Stadtverwaltung Wriezen
: Telefon und Mail laufen nach dem Cyberangriff wieder

Die Stadtverwaltung Wriezen ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Zwischenzeitlich war sie weder per Telefon noch per Mail erreichbar. Nun informiert sie eine Woche nach dem Angriff über die aktuelle Lage.
Von
Felix Krone
Wriezen
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Rathaus Wriezen in der Freienwalder Straße - hier tagt die SVV der Stadt. Nun haben sich die Auschüsse gebildet.

Rathaus Wriezen in der Freienwalder Straße. Die hier befindliche Stadtverwaltung ist Opfer eines Cyberangriffs geworden.

Felix Krone
  • Stadtverwaltung Wriezen meldet nach Cyberangriff: Mail und Telefon funktionieren wieder.
  • Angriff wurde mit „Ransomware“ ausgeführt, Bericht ging an zuständige Behörden.
  • IT-Experten härten Systeme, Sicherheit hat Vorrang vor schneller Inbetriebnahme.
  • Unklar, ob Daten abgeflossen sind – forensische Analyse läuft und Behörden sind eingebunden.
  • Bürgermeister Karsten Ilm beantwortet Fragen im „Rathausdialog“ auf dem Marktplatz.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bereits am vergangenen Freitag,  17. Juli, stellte die Stadtverwaltung Wriezen fest, von einem Cyberangriff betroffen zu sein. In der Folge war die Verwaltung zwischenzeitlich weder per Mail noch per Telefon erreichbar. Es stellte sich heraus, dass sie mit der Schadsoftware „Ransomware“ angegriffen worden war.

Ransomware ist eine Schadsoftware, die die Daten des Nutzers verschlüsselt oder den Systemzugriff blockiert, um anschließend in Kryptowährungen ein Lösegeld für die Freigabe zu erpressen. Die Angreifer nutzen oft kompromittierte Zugangsdaten als Einfallstor. Im Ernstfall sollte das System sofort vom Netzwerk getrennt und die Polizei eingeschaltet werden.

Mittlerweile (Stand 24. Juli) steht der Stadtverwaltung die E-Mail-Kommunikation wieder zur Verfügung, wie sie in einer Pressemitteilung am Mittwoch, 22. Juli, bekannt gab. „Darüber hinaus sind sämtliche Telefonanschlüsse des Rathauses wieder in Betrieb, sodass die Erreichbarkeit der Verwaltung weiter verbessert werden konnte“, schreibt die Stadt.

Stadt Wriezen im regen Austausch mit IT-Experten

„Zusätzliche Bildschirmarbeitsplätze wurden erfolgreich eingerichtet und in Betrieb genommen. Darüber hinaus steht inzwischen der überwiegende Teil der Fachanwendungen wieder zur Verfügung, sodass zahlreiche Verwaltungsabläufe schrittweise wieder aufgenommen werden können“, hieß es zwei Tage später, am 24. Juli, seitens der Verwaltung in einer neuen Pressemitteilung. Ein besonderer Schwerpunkt liege derzeit auf der vollständigen Wiederherstellung des Einwohnermeldeamtes. Es könne davon ausgegangen werden, dass dieser Bereich bald wieder regulär funktionieren werde.

„Ich habe heute wieder meine erste Mail geschickt“, freute sich Bürgermeister Karsten Ilm (CDU) am Donnerstag, 23. Juli. Zwischenzeitlich sei der technische Bericht zum bisherigen Verlauf des Cyberangriffs an die zuständigen Behörden übermittelt worden. „Mit der Vorlage dieses Berichts ist ein weiterer wichtiger Schritt bei der strukturierten Aufarbeitung des Vorfalls abgeschlossen. Die weiteren Ermittlungen und Bewertungen erfolgen nun in enger Abstimmung mit den beteiligten Stellen“, heißt es in der Pressemitteilung.

„Ich habe heute wieder meine erste Mail geschickt.“
Karsten Ilm (CDU)
Bürgermeister der Stadt Wriezen

Parallel zur Wiederherstellung der Systeme arbeiten die durch die Stadt eingesetzten IT-Experten an umfangreichen Sicherheits- und Härtungsmaßnahmen. „Ziel ist es, die IT-Infrastruktur künftig noch besser gegen Angriffe zu schützen und die Angriffsfläche für kriminelle Aktivitäten nachhaltig zu verringern“, teilt die Stadtverwaltung mit. Erst wenn diese Maßnahmen umgesetzt, überprüft und freigegeben seien, würden die weiteren Systeme schrittweise wieder in Betrieb genommen.

Ob beim Angriff Daten entwendet wurden, ist noch unklar

Die forensische Analyse des Cyberangriffs dauere weiterhin an. Gegenstand der laufenden Untersuchungen sei unter anderem die Frage, ob im Kontext des Angriffs Daten abgeflossen oder unbefugt eingesehen worden seien. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt könne hierzu noch keine abschließende Aussage getroffen werden, erklärt die Stadtverwaltung. „Wir arbeiten weiterhin eng mit den zuständigen Behörden zusammen und werden, soweit rechtlich zulässig, auch die Öffentlichkeit transparent über die Ergebnisse unterrichten“, heißt es in der Pressemitteilung.

Der Schwerpunkt der kommenden Arbeiten liege jetzt darauf, die EDV-gestützten Arbeitsabläufe der Stadtverwaltung sicher und zuverlässig wiederherzustellen. Dabei habe die Sicherheit der Systeme Vorrang vor einer möglichst schnellen Inbetriebnahme. „Die Sicherheit der IT-Infrastruktur und der Schutz sensibler Daten haben dabei weiterhin höchste Priorität“, betont die Stadtverwaltung am Freitag (24. Juli).

Voller Vorfreude auf das Festwochenende in Wriezen: Bürgermeister Karsten Ilm (CDU) mit Flyer und einem der Pfandbecher.

Bürgermeister Karsten Ilm (CDU), hier auf einem Archivfoto, erklärt, wie die Stadtverwaltung nach dem Cyberangriff Stück für Stück zur Normalität zurückkehrt.

Felix Krone

Wann sämtliche Fachverfahren und internen Arbeitsabläufe wieder vollständig zur Verfügung stehen werden, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt weiterhin nicht verlässlich prognostizieren. Die Stadtverwaltung arbeite gemeinsam mit den beauftragten IT-Spezialisten weiterhin mit Hochdruck daran, den Regelbetrieb schnellstmöglich und zugleich sicher wiederherzustellen. „Die bisherigen Fortschritte zeigen jedoch, dass der reguläre Verwaltungsbetrieb Schritt für Schritt zurückkehrt“, teilte die Stadtverwaltung am Freitag (24. Juli) mit.

Bürgerdialog zu Cyberangriff geplant

Die Reaktionen der Bürger auf den Cyberangriff und die damit verbundenen Schwierigkeiten der Verwaltung seien verständnisvoll, erklärt Karsten Ilm. Er werde sich am Freitag, 24. Juli, zwischen 9.30 und 12 Uhr im Rahmen des „Rathausdialogs“ auf dem Marktplatz den Fragen der Bürger stellen, kündigt er am Donnerstag (23. Juli) an. Der Bürgermeister geht davon aus, dass die Einwohner auch Fragen zu dem Cyberangriff stellen werden.

Froh ist er darüber, dass die Veranstaltungen am Wochenende im Stadtgebiet, wie das Simson-Cross in den Silberbergen, das Tanz-Café in der Marienkirche und das Dorffest Schulzendorf wie vorgesehen stattfinden können.