Mit überwältigender Mehrheit ist Stephan Zimniok (parteilos) am Sonntag (26. März) als Bürgermeister von Birkenwerder im Amt bestätigt worden. Zimniok holte 70,4 Prozent der Stimmen. Weil Zimniok auch das Quorum erreichte, entfällt die Stichwahl.
Er verwies Herausforderer Alexander Löwe auf Platz zwei. Der Kandidat von Bündnis90/Grüne, Linke und IOB-BiF erreichte 20,5 Prozent der Stimmen. Tim Zimmermann (AfD) kam auf 9 Prozent.
Bei der Wahl vor acht Jahren waren noch sieben Männer angetreten, um Nachfolger des abgewählten Bürgermeisters Norbert Hagen (parteilos) zu werden.

Endergebnis

Ausgezählte Gebiete: 8 von 8
(Wahlbeteiligung: 60,9 Prozent)
Stephan Zimniok 2879 Stimmen (70,4 Prozent)
Alexander Löwe 840 Stimmen (20,5 Prozent)
Tim Zimmermann 370 Stimmen (9,0 Prozent)
Wahlsieger: Stephan Zimniok
Wahlsieger: Stephan Zimniok
© Foto: Jürgen Liebezeit
Die neue Amtszeit des Bürgermeisters beginnt am 20. Mai und dauert acht Jahre.

Reaktionen des Wahlsiegers und der Verlierer

„Krass“ war das erste Wort, dass Bürgermeister Zimniok über die Lippen kam, als das erste Wahllokal ausgezählt war. Als ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen war, brandete im Jugendclub großer Jubel auf. „Das Ding ist durch“, jubelt eine halbe Stunde nach Schließung der Wahllokale einer seiner mehr als 30 Unterstützer, die am Abend mit ihm feierten. „Ich habe nicht gedacht, dass das Ergebnis so eindeutig ausfällt“, sagte ein sichtlich überwältigter und dankbarer Zimniok am Abend.
Ernüchterung herrschte dagegen im Rathaus, wo Löwe und Zimmermann die Auszählung verfolgten. Löwe hatte auf die Stichwahl spekuliert, gratulierte aber am Abend Zimniok für das Ergebnis. „Einfacher wird es für ihn nicht“, glaubt Löwe.
Tim Zimmermann wertete den Ausgang der Wahl als „Signal für den Bürgermeister, so nicht weiterzumachen“. Er habe im Wahlkampf viel Zuspruch erfahren.

Wahllokale und Stimmberechtigte

Am Sonntag waren 6754 Einwohner von Birkenwerder wahlberechtigt. 1041 davon haben die Briefwahl gemacht. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,9 Prozent. Vor acht Jahren waren es nur 55,33 Prozent.
Jana Weiß fungiert schon seit Jahren als Wahlleiterin von Birkenwerder. Am Wahltag ist sie für alle Wahllokale jederzeit erreichbar.
Jana Weiß fungiert schon seit Jahren als Wahlleiterin von Birkenwerder. Am Wahltag ist sie für alle Wahllokale jederzeit erreichbar.
© Foto: Jürgen Liebezeit
„Es gab keine besonderen Vorkommnisse“, sagte Wahlleiterin nach Auszählung aller Stimmen.
Der Amtsinhaber beim Urnengang: Stephan Zimniok hat seine Stimme abgegeben.
Der Amtsinhaber beim Urnengang: Stephan Zimniok hat seine Stimme abgegeben.
© Foto: Jürgen Liebezeit
Jeder Wahlberechtigte hat eine einzige Stimme. Vor Ort gewählt werden konnte in der Kita „Rumpelstilzchen“, in der Kita „Birkenpilz“, in der Kita „Festung Krümelstein“, in der Pestalozzi-Grundschule, im Rathaus (großer Saal) und in der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule.
Im Mai 2023 beginnt im Rathaus von Birkenwerder die Amtszeit des neuen Bürgermeisters.
Im Mai 2023 beginnt im Rathaus von Birkenwerder die Amtszeit des neuen Bürgermeisters.
© Foto: Jana Jung
Das vorläufige Endergebnis lag gegen 19 Uhr vor.

So wurden die Namen auf dem Wahlzettel sortiert

Übrigens: die Reihenfolge der Namen auf dem Stimmzettel ergibt sich aus der Stimmenzahl der letzten Kommunalwahl. Da Bürgermeister Zimniok dieses Mal als Einzelbewerber, also ohne Unterstützung einer Wählergruppe oder einer Partei, antritt, steht er an dritter Stelle. Weil IOB-BiF, Linke und Grüne zusammen viel mehr Stimmen als die AfD geholt haben, steht ihr Kandidat oben auf dem Wahlschein.
Das Endergebnis der Wahl vom Sonntag wird vom Wahlausschuss festgestellt. Das Gremium tagt öffentlich am Dienstag, 28. März, ab 17 Uhr im Rathaus.

Selfie in der Wahlkabine?

Im Urlaub, beim Sport, vom der Party, sogar aus dem Bett heraus werden Selfies in den sozialen Netzwerken gepostet. Aber ist das auch aus der Wahlkabine heraus erlaubt? Eindeutig nein! „Es darf in der Wahlkabine weder gefilmt noch fotografiert werden“, sagt Wahlleiterin Jana Weiß. Grund dafür ist die Wahrung des Wahlgeheimnisses. Niemand soll wissen, wen man gewählt hat. Dadurch wird die Privatsphäre geschützt. Außerdem könnten andere Wähler beeinflusst werden, wenn vor Schließung der Wahllokale Details zur Abstimmung bekannt werden.
Wahlkabine in Birkenwerder: Für Einwohner, die ihre Brille vergessen haben, liegt sogar eine Lupe aus. Auch ein Kugelschreiber steht zur Verfügung. Er muss manchmal ersetzt werden, weil er aus Versehen mitgenommen wird.
Wahlkabine in Birkenwerder: Für Einwohner, die ihre Brille vergessen haben, liegt sogar eine Lupe aus. Auch ein Kugelschreiber steht zur Verfügung. Er muss manchmal ersetzt werden, weil er aus Versehen mitgenommen wird.
© Foto: Jürgen Liebezeit
Wer erwischt wird, darf seinen Stimmzettel nicht in die Urne stecken, sondern muss ihn vor den Augen eines Wahlhelfers zerreißen. Er bekommt aber auf Nachfrage einen neuen Stimmzettel.
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