Seit mehr als fünf Jahren kämpfen Einwohner des Rathenower Ortsteils Böhne mit einer Bürgerinitiative (BI) für einen Radweg entlang der viel befahrenen Landesstraße L 96.
Auf der 4,2 Kilometer langen Verbindungsstraße vom Haveldorf in die Kreisstadt wurden durch das zuständige Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) in Potsdam bereits vor einiger Zeit zwei Teilabschnitte als straßenbegleitender Radweg ausgebaut. Jetzt fehlen nur noch lediglich rund 2.800 Meter am Komplettausbau.

Vor 2030 keine Besserung in Sicht

Trotz etlicher Böhner Schreiben, Anfragen und Hilfeersuchen  an das MIL hat sich die Situation bisher nicht zum Besseren gewendet. Aus dem Ministerium war im Sommer lediglich zu erfahren, dass man das Problem erkannt habe, aber vor 2030 keine Möglichkeit zur Abänderung herbeiführen könne. Für die eigentlich auf baldige Veränderung hoffende Böhner eine unfassbare Offerte.

Katja Poschmann und Christian Görke wollen auf landespolitischer Ebene helfen

So sehen das auch die westhavelländischen Landtagsabgeordneten Katja Poschman (SPD) und Christian Görke (Die Linke). Beide haben sich gegenüber den Böhner dazu bekannt, mit ihren Möglichkeiten fortan zu versuchen, Einfluss auf die Entscheidungsfindung des MIL zu nehmen. Und die ersten Zwischenergebnisse lassen bereits  durchaus Hoffnung bei der Böhner BI Radweg keimen.
Zu den politischen Unterstützern gehört auch der Vorsitzende der Rathenower Stadtverordnetenversammlung, Corrado Gursch (CDU). In seiner Funktion als Büroleiter des CDU-Bundestagsabgeordneten und Staatssekretärs Uwe Feiler versucht auch er im Rahmen seiner Möglichkeiten, Bewegung in die festgefahrene Radwegsituation zu bringen.

Auch Bundestagskandidat Tobias Bank hat das Problem erkannt

Zur Unterstützung hat sich nun auch das langjährige Kreistagsmitglied Tobias Bank (Die Linke) bei seinem Vorort-Besuch Ende Oktober bekannt. Bank wurde unlängst von seiner Partei als Direktkandidat für die Bundestagswahlen 2021 im Wahlkreis 60 nominiert, zu dem auch Böhne gehört.
Dass sich für die möglichst baldige Beseitigung des Böhner Radwegproblems nun gleich mehrere Landespolitiker aktiv einbringen, lässt nicht nur die vor Ort Betroffenen, sondern auch die Stadtverordneten und langjährigen aktiven Unterstützer Wolfram Bleis (CDU), Karl-Reinhold Granzow (Die Linke) und die einstigen  Stadt- und Kreistagsmitglieder Jürgen Albrecht (Die Linke) sowie Felix Doepner (Bündnis’90/Die Grünen) hoffen.

Bürgerinitiative will Vorort-Termin mit Vertretern des Ministeriums

Um Bewegung in die aktuell für Böhner zutiefst unbefriedigende Situation zu bringen, bemühen sich nun alle Unterstützer gemeinsam, das Potsdamer MIL zu einem Vor-Ort-Termin zu bewegen. An diesem sollen, so der einhellige Tenor der unterstützenden  Landes- und Kommunalpolitiker, nicht nur kompetente Fachleute des Ministeriums, sondern auch die Rathenower Bauverwaltung, die politischen Unterstützer und vor allem Vertreter der örtlichen BI teilnehmen.
Mit der jetzt direkten Einflussnahme ist für die Böhner BI eine neue Qualität in der Vermittlung ihrer Sorgen in Richtung Landespolitik angebrochen. Ein Zwischenerfolg, wobei das Ziel noch in weiter Ferne zu liegen scheint.