Noch bis zu 250 Bomben in Oranienburg vermutet

Das teilte die Stadt am Freitag, 10. Juli, mit. Voraussetzung für die Entschärfung ist eine Bestätigung, dass die Bombe einen intakten Zünder hat. In Oranienburgs Boden werden noch 200 bis 250 Blindgänger, viele davon mit chemischem Langzeitzünder, vermutet.

Kommt es zur Entschärfung, wäre das die 237. Bombe, die seit der Wende in Oranienburg unschädlich gemacht wird. Bis dahin liegt noch viel Arbeit vor den Experten. Die Arbeitsfläche für den KMBD – die Bombe liegt inmitten von 28 Überseecontainern – sowie die Zuwegung und Stromversorgung wurden schon hergestellt.

„Parallel dazu wurden die Voraussetzungen für die erforderliche Grundwasserhaltung geschaffen. Dabei wird der Grundwasserspiegel im Bereich der Räumstelle vorübergehend abgesenkt, damit der Blindgänger sicher freigelegt und die Arbeiten unter trockenen Bedingungen durchgeführt werden können“, so Stadtsprecherin Eike-Kristin Fehlauer.

Das Wasserhaltungskonzept liege vor, die wasserrechtliche Genehmigung sei erteilt worden. Seit Montag, 6. Juli, baut die beauftragte Brunnenfirma die Rohrleitungen und Rohrbrücken im Havelkorso auf. „Sobald vor Ort an der Räumstelle die Grundwasserhaltungsanlage installiert ist, kann darüber ab Mitte August das geförderte Wasser in einen Seitenarm der Havel abgeleitet werden.“

Gleichzeitig hat die beauftragte Kampfmittelräumfirma mit der Errichtung des Spundwandkastens begonnen. „Alle vorbereitenden Maßnahmen greifen ineinander. Jede einzelne ist notwendig, damit wir den Blindgänger unter sicheren Bedingungen freilegen können und der Kampfmittelbeseitigungsdienst die Entschärfung durchführen kann“, so Jan Fielitz, Leiter des Amtes für Brandschutz, wo das Sachgebiet Kampfmittel angesiedelt ist.

„Die Leistungsfähigkeit bei der Bombensuche wird sich verschlechtern.“
Jennifer Collin-Feeder (SPD)
Bürgermeisterin in Oranienburg

Ein Wachschutzunternehmen kontrolliert den Fundort in Lehnitz rund um die Uhr. Fußgänger und Fahrradfahrer können die Räumstelle passieren. Noch liegt kein Sperrkreis für die Entschärfung vor. Darüber sowie über Evakuierungsmaßnahmen und Anlaufstellen will die Stadt rechtzeitig informieren.

Oranienburg wird noch über Jahrzehnte mit der Bombenlast zu kämpfen haben. „Der finanzielle und personelle Aufwand für die Kampfmittelsuche ist immens und allein nicht zu bewältigen“, so Bürgermeisterin Jennifer Collin-Feeder (SPD). Zwei bis drei Millionen Euro kostet die Bombensuche die Stadt pro Jahr. Wegen der Haushaltskrise „wird sich die Leistungsfähigkeit der Stadt Oranienburg bei der Bombensuche in den kommenden Jahren verschlechtern“, so Collin-Feeder.