Noch hat die Afrikanische Schweinepest (ASP) den Landkreis Havelland nicht erreicht. Wenn aber auch zwischen Falkensee und Rathenow verendete Wildschweine gefunden werden sollten, muss es Leute geben, die die virusverseuchten Kadaver bergen. Die Kreisverwaltung will eine Prämie einführen.

100 Euro pro Team und Kadaver

Federführend hier ist das Amt für Landwirtschaft, Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung im Dezernat III. Es brachte eine Beschlussvorlage auf den Weg, die am 8. März Thema im Kreisausschuss sein wird. Das Amt will eine Prämie von maximal 100 Euro je geborgenem Wildschweinkadaver einführen. Wenn zwei Leute an der Bergung beteiligt sind, soll es 50 Euro pro Person geben.

Mitunter sehr ekelerregend

Im ASP-Ernstfall können die sterblichen Überreste von Wildschweinen nicht wie sonst dem Kreislauf der Natur überlassen werden. Denn das Virus, dem das Tier zum Opfer gefallen sein könnte, hält sich unter Umständen über Monate oder sogar mehr als ein Jahr lang in Kadaver und Boden und bleibt ansteckungsfähig, wie das Amt begründet. 

Im ASP-Ernstfall bis zu 500 verendete Wildschweine

Fürs Bergen von Kadavern müssen Leute erst benannt und geschult werden. Egal wie weit fortgeschritten die Zersetzung ist, muss Schutzkleidung getragen werden. Mitunter kann der Job sehr ekelerregend sein.
Das Amt für Landwirtschaft, Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung rechnet im ASP-Ausbruchsfall mit jährlich bis zu 500 zu bergenden Wildschweinkadavern. Der finanzielle Aufwand für den Landkreis beliefe sich daher auf bis zu 50.000  Euro pro Jahr.

Brandenburg zahlt Prämien nur für Suchteams

Sollte sich das  Havelland zum ASP-Hotspot mit weit mehr toten Wildschweinen entwickeln, müssten freilich  mehr Prämien gewährt werden. Geld für die Bergung zu zahlen, würde eine Ergänzung darstellen. Denn bislang erhalten nur Suchteams Aufwandsentschädigungen, die das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz (MSGIV) des Landes Brandenburg gewährt. Hier gibt es 150  Euro pro Kadaver.

Erst suchen und markieren, dann bergen

Um die Verbreitung des ASP-Virus nicht zu fördern, sind die Suchteams gehalten, die Kadaver nicht zu berühren, sondern nur zu markieren und danach ihre Suche fortzusetzen. Sodann sind die Bergeteams an der Reihe, die jedoch keine Aufwandsentschädigung vom Land Brandenburg erhalten.
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