"Wir bekommen erst am Freitag genaue Details zum Hygieneplan, aber am Montag stehen die Kinder schon vor der Tür", beschreibt Sozialamtsleiterin Kerstin Bonk aus dem Mühlenbecker Land das Problem. "Uns bleibt eigentlich nur das Wochenende, um alles vorzubereiten. Das ist aber unmöglich." Ähnlich sieht das Birkenwerders Bürgermeister Stephan Zimniok (BiF). Die Verwaltung werde versuchen, über die Elternsprecher und die Homepage alle Eltern über mögliche Regeln zu informieren.
Vom Land allein gelassen
Zimniok und Bonk hätten sich ein paar Tage mehr Vorlauf gewünscht. So sei unklar, ob alle Kinder wieder in die Einrichtungen gingen oder ob einige noch zu Hause blieben. "Wir hätten die Eltern gerne vorher gefragt, aber das ist in der Kürze der Zeit nicht möglich." Die Ungewissheit wirft viele Fragen auf: Wie viele Essen sollen bestellt werden und kann der Caterer die Vollversorgung gewährleisten? Fraglich ist, ob die Zahl der Erzieherinnen reicht.
Im Mühlenbecker Land gehören etwa zehn Prozent des Personals zur Risikogruppe, die nicht mit Kindern arbeiten darf. Alle können ein ärztliches Attest vorlegen. Filippo Smaldino (SPD), Bürgermeister im Mühlenbecker Land, fühlt sich vom Land alleine gelassen und in die Enge getrieben. "Auf der einen Seite haben wir eine Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitern, auf der anderen Seite wollen wir die Eltern gerne entlasten und die Kinder vollumfänglich betreuen. Das ist nicht einfach für alle Seiten."
In Oberkrämer ist man froh über den Regelbetrieb, auch wenn die Infos bisher nur aus Pressemitteilungen und vom Jugendamt kamen. "Wir wollen starten", sagt Hauptamtsleiter Ronny Rücker. "Unserer Erzieherinnen wollen arbeiten, Kinder in die Einrichtungen." Einfacher wäre es zwar gewesen, mehr Vorlauf zur haben. "Aber daran soll es nicht scheitern. Wir werden uns gut vorbereiten", ist Rücker optimistisch.
Unveränderte Sommerpausen
Eine Umfrage, die im Mai bei den Kita-Eltern im Mühlenbecker Land durchgeführt wurde, ergab, dass es in den Sommerferien keinen höheren Betreuungsbedarf als in den Vorjahren gibt. 18 Eltern haben Bedarf angemeldet. Deshalb wird es in der Gemeinde bei den Schließzeiten bleiben. Die 18 betroffenen Kinder werden in geöffneten Kitas betreut.
Auch in der Stadt Liebenwalde bleiben die Schließzeiten unverändert. "Die Kindereinrichtungen Neuholland und Hammer wechseln sich mit der Kita in Liebenwalde ab. Das war so abgesprochen, weil in der Kita Liebenwalde während der Schließung Umbauarbeiten anstehen", so die Auskunft von Vizebürgermeisterin Martina Schnur. "Sofern individuelle Lösungen notwendig sein sollten, werden wir gemeinsam mit den Eltern nach einer Lösung suchen", so Schnur weiter.
Ob im Löwenberger Land die Sommerschließzeiten der Kitas beibehalten werden, wegfallen oder eine andere Lösung notwendig wird, kann Max Schulze vom Sozialbereich noch nicht sagen. "Derzeit warten wir noch auf genaue und verlässliche Vorgaben vom Land. Anhand derer werden wir dann sehen, ob Veränderungen notwendig sind, diese dann mit den Eltern und den Mitarbeitern der Einrichtungen absprechen und anschließend gegebenenfalls entscheiden."
In Kremmen bleibt es laut Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) unverändert bei den Schließzeiten. "Es gibt kaum Anfragen zum Betreuungsbedarf", so der Rathauschef. Oberkrämers Hauptamtsleiter Ronny Rücker hält ebenso an den Schließzeiten fest. "Wir müssen auch den Urlaub der Erzieher abbauen, weil wir sonst in der zweiten Jahreshälfte Schwierigkeiten bekommen", sagt er. Sollte ein Kind Betreuung brauchen, werde sich in beiden Kommunen eine Lösung finden.
In Hennigsdorfs städtischen Kitas gibt es generell keine Sommerschließzeiten. Die Eltern seien über die Möglichkeiten der Ferienbetreuung informiert, sagte Rathaussprecherin Ilona Möser. Die Anmeldungen dafür seien bereits erfolgt.
Auch in Velten gibt es keine Sommerferien-Pause. Geplant war für diese Wochen ein kostenfreies Ferienprogramm mit Ausflügen und Projekttagen, sagt Stadtsprecherin Stefanie Steinicke-Kreutzer. "Dieses muss nun den aktuell geltenden Gegebenheiten angepasst werden. Wir gestalten den Kindern aber dennoch eine schöne Ferienzeit mit kleinen Projekten in den Kitas und Ausflügen an den Bernsteinsee", ergänzte Sozialbereichsleiterin Jennifer Collin. Auch der Jugendclub Oase bietet Kindern und Jugendlichen ein Ferienprogramm an, etwa eine Fahrt in den Waldhof Zootzen.