Fridays for Future
: „Wir werden jetzt unbequem“

Bei den Klimademos wächst die Ungeduld. Der Oranienburger Tobias Fiedler ruft zur Protestteilnahme am Freitag auf.
Von
Klaus Grote
Oranienburg
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Demonstriert wurde auch in den Sommerferien: Beim Fridays-for-Future-Protest im Juni lief Tobias Fiedler vorweg und sorgte für die richtige Stimmung.

Klaus D. Grote

Hinter dem zunächst verwunderlich wirkenden Tweet gibt es einen Link, der zur Seite www.neustartklima.de führt. Die Fridays-for-Future-Bewegung ruft darauf zum Klimastreik auf. Anlass ist die am Montag beginnende UN-Klimakonferenz in Madrid. Fiedler findet aber auch in Deutschland und in Oranienburg ausreichend Gründe, für den Klimaschutz auf die Straße zu gehen. Denn mit dem von der Bundesregierung beschlossenen Klimaschutzpaket verabschiede sich Deutschland von den Zielen der Pariser Klimakonferenz, die die Erderwärmung aufhalten sollen.

Fünf nach zwölf

Um „fünf nach zwölf“ gibt es am Freitag vor dem Bahnhof Oranienburg eine Kundgebung. Dann startet von dort ein Protestzug. Bislang sind Demonstrationen in 501 deutschen Städten geplant. In Oranienburg gibt es seit einem Jahr regelmäßig Fridays-for-Future-Proteste. In den Sommerferien holte Tobias Fiedler auch Berliner Schüler nach Oranienburg. Ansonsten fährt er regelmäßig freitags zum Demonstrieren nach Berlin.

Er meint es wirklich ernst. Aber geht einem nach einem Jahr demonstrieren nicht mal die Luft aus? „Wir haben 50 Wochen lang für das Klima gestreikt, aber die Politik handelt nicht. Deshalb werden wir jetzt unbequem“, antwortet der 16-Jährige. Es seien ja nicht nur Schüler, die sich für die Klimaschutzziele einsetzten. Auch Eltern, Wissenschaftler, Unternehmen, Vereine und eine breite Bevölkerungsschicht fordere zum Handeln auf. Zuletzt hätten in Deutschland 1,4 Millionen Menschen demonstriert. „Die Gesellschaft ist längst weiter als die Regierung“, sagt Fiedler.

Aber auch in Oranienburg werde nicht gehandelt. Ein Antrag von SPD und Grünen zum Klimaschutz in der Stadt wurde am Montag vom Hauptausschuss abgelehnt.  „Wenn unser Baudezernent dann auch noch sagt, Oranienburg könne nicht die Welt retten, ist unser Anliegen aktueller denn je“, sagt Tobias Fiedler.

Eltern beteiligen sich

Zum Klimastreik am Freitag rufen auch die in Parents for Future in Oberhavel organisierten Eltern auf. Sie werfen der Bundesregierung vor, dass das beschlossene Klimapaket wirkungslos und sozial ungerecht sei.

Katastrophal sei die Entscheidung, den Kohleausstieg zu verzögern und den Windkraftausbau praktisch zu beenden. Die eigenen Ziele würden damit verfehlt.