Trotz Problemen bei den Postwurfsendungen und einer oftmals geringen Resonanz auf die Bürgerwerkstätten zeigen sich die beauftragten Planungsbüros des interkommunalen Verkehrskonzeptes bisher zufrieden mit der Mitarbeit aus den S-Bahn-Gemeinden. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung der beiden Büros Urban Expert und Gertz-Gutsche-Rümenapp hervor. „Wir freuen uns über eine rege Teilnahme“, heißt es dort.

Konzept für eine halbe Million Euro

Bisher hätten mehr als 4.500 Haushalte und damit knapp 10.000 Personen ihre Kritikpunkte, Wünsche und Ideen für eine Verbesserung der Mobilität miteingebracht. An den Fahrgastbefragungen Anfang Oktober – Bahn-Pendler wurden an den Bahnhöfen befragt – hätten demnach mehr als 1.500 Menschen teilgenommen. Über das eingerichtete Online-Portal seien zudem 500 Vorschläge eingegangen, wie die Verkehrssituation in den Kommunen verbessert werden kann.
455.000 Euro lassen sich die Kommunen das gemeindeübergreifende Konzept, das die angrenzenden Berliner Bezirke ebenfalls einbeziehen will, kosten. Umso erstaunlicher war es, als es in einigen Orten Probleme bei der Zustellung der Fragebögen samt Einladung zur Bürgerwerkstatt kam. So wurden besonders im Mühlenbecker Land viele Haushalte von der Deutschen Post nicht beliefert oder die Befragung wurde zu spät zugestellt. Zum Workshop in der Gemeinde erschienen wohl auch deshalb nur 20 Personen. Die Planungsbüros kündigen eine Nacherhebung in zwei Orten an.

Nacherhebung in Zühlsdorf und Stolpe

Die Ortsteile Zühlsdorf im Mühlenbecker Land und Stolpe in Hohen Neuendorf seien demnach von der Deutschen Post im ersten Anlauf komplett übergangen worden. Kein Fragebogen erreichte einen Einwohner. In den kommenden Tagen sollen erneut Flyer gesteckt werden. Bis zum 15. November können diese ausgefüllt an die Verwaltungen zurückgeschickt werden. Alternativ kann per Zugangscode an der Online-Befragung unter www.befragung.ggr-planung.de teilgenommen werden.
Wegen der Panne im Mühlenbecker Land wird, wie berichtet, die Bürgerwerkstatt wiederholt. Der zweite Anlauf findet am Mittwoch, 4. November, zu 18 Uhr im Bürgersaal in Schildow statt. Die Teilnehmerzahl ist auf 50 beschränkt. Ein Mund-Nase-Schutz soll während der gesamten Veranstaltung getragen werden. Aufgrund der aktuellen Corona-Lage könnte es zu kurzfristigen Änderungen kommen.
Die Teilnehmenden der ersten Runde haben ein solides Fundament an Ideen zur Verbesserungen hinterlassen. So wurde unter anderem eine Fahrradstraße parallel zum Pkw-Verkehr von Schildow über Glienicke nach Hermsdorf angeregt. Möglich sei diese an der Hermsdorfer Straße, der Alten Schildower Straße und am Waldseeweg. Natürlich wurde den Planern zudem der fehlende Radweg von Summt nach Zühlsdorf mit auf den Weg gegeben.

Mehr 30er-Zonen gewünscht

Der hohen Verkehrsbelastung könnten, so die Teilnehmenden, mehr 30er-Zonen etwas entgegensetzen. Vorschläge gibt es: Die verkehrsberuhigenden Abschnitte könnten in der Herrmann-Grüneberg-Straße in Mühlenbeck, nachts in der Hauptstraße in Schildow und generell innerorts in Mühlenbeck installiert werden. Wie sich die Zonen mit dem Problem der häufigen Rückstaus, auch dank offenbar fehlerhafter Ampelschaltungen, vertragen, ist dann Aufgabe der Planer.
Wenig überraschend war der geäußerte Wunsch nach Taktverdichtungen des RE5 sowie der S1 und S8. Auch eine Reaktivierung der Nordbahn mit Halten in Wittenau und Birkenwerder war unter den Wünschen zu finden.