Im Auftrag des Landes sollen in den nächsten drei Jahren 32 neue Digitalfunk-Masten in Brandenburg errichtet werden. Daher leitet sich der Projektname „Evo.32“ her, wobei EVO für „Evolution“, also Weiterentwicklung steht. Der symbolische erste Spatenstich mit Innenminister Michael Stübgen (CDU) fand  im Havelland statt.

Lücken im Digitalfunk

„Wenn man in Brandenburg unterwegs ist, gibt es beim Digitalfunk und Handyempfang immer noch Funklöcher. Wer kennt das nicht. Dies wird es hier zum Jahresende nicht mehr geben“, so Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen am Mittwoch in Zollchow (Gemeinde Milower Land).
„Während des Elbe-Hochwassers 2013 wurde deutlich, wie dringend die Lücken im Digitalfunk für Einsatzkräfte geschlossen werden müssen. Die Planungen für den Standort Zollchow, bis zum genehmigten Bauantrag, liefen recht zügig. Damit findet hier der erste Spatenstich für das Gesamtprojekt hier statt“, so Gemeindebürgermeister Felix Menzel (SPD), der selbst ein Feuerwehrmann ist.

58,70 Meter hoher Funkmast

Der mit Gabelantenne ausgestattete 58,70 Meter hohe Funkmast wird durch die Zeuthener Firma Bau GmbH Kagelmann in Schleuderbeton neben dem Friedhof (kurz vor dem Ortseingang) errichtet, wie Projektleiter Thomas Schulze erläuterte. Die Technik wird in einem ebenerdigen Container untergebracht. Die eigentlichen Bauarbeiten werden Mitte August beginnen. Der Funkmast soll Ende Oktober in Betrieb genommen werden.

Telekom und Telefonica interessiert

„Die Netzabdeckung des Digitalfunknetzes in Brandenburg beträgt derzeit 96 Prozent“, so Anja Germer, Leiterin der Autorisierten Stelle Digitalfunk des Landes Brandenburg (ASBB). „Zur Verbesserung der Mobilfunkversorgung in bevölkerungsarmen Gebieten können Mobilfunkanbieter die neuen Funkmasten mietzinsfrei mitnutzen. Für Zollchow haben bereits Deutsche Telekom und Telefonica ihr Interesse bekundet.“

Der Plan: erste zehn Funkmasten bis Ende 2022 in Betrieb

Seit 2014 wurden im Land Brandenburg 139 BOS-Digitalfunk-Masten errichtet. Sie dienen der Verständigung der „Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben“ (BOS) – also Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, Technisches Hilfswerk etc. Nun kommen 32 weitere Masten hinzu, um die Funklöcher zu beseitigen. Dafür stellt das Wirtschaftsministerium insgesamt zehn Millionen Euro zur Verfügung.
In der ersten Phase ist geplant, zehn Funkmasten zu errichten, die bis Ende 2022 in Betrieb gehen sollen. Darunter ist mit Selbelang ein weiterer Standort im Landkreis Havelland, für den der Bauantrag gerade vorbereitet wird.