Die Mutter des Oranienburger Stolperstein-Projektes, Minette von Krosigk, ist tot. Das teilte Bürgermeister Alexander Laesicke am Dienstagabend mit. Minette von Krosigk war erst am vergangenen Wochenende mit dem Toleranzpreis des  Landkreises Oberhavel ausgezeichnet worden. An diesem Freitag sollte sie zudem den Ehrenamtspreis der Stadt Oranienburg erhalten.

Bürgermeister Laesicke: „Unermüdliche Kämpferin“

„Mit Minette von Krosigk verlieren wir eine unermüdliche Kämpferin für Toleranz und Zivilcourage“. sagte Laesicke am Dienstagabend. Über Jahre hinweg hatte sie dafür gesorgt, dass goldene, im Gehweg eingelassene Stolpersteine an die ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Oranienburg, die Opfer der Nazis wurden, an deren Schicksal erinnern.
Gemeinsam mit Schülerinnen, Schülern und Auszubildenden hat sie die Geschichte von Oranienburgern, die zwischen 1933 und 1945 von den Nationalsozialisten verfolgt, drangsaliert, deportiert oder vertrieben wurden, erforscht. Sie führte Interviews mit Zeitzeugen und hat sogar Überlebende und Nachfahren in den USA und England ausfindig gemacht, um mehr über die Familiengeschichten zu erfahren.

Stolpersteine gemeinsam mit Schülern verlegt

Sämtliche Stolpersteinverlegungen in Oranienburg hatte sie gemeinsam mit Schülern der Stadt organisiert. „Mit ihrer herzlichen, bescheidenen, aber auch beharrlichen Art hat sie es geschafft, dass das Projekt von einer Schülergeneration an die nächste weitergegeben wird“, erklärte Laesicke. „Die Stadt Oranienburg ist Minette von Krosigk zu tiefem Dank verpflichtet. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.“
Zuletzt war Minette von Krosigk schwer erkrankt. Den Toleranzpreis hatte ihr Sohn am Sonntag stellvertretend in der Oranienburger Nicolaikirche abgeholt. Er eilte danach zurück ans Krankenbett der Mutter. Sie starb einen Tag später.