Rathenow nennt sich selbst „Stadt der Optik“. Dass dort die Ziegelindustrie einst rote Blüten trieb, ist nur noch Geschichte, der sich aktuell der Förderverein für ein zu errichtendes Heimatmuseum widmet. Laut Vereinschef Peter Dietze ist eine Ausstellung in Arbeit, die am 24. Oktober 2021 um 10.00 Uhr in der Berliner Straße 80 eröffnet werden und ab 11.00 Uhr der geschichtsinteressierten Öffentlichkeit zugänglich sein soll. Titel: „Die Ziegelindustrie in Rathenow“.

Zur Eröffnung wird Urenkel des letzten Ziegeleibesitzers erwartet

Wie Dietze verrät, wird zur Eröffnung ein Urenkel des letzten Ziegeleibesitzers, Adolf Schuwardt, erwartet. Die Schau wurde indessen mit Fachleuten konzipiert und realisiert, die bereits über die regionale Ziegelindustrie publizierten. Dazu zählen die Hobbygeschichtsforscher Werner Coch und Heike Brett sowie Ingenieur Gisbert Damm.

Rote Rathenower durch hohen Eisengehalt im Ton

In seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“  bezeichnete Theodor Fontane  die „gelben Birkenwerderschen“ und die „roten Rathenower“ als die „berühmtesten Steine, die hierzulande gebrannt werden“. Der Farbunterschied resultiert aus dem hohen Eisengehalt des in und um Rathenow abgebauten Tons, aus dem die Ziegel hergestellt wurden. Beim Brennen der Steine entstand Eisenoxid, das für rostig-rote Farbe sorgte.
„Rote Rathenower“ aus vorindustrieller Zeit sind in den Resten der Stadtmauer verbaut. Wahre Zeitzeugen aus den besten Zeiten der heimischen Ziegelindustrie sind das bis 1895 errichtete Kreishaus und das 1905 eröffnete Amtsgericht.