Brand in Glienicke: Spendenkampagne nach Hausbrand – so geht es geretteter Frau

Nach der Katastrophe in Glienicke: Das Haus in der Metzer Straße ist zerstört. Der Schaden wird auf 450.000 Euro geschätzt. Die Ermittlungen zur Ursache laufen auf Hochtouren.
Jürgen LiebezeitDie Hilfsbereitschaft nach Hausbränden, bei denen Menschen von einer Minute auf die andere ihr Hab und Gut verlieren, ist auch in Oberhavel groß. Aktuell erfährt ein Mann aus Glienicke diese Solidarität.
Die 35-jährige Tochter eines Bewohners, der zum Ausbruch des Feuers nicht zu Hause war, hat eine Online-Spendenaktions ins Leben gerufen. „Mein Vater ist nun mittellos, außer den Sachen, die er bei sich trug, besitzt er nichts mehr. Es ist alles verbrannt und vom Löschwasser zerstört“, schreibt sie in ihrem Aufruf bei gofoundmee.com. "Von jetzt auf gleich ist alles anders!" ist der Spendenaufruf überschrieben.
Vater in Glienicke steht vor dem Nichts
Es sei schön, wenn ihm in „dieser schweren Zeit etwas Menschlichkeit und Fürsorge“ entgegengebracht werde und seine finanziellen Sorgen geringer würden. „Er steht vor dem Nichts und besitzt ebenso wenig", so Tochter Paula Gorgas.
Als Spendenziel hat sie 3000 Euro angegeben. Bis Montagmittag (8. Juli) sind bereits fast 2000 Euro zusammengekommen.
Die Brandursache steht unterdessen immer noch nicht fest. Brandursachenermittler der Kriminalpolizei haben unmittelbar nach dem Brand, der am Samstagvormittag ausbrach, noch nicht alle Spuren auswerten können. „Sie müssen noch einmal vor Ort recherchieren“, teilte Joachim Lemmel, Sprecher der Polizeidirektion Nord, am Montag mit.
Der Zustand der Frau, die bewusstlos im Obergeschoss entdeckt, ins Freie gebracht, und vor Ort reanimiert wurde, ist weiterhin kritisch. Die Bewohnerin, die allein zu Hause war, kam in ein Krankenhaus.
Bereits Ende April kam es in Glienicke zu einem verheerenden Wohnungsbrand. Wegen eines technischen Defekts am Backofen brannte es in einer Zwei-Zimmer-Wohnung an der Hauptstraße. Der Schaden wurde auf 150.000 Euro geschätzt. Personen wurden nicht verletzt. Aber die Mieter, eine 49-jährige allein erziehende Mutter mit Kind, haben alles verloren. Eine Freundin richtete auch hier ein Spendenkonto ein. Inzwischen sind von 238 Personen fast 7500 Euro gespendet worden.


