Nach 1990 hat die havelländische Kreisstadt Rathenow fünf Frauen und Männer zu Ehrenbürgern ernannt. Erika Guthjahr (1916-2005) wurde 1996 die Ehre zuteil. 2009 folgten Günter Thonke und Klaus Eichler. 2021 machte Rathenow auch Rosemarie Köhn und Christel Schulz zu Ehrenbürgerinnen. Dass sie praktisch keine Privilegien genießen, liegt daran, dass die Stadt noch keine diesbezügliche Richtlinie bzw. Satzung beschlossen hat, wie es andernorts längst der Fall ist.
In einer solchen ist auch dargelegt, welche Boni Ehrenbürger zu erwarten haben. Etwa in Brandenburg an der Havel nennt sich das „Ehrenordnung“. Diese Satzung wurde 2007 beschlossen.

Kostenlose Nutzung von Parkplätzen und Schwimmhallen

Laut dieser Satzung haben Ehrenbürger das Recht, Einrichtungen der Stadt Brandenburg an der Havel wie städtische Museen, Bibliotheken, Archive, Parkplätze, kommunale Kultureinrichtungen, Schwimmhallen und Freibäder sowie die von der Stadt Brandenburg an der Havel durchgeführten Veranstaltungen und Ausstellungen unentgeltlich zu nutzen.
Darüber hinaus übernimmt die Kommune, bei Einwilligung der Angehörigen, für das Grab eines verstorbenen Ehrenbürgers auf einem Friedhof in der Stadt die gärtnerische Herrichtung, Instandhaltung und die ständige Grabpflege für die Dauer der Ruhefrist.

Rederecht in Stadtverordnetenversammlung

Laut Potsdamer Satzung, beschlossen 2001, soll Ehrenbürgern der Landeshauptstadt das Rederecht in der Stadtverordnetenversammlung gewährt werden, wenn dies von ihnen zu bestimmten Punkten der Tagesordnung gewünscht ist oder ergänzend zur Tagesordnung beantragt wird.
Zudem haben Ehrenbürger das Recht, Anliegen dem Oberbürgermeister persönlich vorzutragen und die Realisierung von Maßnahmen, die damit im Zusammenhang stehen und soweit diese zulässig und durchführbar sind, zu kontrollieren.

Zuletzt Christel Schulz zur Ehrenbürgerin ernannt

Zuletzt wurde in Rathenow die 1940 geborene Schwimmerin Christel Schulz zur Ehrenbürgerin ernannt. In der Stadtverordnetenversammlung im August 2021 soll ihr die diesbezügliche Urkunde überreicht werden. Eine Ehrenbürger-Richtlinie dürfte dann noch nicht vorliegen. Zumindest hat aber die SVV die Erarbeitung einer solchen nun auf dem Bildschirm. Gerade für Christel Schulz könnten Gratisbesuche der Schwimmhalle in Rathenow ein durchaus willkommenes Privileg sein.