Das havelländische Netzwerk gesunde Kinder wurde 2006 als eines der ersten im Land Brandenburg gebildet. Familienberatung steht im Fokus. Eltern werden daheim durch insgesamt 13 Hebammen und 52 Familienlotsinnen mit Rat und Tat unterstützt. Für die ehrenamtlich tätigen Frauen im Alter bis zu 71 Jahre ist die Jahnstraße 2 im Frühjahr 2021 zur Anlaufstelle bzw. Zentrale geworden.

Schwangerenfrühstück in geräumiger Küche

Vormals war das Netzwerk in Rathenow an der Klinik angesiedelt. Nach Umzug in die Jahnstraße 2 steht nun auch eine geräumige Küche zur Verfügung. Dorthin wird erstmals am Mittwoch, 14. Juli 2021, zum Schwangerenfrühstück eingeladen. Es wird gespeist und geplaudert.

Eine praktizierende Hebamme leitet das zweistündige Treffen in der Küche, das um 9.00 Uhr beginnt. Anmeldungen sind notwendig und unter 03385/5200620 sowie per E-Mail an gesunde.kinder@havelland-kliniken.de möglich.

Kreißsaal in Rathenow geschlossen

Freilich lenkt die anwesende Hebamme den Blick auf die Havelland-Kliniken, unter deren Firmendach das Netzwerk agiert. In beiden Kliniken des Landkreises – Nauen und Rathenow - gibt es zwar Kreißsäle, aktuell ist aber nur der im östlichen Havelland in Betrieb, der in Rathenow ist geschlossen. „Aufgrund von Langzeiterkrankungen, Schwangerschaft und Personalabgängen können ab 1. Januar 2021 vorerst hier keine geplanten Entbindungen mehr stattfinden“, hieß es im November 2020 seitens der Geschäftsführung.
Wie lange die Schließung anhält, ist unklar. Im Oktober 2018 musste der Kreißsaal Nauen wegen akuten Mangels an Hebammen geschlossen werden. Die Wiedereröffnung gelang erst im Dezember 2019. Nun ist der Standort Rathenow betroffen.

Familienzentrum als Alternative

Das Unternehmen und die Chefärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Yvonne Schwarz, waren um eine Alternative bemüht und haben eine solche entwickelt. Diese wird als „Familienzentrum“ bezeichnet und wurde im März 2021 vorgestellt. Bis auf natürliche Geburten umfasst das medizinische Angebot viel von dem, was auch ein Kreißsaal bietet. Wunsch-Kaiserschnitte gibt es aber nicht.

Geburtsort unerheblich

Bei Entbindungen auf natürliche Art haben Schwangere in der Region die Wahl. Je nachdem, was näher liegt und geeigneter erscheint, können sie in Nauen, Brandenburg an der Havel oder Stendal ihre Babys zur Welt bringen. Der Geburtsort ist unerheblich dafür, ob Eltern später die Hilfe des havelländischen Netzwerks gesunde Kinder in Anspruch nehmen können. Sie müssen lediglich ihren Wohnsitz im Landkreis haben.

Andrea Thiele ist Netzwerk-Koordinatorin

Die Unterstützung wird bis zum 3. Geburtstag des Kindes gewährt. Es kommt zu zehn persönlichen Treffen mit den Familienlotsinnen. Laut Angaben von Andrea Thiele wurden seit Bestehen des Netzwerks schon etwa 4.500 Kinder betreut. Die Netzwerk-Koordinatorin ist unter 0175/2954573 zu erreichen. Für weiter führende Infos steht auch die Internetseite des Netzwerks zur Verfügung.

Durch Teilnahmevereinbarung Mitglied der Netzwerkfamilie

Teil der Netzwerkfamilie werden Mütter und Väter durch eine unterschriebene Teilnahmevereinbarung. Schon Schwangere können dabei sein. Als Netzmitglied zahlen sie beim Schwangerenfrühstück in der Küche der Jahnstraße 2 etwas weniger als andere Teilnehmerinnen.