Parken in Hohen Neuendorf: Gratis-Parkplätze am Bahnhof Bergfelde – aber nicht für alle

Alles unter Kontrolle: Die Ein- und Ausfahrten bei der neuen Parkpalette am S-Bahnhof Bergfelde werden überwacht und dokumentiert. Gefilmt werden die Kennzeichen, nicht die Insassen. Das hat einen bestimmten Grund.
Jürgen Liebezeit- Die Parkpalette am S-Bahnhof Bergfelde bietet 122 kostenfreie Stellplätze, aber nur für Pendler.
- Das Parken ist auf maximal 12 Stunden begrenzt; Kennzeichen werden gefilmt.
- Die Anlage wurde für 6 Millionen Euro gebaut, inklusive Photovoltaikanlage.
- Radfahrer finden 58 sichere Stellplätze im Untergeschoss und 137 im Umfeld.
- Berlin und Brandenburg investierten 2,37 Millionen Euro, um Pendlerströme zu reduzieren.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eine Entlastung des Parkraums rund um den S-Bahnhof Bergfelde erhofft sich die Stadt Hohen Neuendorf durch die Eröffnung der neuen Parkpalette an der Ecke Brückenstraße / Birkfeldstraße. Die Park-and-Ride- und Bike-and-Ride-Anlage ist für motorisierte Pendler und Radfahrer, die mit der Bahn nach Berlin oder Oranienburg müssen, gedacht. Sie kann seit Gründonnerstag, 7. April, kostenfrei genutzt werden.
Anwohner, die für viel Geld einen Parkplatz in den umliegenden Tiefgaragen mieten oder sich an den Straßen einen Stellplatz suchen müssen, sollen nicht in den Genuss der kostenfreien Stellplätze kommen.
Die Verknüpfungsstelle zwischen Individual- und Nahverkehr hat rund sechs Millionen Euro gekostet – etwa 700.000 Euro mehr, als vor sieben Jahren veranschlagt. Die Kostenerhöhung wird auf zusätzliche Maßnahmen wie eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher und weitere Fahrradstellplätze sowie auf die allgemeine Kostensteigerung zurückgeführt.
Parkplatz in Bergfelde darf maximal zwölf Stunden genutzt werden
Ein Pkw-Stellplatz in dem optisch ansprechenden Gebäude darf maximal zwölf Stunden genutzt werden. Um das zu kontrollieren, betreibt die Stadt einen hohen technischen Aufwand. Von jedem Fahrzeug, das die Parkpalette nutzt, wird bei Ein- und Ausfahrt das Kennzeichen gefilmt. Personen sind nicht zu erkennen.
Die Daten werden mehrere Tage gespeichert. Bei Bedarf kann anhand der Aufnahmen nachgewiesen werden, dass die maximale Parkdauer überschritten wurde. Wenn ein Auto länger als zwölf Stunden in der Anlage steht, kann das geahndet werden. Die Höhe der Strafe muss noch politisch festgelegt werden. Vermutlich wird sie aber bei mehrmaligem Verstoß höher sein als die Miete eines Stellplatzes in einer Tiefgarage. „Wir werden genau beobachten, wie die Anlage genutzt wird“, kündigt Stadtplaner Kai-Uwe John vom Bauamt an.
122 Stellplätze stehen in Bergfelde zur Verfügung
Die Parkpalette ist nördlich des Bahnhofs in einer Stahl- und Spannbetonbauweise entstanden. Die sechs Ebenen sind über Rampen miteinander verbunden. Aktuell stehen erst zwei Ebenen zur Verfügung. Auf den anderen Etagen sind bis Ende April noch Restarbeiten zu erledigen. Einfahren können nur Fahrzeuge mit einer maximalen Höhe von 1,80 Meter. Gasbetriebene Fahrzeuge dürfen aus Sicherheitsgründen in der Anlage nicht geparkt werden.
Verteilt auf alle Ebenen gibt es insgesamt 122 Pkw-Stellplätze. 70 davon stehen für Nutzer und Gäste des Sportplatzes zur Verfügung. Es gibt auch Ladestationen für E-Autos, die aber erst Ende des Monats voll funktionsfähig sind.
Sichere Anlage für Radfahrer in der Parkpalette am Bahnhof
Im Untergeschoss gibt es neben den Auto-Stellplätzen auch eine Fahrrad-Sammel-Schließanlage für 58 Fahrräder. Sechs Stellplätze wurden für Lastenfahrräder geschaffen. Weitere 80 Fahrradstellplätze stehen im Bahnhofsumfeld zur Verfügung.
Auf dem südöstlichen Bahnhofsumfeld sind 137 Fahrradstellplätze in Doppelstockparker sowie eine Bushaltestelle mit Unterstand entstanden. Die sicheren Rad-Parkplätze können wie am S-Bahnhof Hohen Neuendorf über eine App gebucht werden.
Auch aus Berlin kommt nicht ohne Grund Geld
Die Länder Brandenburg und Berlin haben das Projekt finanziell mit insgesamt rund 2,37 Millionen Euro unterstützt. Allein fast eine halbe Million Euro kommen aus der Hauptstadt. Hintergrund ist die Hoffnung, dass Pendler aus Brandenburg nicht mehr bis zu einem Bahnhof in Berlin fahren und dort in die Bahn umsteigen, sondern schon vor der Stadt schnell und kostenfrei einen Parkplatz finden.

Mit symbolischen Scherenschnitten wurde die Parkpalette am S-Bahnhof Bergfelde zur Nutzung freigegeben. Es gibt aber genaue Regeln für Nutzer, zum Beispiel zur Parkdauer. Zur Schere griffen der Stadtverordnetenvorsteher Dr. Raimund Weiland, Minister Detlef Tabbert, Bürgermeister Steffen Apelt, die Fraktionsvorsitzenden Franziska Reichelt (SPD-Grüne) und Florian Hübner (CDU) sowie Planer Christian Hauer (v.l.n.r.).
Jürgen Liebezeit„Wir wollen die Mobilitätsangebote in Brandenburg für die Menschen verbessern und das Umsteigen auf die klimafreundliche Schiene attraktiver machen. Dafür soll der Individualverkehr und der ÖPNV noch besser vernetzt werden“, sagte Brandenburgs Infrastrukturminister Detlef Tabbert (BSW), der bei der Eröffnungszeremonie die Entwicklung von Hohen Neuendorf ausdrücklich lobte.
Kritik am S-Bahn-Takt in Bergfelde
Ziel der Landesregierung sei es auch, den Takt auf der S8 zu verbessern. Konkreter wurde der Minister der Lila-Roten-Koalition aber nicht. Viele Menschen in Bergfelde monieren die großen Zugabstände am Abend und an Wochenenden sowie die zahlreichen Unterbrechungen wegen Bauarbeiten.
Steffen Apelt (CDU) sieht durch die neue Anlage auch eine Entlastung für die Einwohner rund um den Bahnhof kommen. „Künftig parken weniger Pendler in den Straßen“, so die Hoffnung des Stadtoberhauptes. Im Bahnhofsumfeld sind in den vergangenen Jahren rund 400 neue Wohnungen entstanden. Aufgrund der hohen Mietpreise verzichten viele der mehr als 1000 Neu-Bergfelder auf einen Miet-Parkplatz in den Tiefgaragen.
Viele der unterirdischen Stellplätze sind nicht vermietet. Ein Parkplatz im Projekt Bergfelde II (unter Rewe) kostet pro Monat 105 Euro. Von den zu vermietenden 138 Stellplätze waren im Januar noch 54 nicht vergeben. Das teilte ein Sprecher des Bauträgers auf Nachfrage mit.


