Der Erste Weltkrieg (1914 bis 1918) brachte große Not im Deutschen Kaiserreich. Es fehlte an Rohstoffen, Nahrungsmitteln und schließlich auch an Münzen, weil diese als kriegswichtige Metalle eingezogen worden waren. Laut Eugen Gliege fehlte es überall an staatlichen Zahlungsmitteln, sodass sich einzelne Orte und Regionen entschlossen hätten, eigene Notgeldausgaben in Umlauf zu bringen.

Städte mit eigenem Notgeld

In den ehemaligen Kreisen Ost- und Westhavelland gaben die Städte Rathenow, Rhinow, Friesack, Nauen und Velten eigene Notgeldscheine heraus. Dazu kamen Notgeldscheine von Firmen in Rathenow, Premnitz und Velten. Auch in den Kriegsgefangenenlagern Bergerdamm, Döberitz (bei Dallgow) und Dyrotz gab es eigenes Lagergeld.
Diese Notgeldscheine wurden nun von einigen Interessierten im Havelland gesammelt und aufbewahrt. „Da diese Geldscheine sowohl ein Stück Finanz- und Wirtschaftsgeschichte als auch ein Stück Kulturgeschichte unserer Heimat sind, habe ich mich entschlossen, alle diese Scheine in einem Buch vorzustellen“, so Eugen Gliege aus Rathenow.

Auch 1-Million-Mark-Notgeldschein der Rhinower Bank gesucht

Dank der Unterstützung zahlreicher Sammler sei es ihm gelungen, den größten Teil dieser Ausgaben zu kopieren. „Leider fehlen jedoch noch einige Scheine“, wie der Geschichtsfreund bedauert. „Ich möchte mich deshalb an die Einwohner unseres Landkreises mit der Bitte wenden, mir bei der Suche nach den fehlenden Notgeldscheinen behilflich zu sein.“
Dem Geschichtsfreund fehlt noch der Notgeldschein der Rhinower Bank mit dem Nennwert von 1 Million Mark, von dem es, wie Gliege erfahren hat, in Rhinow auch noch einen Schein geben soll. Zudem benötigt er für  Kopien die 5000-Mark-Scheine der Osthavelländischen Kreissparkasse Nauen der Ausgaben B und C sowie das Lagergeld des Gefangenenlagers Bergerdamm und das Notgeld der Stadt Velten.

Für jeden Hinweis dankbar

Gliege bittet: „Sollte jemand einen dieser Scheine in seiner Sammlung haben, so bitte ich um eine telefonische Mitteilung, damit ich Kontakt zu dem Sammler aufnehmen kann. Für jeden Hinweis bin ich sehr dankbar.“ Der Einwohner des Rathenower  Ortsteils Semlin ist telefonisch unter 03385/496222 zu erreichen.