Etwa 30 Beschäftigte in Notbetreuung sind derzeit noch in den Werkstätten neben hauptamtlichen Mitarbeitern tätig. Die Wäscherei hat nach wie vor gut zu tun. "Denn die Insassen der Justizvollzugsanstalt Wulkow haben noch keinen Freigang", scherzt Lau. Neben der Wäsche für die Anstalt gehört auch die Stadt Oranienburg mit Wäsche aus den Kitas sowie die AWU mit Berufsbekleidung zu den Kunden. "Zirka 400 bis 500 Kilo Wäschestücke sind der tägliche Durchsatz", sagt Rainer Schulz, der technische Leiter der Werkstatt an der Berliner Straße 93.
Dort versorgt auch die Hauptküche Cantina nicht nur die Caritas-Beschäftigten mit täglich wechselnden Mittagessen. Die Cantina ist zu Corona-Zeiten zu einem To-go-Betrieb geworden. Vor der Ausgabestelle markieren kleine Lübecker Hütchen im Abstand von gut 1,5 Metern die Sicherheitsdistanz, die derzeit einzuhalten ist.
Montags bis freitags zwischen 11 und 13 Uhr können alle, die ihr Essen zuvor bestellt haben, ihre Portion in der Werkstatt abholen. Am Freitag gab es übrigens Heringsfilet in Apfel-Zwiebel Joghurtsoße mit Salzkartoffeln und Tomatensalat sowie als Dessert Milchcreme. Alles für 5,90 Euro. Damit es auch übers Wochenende reicht, gibt es freitags noch einen Vorrat obendrauf.
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Für die meisten Beschäftigten ist, wie in vielen Betrieben,  Heimarbeit angesagt. Das gilt etwa für den Bereich Werbemittelfertigung, zu dem von Beginn an Oranienburgs größtes Unternehmen Orafol zählt.  "Wir bringen die benötigten Materialien für die Anfertigung von Katalogen und Farbfächern dann zu unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach Hause und holen die fertigen Produkte dort auch wieder ab", sagt Christoph Lau.
Mit Lernmappen seien 40 Mitarbeiter, die bei der Caritas eine Berufsausbildung absolvieren,  ausgestattet worden, sodass sie zu Hause lernen könnten, um keinen Unterrichtsstoff zu versäumen. Auch die Digitalisierung biete dafür jetzt weitere Möglichkeiten der Unterstützung.
Für zirka 40 "Schützlinge" der Caritas-Werkstatt, die gegenwärtig in ihren Wohnungen seien, ist ein täglicher Anrufservice eingerichtet worden. "Da erkundigen wir uns regelmäßig nach deren Befinden. Oft ist es einfach wichtig, dass diese Menschen eine vertraute Stimme in ihrer Einsamkeit hören. Denn viele von ihnen haben keine Angehörigen mehr und auch keine Freunde, mit denen sie reden könnten", berichtet Lau.
Auch eine 24-Stunden-Schicht von hauptamtlichen Kräften ist in der Zentrale eingerichtet worden. "Da können uns alle, die wir jetzt nach Hause schicken mussten, jederzeit anrufen, wenn sie Hilfe brauchen", sagt Christoph Lau.
Das gewöhnliche Geschehen in der Caritas-Werkstatt, die mit "alles, außer gewöhnlich" wirbt, ist damit ganz schön durcheinander gewirbelt worden. "Wir haben eine große Verantwortung für alle Menschen, die bei uns arbeiten und die uns anvertraut sind. Da ist es selbstverständlich, dass wir auf die dramatisch veränderten Bedingungen auch flexibel reagieren müssen", sagt Lau.
Flexibel reagieren auch vier Mitarbeiterinnen, die gern nähen. Sie haben sich aus aktuellem Anlass auf das Nähen von Atemschutzmasken gestürzt und wollen damit die Nachfrage in Einrichtungen der Caritas, aber auch der Oberhavel Kliniken wenigstens zu einem Teil befriedigen.

Angebote nicht nur in Krisenzeiten

Die Caritas-Werkstatt bietet in den Corona-Krisenzeiten auch Hilfen für Externe an, etwa Hol- und Bringdienste aus Apotheken. Wer eine solche Hilfe in Anspruch nehmen möchte, kann sich unter Telefon 03301 52390 an die Caritas-Werkstatt wenden.

Mittagsessen werden von Montag bis Freitag in der Cantina frisch mit meist regionalen Produkten zubereitet. Für Vertragskunden erfolgt auch die Auslieferung.   Unter mittagessen@caritas-werkstatt.de oder unter Telefon 03301 523946 können auch alle, die daran interessiert sind, ihr Mittagessen bestellen. bren