Spenden für Mattis
: Schicksal des 12-Jährigen bringt Fußball-Welt zusammen

Nach der Sepsis von Mattis (12) aus Mühlenbeck sammelt die Fußball-Community in Oberhavel weiter Spenden. Der SV Mühlenbeck plant ein Turnier, eine Eltern-Gruppe übernimmt die Organisation.
Von
Marco Winkler
Mühlenbeck
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Gemeinsam für Mattis, Spendenaktion für Mattis (12) aus Mühlenbeck, der nach einer Salmonellen-Sepsis beide Hände und Füße verloren hat, Logo für die Aktion auf Gofundme

Das Schicksal des zwölfjährigen Mattis, der nach einer Sepsis beide Hände und Füße verloren hat, bewegt Oberhavel. Jetzt wird ein Spendenturnier für den Kämpfer ausgerichtet.

Natalie Görz
  • Benefizturnier für Mattis aus Mühlenbeck: Fußball-Community in Oberhavel sammelt Spenden.
  • Der SV Mühlenbeck 1947 richtet das Turnier aus, die Gemeinde stellt Platz und Sicherheit.
  • Termin: Sonntag, 30. August, 10–17 Uhr – zehn D-Jugend-Teams spielen „Gemeinsam für Mattis“.
  • Geplant sind Verpflegung, Kinderschminken, Flohmarkt und Tombola; Sachspenden sind da.
  • Mattis verlor nach Salmonellen-Sepsis Hände und Füße, liegt stabiler und kämpft sich zurück.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Er ist ein leidenschaftlicher Fußballer. Mattis aus Mühlenbeck ist Nachwuchsfußballer des SV Mühlenbeck und dort Mittelfeldspieler sowie Leistungsträger der D-Jugend-Mannschaft. Eine Schock-Diagnose krempelte sein Leben und das seiner Familie komplett um.

Nach einer Salmonellen-Sepsis mussten dem jungen Kicker beide Hände und Füße amputiert werden. Während sich der Mühlenbecker Junge, der seinen zwölften Geburtstag auf der Intensivstation verbringen musste, ins Leben zurückkämpft, laufen im Hintergrund die Vorbereitungen für ein Spendenturnier.

Ariane Eybe, eine Freundin der Familie, hatte über die Online-Plattform Gofundme einen Spendenaufruf gestartet, mit dem inzwischen rund 130.000 Euro gesammelt wurden. Außerdem hat sie sich mit weiteren Menschen zusammengeschlossen, um ein Turnier auszurichten.

Eltern und SV Mühlenbeck organisieren Spendenturnier für Mattis

Der SV Mühlenbeck 1947 richtet das Benefizturnier aus. Die Gemeinde unterstützt die Veranstaltung, stellt den Platz zur Verfügung und sorgt für Sicherheit sowie eine angemessene Parksituation. „Parken ist vor Ort gar nicht so einfach“, sagt Ariane Eybe.

Kürzlich fand ein weiteres Organisationstreffen statt. „Inzwischen arbeiten elf Leute mit. Wir sind eine Gruppe von Eltern, die helfen wollen.“ Neben Ariane Eybe sind das Christian Gruhn, Stephanie Gruhn, Sven Beetz, Jenny Beetz, Nina Quanz, Mike Quanz, Steffen Haustein, Maik Guttmann, Charlien Didlof und Julia Dalg-Krasnikov.

Das Turnier findet am Sonntag, 30. August, auf dem Sportplatz in Mühlenbeck statt und soll von 10 bis 17 Uhr dauern. Zehn Mannschaften der D-Jugend aus der Umgebung treten gegeneinander an. Das Motto: Gemeinsam für Mattis.

„Wir als Organisatoren sorgen für das leibliche Wohl.“ Süßes trifft auf Grillstand. „Für kleinere Kinder gibt es etwas zum Spielen, Kinderschminken.“ Geplant sind zudem ein Flohmarkt sowie eine Tombola. „Wir haben Sachspenden gesammelt.“

Ariane Eybe und die übrige Organisationsgruppe freuen sich über die große Resonanz. „Es ist klasse, dass so viele mitmachen. Das ist einfach bemerkenswert“, sagt Ariane Eybe. Ihre Erfahrung ist aber auch: Größere Firmen tun sich aufgrund ihrer Budgetplanung eher schwer mit einer Unterstützung. „Auf meine Anfragen hin habe ich oft gehört, dass sie schon für feste Projekte spenden.“

„Es wäre eine phänomenale Leistung, das Turnier nur über Spenden zu finanzieren.“
Ariane Eybe
Freundin von Mattis' Familie

Was aktuell noch fehlt, sei ein Getränkewagen. „Wir verkaufen natürlich keinen Alkohol, wollen aber gekühlte Softdrinks anbieten.“ Die Organisatoren würden sich freuen, wenn den Getränkewagen jemand ehrenamtlich und unentgeltlich zur Verfügung stellen und betreiben würde. „Es wäre eine phänomenale Leistung, das Turnier nur über Spenden zu finanzieren.“

Flyer sollen noch gedruckt werden. Der SV Mühlenbeck hat schon einen Aufruf geteilt, in dem es heißt: „Mattis, du kämpfst nicht allein. Wir glauben an dich.“ Der zwölfjährige Junge, der einen Schiedsrichterlehrgang besuchen will, und seine Familie können sich in dem Fall auf die Fußball-Community in Oberhavel verlassen.

Bei einem Testspiel des FSV Hohenbruch 03 gegen den FSV Germendorf konnten mit der Fan-Community Fan on Street (FOS) insgesamt 700 Euro gesammelt werden. Mehr als 700 Euro kamen auf dem 13. Spargelhof-Cup zusammen. „Eine großartige Geste, die zeigt, dass Zusammenhalt im Fußball keine leeren Worte sind“, schrieb der veranstaltende FC Kremmen im Anschluss auf Facebook.

Auch der Fußballkreis Oberhavel/Barnim unterstützt Mattis und seine Familie. „Lasst uns in dieser Zeit für Mattis zusammenstehen. Zeigen wir, dass wir als Fußballfamilie stark sind und wir auch in schwersten Zeiten zusammenhalten“, so der Vorsitzende Michael Reichert in einem Aufruf.

Mattis aus Mühlenbeck kämpft sich zurück ins Leben

Mattis, der Anfang August von der Intensivstation auf eine normale Station verlegt werden konnte, geht es inzwischen besser. Er kämpft sich zurück ins Leben und in die Selbstständigkeit. Wie Ariane Eybe als enge Freunde der Familie berichtete, verläuft die Wundheilung planmäßig. Noch fehlen allerdings ausreichende Ergotherapie-Stunden im Krankenhaus.

Für den Jungen die Familie änderte sich am 3. Juni alles. Mattis hatte Schmerzen und musste wegen einer Salmonellen-Sepsis ins künstliche Koma versetzt werden. Zehn Tage kämpfte er ums Überleben. Er schaffte es zwar, doch seine Füße und Beine mussten aufgrund unzureichender Sauerstoffzufuhr amputiert werden.

Die Einnahmen aus dem Spendenturnier sollen die Familie zumindest finanziell entlasten. Wie viel Geld für den Hausumbau, möglicherweise notwendige Therapien oder Prothesen gebraucht wird, ist noch nicht absehbar. „Wir können dazu beitragen, dass Mattis die bestmöglichen Chancen bekommt, sein Leben selbstbestimmt und voller Möglichkeiten weiterzuführen“, schreibt Ariane Eybe in ihrem Spendenaufruf.