Cyberangriff in Brandenburg: Hacker greifen Gedenkstätten an und fordern Geld

Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten wurde Opfer eines Hackerangriffs. Wer von dem Angriff betroffen ist.
Marco Winkler- Hacker legten die IT der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten lahm – Ransomware-Angriff.
- Angriff wurde am 5. August festgestellt, alle sieben Standorte und die Geschäftsstelle sind betroffen.
- Daten wurden wohl heruntergeladen, es drohen Phishing-Mails und Rechnungsbetrug, warnt die Stiftung.
- Besuch der Gedenkstätten bleibt möglich. Systeme werden neu aufgesetzt, externe Experten sind eingebunden.
- Vorfall wurde angezeigt und der Datenschutzbehörde gemeldet. Verzögerungen bei Buchungsanfragen möglich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten wurde Opfer eines Hackerangriffs. Das teilte Stiftungssprecher Horst Seferens am Dienstag, 11. August, mit. Es handele sich um einen sogenannten Ransomware-Angriff.
„Dabei sind die Angreifer in die internen IT-Systeme eingedrungen und haben Teile der IT-Systeme und Daten mit einer speziellen Software verschlüsselt“, so Seferens. „Nach aktuellem Stand muss davon ausgegangen werden, dass Daten von den Angreifern heruntergeladen wurden.“
Der Vorfall wurde schon am 5. August festgestellt. „Betroffen sind sowohl die Gedenkstätten an allen sieben Standorten als auch die Geschäftsstelle.“ Seferens gibt zumindest für Gäste der Gedenkstätten eine Entwarnung: Der Besuch sei weiterhin ohne Einschränkungen möglich.
IT-System der Gedenkstätten nach Hackerangriff außer Betrieb
„Durch den schwerwiegenden Angriff professioneller IT-Krimineller ist unser gesamtes IT-System derzeit außer Funktion“, so Stiftungsdirektor Axel Drecoll. „Das Ausmaß des entstandenen Schadens, insbesondere hinsichtlich von möglichen Datenverlusten und Datenabflüssen, ist momentan noch nicht absehbar.“ Es werde mit Hochdruck an der sicheren Wiederherstellung der Systeme gearbeitet.
Dazu werden die IT-Systeme durch die IT-Abteilung der Stiftung komplett neu aufgesetzt und installiert. „So wird sichergestellt, dass sich Angreifer nicht erneut Zugriff auf die IT-Infrastruktur verschaffen können“, so Seferens.
Wie gingen die Täter vor? „Wie bei solchen Attacken üblich, wurde eine Textdatei mit der Aufforderung zur Kontaktaufnahme hinterlassen, mit dem Ziel, eine Zahlung für die Entschlüsselung der Daten zu fordern“, so Horst Seferens. Einfacher formuliert: Bei Ransomware-Angriffen sperren oder verschlüsseln Kriminelle digitale Daten oder Systeme und fordern Geld für die Freigabe.
Die Stiftung trennte nach Bekanntwerden des Vorfalls alle Internet- und Netzwerkverbindungen, nahm die Systeme offline und beauftragte einen externen, vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfohlenen Dienstleister für IT-Sicherheit, um festzustellen, ob möglicherweise Daten abgeflossen sein könnten.
Das kann laut Mitteilung der Stiftung nicht ausgeschlossen werden. „Da vermutlich Daten abgeflossen sind, weist die Stiftung darauf hin, dass es nach solchen Angriffen vermehrt zu Phishing- und Spammails oder zu Versuchen von Rechnungsbetrug kommen kann.“
Die Stiftung hat Anzeige erstattet und Kontakt zur Zentralen Ansprechstelle für Cybercrime (ZAC) beim Landeskriminalamt Brandenburg aufgenommen. Außerdem wurde eine Meldung des Vorfalls fristgerecht an die Datenschutzbehörde des Landes Brandenburg übermittelt.
Bis alle Systeme wieder laufen, könne es zu Verzögerungen, insbesondere bei Buchungsanfragen für pädagogische Programme, kommen. Daher wird um erhöhte Aufmerksamkeit bei verdächtigen E-Mails gebeten. Für die Kontaktaufnahme wurde kurzfristig folgende Notfall-Mail-Adressen eingerichtet: info@stiftungbg.onmicrosoft.com.
2026 gab es zahlreiche Cyberangriffe im Land Brandenburg. So haben Hacker die Daten von Patienten der Charité Berlin gestohlen. Die Stadtverwaltung Wriezen war ebenso betroffen wie eine Schule in Eberswalde. Die Stadtverwaltung Oranienburg schaltete nach einem Verdachtsmoment ihr Netzwerk vorsorglich ab. Der Verdacht bestätigte sich nicht. Weitaus größere Folgen hatte ein Hackerangriff auf Hohen Neuendorf im Jahr 2025. Fast der gesamte digitale Service der Stadt wurde lahmgelegt.


