Die Steganlage im Karpfenteich des Optikparks in Rathenow erinnert an die in der „Stadt der Optik“ gebaute Berliner Weltzeituhr. Deren Erfinder, Erich John (89), hat für sein Lebenswerk am Freitag das Bundesverdienstkreuz erhalten.

Neun Monate Bauzeit

In nur rund neun Monaten Bauzeit wurde die Weltzeituhr 1969 in der „Stadt der Optik“ hergestellt. Von dort ging sie Ende September des Jahres per Schwerlasttransport zum Berliner Alexanderplatz, wo die Uhr noch heute steht und Blickfang ist. An ihre vereinfachte Darstellung des Sonnensystems erinnert die Steganlage im Rathenower Karpfenteich.

Kooperationen mit Rathenow begannen schon 1961

Formgestalter Erich John hatte Mitte 1968 einen Ideenwettbewerb gewonnen, bei dem es um eine zu schaffende Säule auf dem Alexanderplatz ging. Zur Realisierung kooperierte John mit Facharbeitern in Rathenow. Man kannte sich bereits. Wegen anderer Produkt-Projekte hatte schon 1961 die Zusammenarbeit mit den Rathenower Optischen Werken (ROW) begonnen. Letztlich waren rund 120 Leute, nicht nur Facharbeiter der optischen Industrie, an der Weltzeituhr beteiligt.

Rathenow/Premnitz

Etwa 500.000 Schulmikroskope aus Rathenow

Die Kooperation von Erich John mit Rathenow war schon lange vor der Weltzeituhr in ein noch heute sehr bekanntes Produkt gemündet, mit dem Schüler der DDR im Biologie-Unterricht in Berührung kamen. Es handelt sich um das „Kleinmikroskop C“, von dem in Rathenow ab 1963 etwa 500.000 Stück produziert wurden. Mehr Infos zur Geschichte der optischen Industrie in Rathenow gibt es im Museum der Stadt.