Demonstration: Oberhaveler Landwirte kritisieren Dürrehilfe

Uns stinkt’s: Mitglieder der Bürgerinitiative Contra Eierfabrik Oranienburg nahmen am Sonnabend an der Großdemonstration in Berlin teil. Mehr als 30 000 Teilnehmer forderten unter dem Motto „Wir haben es satt“ ein Umdenken in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion.
Klaus D. Grote„Unsere Landwirte haben in den vergangenen zwei Jahren unter äußerst schwierigen Bedingungen gearbeitet“, sagte Landrat Ludger Weskamp (SPD) anlässlich der Grünen Woche. „Erst war es zu kalt und feucht, 2018 sehr warm und zu trocken.“ 50 Prozent der Ernteausfälle sollten den Bauern ersetzt werden. Die 48 Millionen Euro vom Land würden aber maximal für ein Viertel der Schäden reichen, sagte Holger Mücke vom Fachdienst Landwirtschaft der Kreisverwaltung. Die Landesbank ILB prüfe derzeit die Anträge und könne noch nicht sagen, wann die Hilfe ausgezahlt wird.
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Zum Antrag der Dürrehilfe gehört auch eine Offenlegung der Vermögensverhältnisse. Das gelte auch für die Gesellschafter von Agrargenossenschaften, sagte Heidemarie Scholze, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Oberhavel. Sie hoffe, dass es bis spätestens Ende Februar zur Auszahlung komme. Viele Landwirte müssten jetzt Futter zukaufen, doch der Markt sei wie leergefegt, die Preise liegen daher hoch. 30 bis 50 Prozent sei die Ernte wegen der langanhaltenden Trockenheit 2018 geringer ausgefallen, sagte Scholze am Rande der Grünen Woche, die sie in diesem Jahr zum leztzten Mal als Geschäftsführerin besucht. Im April scheidet die 65–Jährige nach 14 Jahren aus dem Amt. „Ich bleibe den Landwirten aber erhalten“, sagte Scholze.
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Anlässlich der Grünen Woche demonstrierten am Sonnabend in Berlin unter dem Motto „Wir haben es satt“ für eine Agrarwende, ökologischen Landbau und gesundes Essen. 170 Landwirte aus ganz Deutschland waren mit ihren Traktoren zum Brandenburger Tor gekommen. Auch Landwirte aus Oberhavel nahmen teil. Die Dürrehilfe wurde in reden und auf Plakaten kritisiert. Sie nicht die richtige Antwort auf die Folgen des Klimawandels.
Die Bürgerinitiative Contra Eierfabrik machte erneut gegen die in Zehlendorf geplante Legehennenanlage für 42 000 Hühner mobil. Die nach geltenden Bio–Standards geplante Anlage bringe den Begriff Öko in Verruf, sagte Bio–Landwirt Stefan Gürgen aus Zehlendorf.