Das Amt Nennhausen im westlichen Havelland ist auch Ausbildungsbetrieb. Über die Homepage hatte es drei Stellen ausgeschrieben, woraufhin sich nur fünf Bewerber meldeten. „Es ist immer schwieriger, gute Azubis zu finden. Deshalb waren wir positiv von den guten Bewerbungen überrascht“, so Amtsdirektorin Ilka Lenke. Die Chefin war derart begeistert, dass gleich zwei junge Leute ab dem Sommer 2021 in der Amtsverwaltung ausgebildet werden. Ursprünglich war nur ein Azubi vorgesehen. Der Amtsausschuss mit seinem Vorsitzenden Michael Spieck hatte Lenkes Plan zugestimmt.  Es ist das erste Mal, dass die Amtsverwaltung für sich ausbildet.

Nach Praktikum stand Berufswunsch fest

Louisa-Mary Otto und Lennart Tenberken beginnen ihre 36-monatige Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten am 1. August. Die 16-jährige Schülerin aus Kotzen beendet jetzt die 11. Klasse und hat damit den theoretischen Teil eines Fachabiturs. „Als in der Schule, in der 8. Klasse Berufsbilder vorgestellt wurden, fand ich einen Beruf in der Verwaltung gar nicht so schlecht. Nach einem Praktikum im Amt Nennhausen stand mein Berufswunsch fest“, so die künftige Auszubildende. 

Theoretische Ausbildung in Neuruppin

Der am Niederrhein geborene 19-jährige Lennart lebt seit einigen Jahren mit seiner Familie in Damme und macht jetzt sein Abitur am OSZ in Friesack/Nauen und hat dann den Abschluss des Fachabis mit Schwerpunkt Verwaltung/Wirtschaft. Auch er absolvierte bereits ein Praktikum in der Amtsverwaltung. „Die theoretische Ausbildung erfolgt am OSZ Neuruppin und die praktische Ausbildung hier in allen Verwaltungsämtern“, so Maik Polarek, Mitarbeiter im Sachgebiet Öffentliche Ordnung und praktischer Ausbilder.

Der erste durch das Amt ausgebildete Erzieher

Bereits im dritten Jahr bildet das Amt Nennhausen selbst Erzieher aus. Der erste Azubi, der seine Ausbildung 2018 begann, der Nennhausener Sandro Huxdorf, wird in diesem Jahr fertig. Indessen beginnt nun für Pauline Wernicke die Ausbildung zur Erzieherin. Die Schülerin aus Nennhausen beendet in diesem Jahr die 11. Klasse. „Mein erster Berufswunsch war Rettungsschwimmerin. Nach einem Praktikum in der Kita wollte ich Erzieherin werden“, so die 18-Jährige. „Sie wird berufsbegleitend ausgebildet. Die Theorie hat sie an einer Fachschule Berlin. Im Rahmen der praktischen Ausbildung durchläuft sie drei öffentlichen Kitas im Amt - in Nennhausen, Stechow und Garlitz. Im ersten Ausbildungsjahr ist sie im Schulhort tätig“, so Stefanie Pedian, Praxisanleiterin im Bereich Kita.