Tierpark bei Oranienburg: Albino-Tiere als Stars in Germendorf – noch werden Paten gesucht

Eine Tierpatenschaft könnte ein Geschenk zu Weihnachten sein: Diese zwei weißen Esel aus dem Tierpark Germendorf bei Oranienburg suchen noch Unterstützer.
Sophie Brachvogel-LüttkeWunderschön und faszinierend: Weiße Tiere waren schon immer etwas Besonderes. Sie symbolisieren Reinheit und Glück. Weiße Tiere werden als Gott nahe Lebewesen betrachtet. Der Heilige Geist zeigte sich als weiße Taube und Jesus Christus wird durch das weiße Lamm symbolisiert.
Eine Tierpatenschaft mit den weißen Tieren aus dem Tierpark Germendorf würde also gut als Geschenk zu Weihnachten passen. Und ganz nebenbei fördert der Schenker noch den Unterhalt der Tiere. Dafür wird das Geld verwendet. Konstantin Ruske stellt als Leiter des Tierpark-Bereichs seine weißen Tiere vor und zeigt zwei besondere weiße Esel, die sogar ihr Futter selbst verdienen können.
Esel-Einsatz am dritten Adventswochenende
„Pinocchio und Pepino sind erst seit Mai und Juli bei uns, aber im Gegensatz zu anderen Tieren außergewöhnlich, weil sie etwas tun für ihr Geld“, so Ruske. Am dritten Adventswochenende, also vom 15. bis 17. Dezember, gibt es im Tierpark Germendorf einen Weihnachtsmarkt mit Nikolaus und den beiden weißen Eselchen.
Entsprechend verkleidet, mit roten Zipfelmützen, begleiten sie den Weihnachtsmann und begrüßen die Kinder artig mit Verbeugung. Auf ihren Rücken tragen sie die Säckchen mit den Süßigkeiten für die Kinder. „Wenn ein kleines Kind Glück hat, darf es sogar auf einem Esel reiten, dafür haben wir extra-kleine Sättel gekauft“, sagt Ruske.
Trainiert wurden Pinoccio und Pepino, die erst ein Jahr alt sind, von Tierpflegerin Franzi Kuhreich. Sie hat den beiden Zwergeseln beigebracht, sich zu bedanken, ein Halfter und einen Sattel zu tragen und am Strick zu laufen. „Geplant ist noch mehr: Sie sollen irgendwann auch eine kleine Pony Kutsche ziehen“, so Franzi Kuhreich.
Benannt nach einer Insel bei Sardinien
Die beiden Asinara-Esel, die nach der gleichnamigen Insel bei Sardinien benannt wurden, wo die Rasse auch bis heute gezüchtet wird, sind alles andere als störrisch. Dies werde den Eseln oft unterstellt, dabei seien sie einfach vorsichtig und schauten sich zunächst alles genau an, bevor sie losgehen würden, erklärt der diplomierte Biologe Ruske.

Dieser Schneehase aus dem Tierpark Germendorf sucht ebenfalls noch Paten.
Konstantin RuskeBesonders stolz ist der Tierparkleiter zudem auf die drei neuen Schneehasen, die alle noch ohne Paten sind: „Es sind im Vergleich zu anderen Hasen in der Haltung komplizierte Tiere.“ Sie seien zwar an extrem winterliche Temperaturen angepasst, aber mit viel Regen hätten sie Probleme. Wenn das Fell zu feucht wird, seien sie anfällig für Parasiten. Also brauchen sie immer ein Dach über dem Kopf.
Unkompliziert in der Haltung ist dagegen das lustig hüpfende Bennett-Känguru Snowball, erst zwei Jahre alt und ebenfalls, wie der Name schon impliziert, schneeweiß. Dieser Albino fällt im Gehege kaum auf, liegt zurzeit doch viel Schnee im Tierpark Germendorf. Eine gute Tarnung für Snowball.

Lustig hüpft Känguru Snowball durch sein Gehege – jetzt bei Schnee ist das Albino-Tier mitunter kaum zu finden.
Konstantin RuskeDie Tierpatenschaften nicht nur für die schneeweißen „Weihnachtstiere“ können über den Verein „Freunde des Wildtierparks Germendorf-Oranienburg„ erworben werden. „Für eine Maus geht es schon bei 20 Euro los“, so Sabine Stoge, die den Verein seit sechs Jahren leitet.
Die Idee, die dahintersteckt, ist einfach: Für einen bestimmten Betrag kann eine Tierpatenschaft übernommen werden. Vermittler ist der Förderverein des Tierparks. An ihn gehen die Zahlungen, er bestätigt die Patenschaft mit einer Urkunde und einem Schild, das entweder am Gehege oder an einer Informationstafel im Park angebracht wird. Der Förderverein reicht das Geld an den Tierpark weiter.
„Die Tierpatenschaften sind eine große Hilfe für den Park, bis zu 20.000 Euro bringen sie durchschnittlich pro Jahr ein“, freut sich Sabine Stoge. Es ist für den Tierpark, der ohne öffentliche Mittel finanziert wird und ganz normal Steuern zahlt, wichtig, auch von der Bevölkerung unterstützt zu werden. Inzwischen gibt es rund 200 Tierpatenschaften für die verschiedensten Tiere – vom Erdmännchen über Eulen und Uhus bis hin zu den Pumas.
Wer sich für eine Tierpatenschaft interessiert, kann sich über die Online-Seite des Parks informieren oder eine Mail an den Verein schicken.

