An diesem Sonntag, 12. September 2021, ist bundesweiter Tag des offenen Denkmals. Neben Besichtigungen und Vorträgen bietet dieser beste Gelegenheit darüber nachzudenken, was eigentlich Denkmale sind. Eine Definition bietet die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Havelland. Auf www.havelland.de heißt es: „Denkmale sind Quellen und Zeugnisse menschlicher Geschichte und prägende Bestandteile unserer Kulturlandschaft. Sie geben uns Auskunft über geistige, kulturelle, wirtschaftliche, technische und soziale Entwicklungen unseres Landes und legen uns die Verpflichtung und Verantwortung auf, sie zu bewahren. Denkmale prägen unsere Umgebung und schaffen Lebensqualität.“

Denkmaldatenbank des Bundeslands Brandenburg steht im Internet zur Verfügung

Die Behörde, ansässig in Nauen, verweist online auf die Denkmaldatenbank des Brandenburgischen Landesamts für Denkmalpflege. Diese listet für den Landkreis Havelland 546 Einzeldenkmale (ED) und Denkmalbereiche auf, sortiert nach den Dörfern und Städten. Diese können aus mehreren Bestandteilen bestehen, die aber nur als eine Listenposition erfasst sind, wie BLDAM-Mitarbeiterin Sophie Papendorf erläutert, die für den Inhalt der Datenbank zuständig ist. Beispielsweise könne ein Gehöft aus Wohnhaus, Scheune und Stall bestehen, in der Denkmalliste aber nur als eine Listenposition geführt werden.

Rathenow mit den meisten Denkmalen im Landkreis Havelland

Die mit Abstand meisten Einzeldenkmale und Listenpositionen gibt es in Rathenow (104). Zudem bestehen mit dem Stadtquartier Kirchberg, dem Schleusenplatz und der Kolonistensiedlung Neufriedrichsdorf drei geschützte Denkmalbereiche. Allerdings gibt es in der Stadt keine Beteiligung am Tag des offenen Denkmals. Wo am Sonntag, 12. September 2021, Besucher erwartet werden, ist hier zu erfahren.

Sankt-Marien-Andreas-Kirche sonntags für zwei Stunden geöffnet

In Rathenow existieren einige  sehr bedeutende Objekte, die am Sonntag durchaus Besucher verdient hätten. Man denke insbesondere an das Kreishaus, das Amtsgerichtsgebäude und die Sankt-Marien-Andreas-Kirche, deren finaler Wiederaufbau ansteht. Bund und Land Brandenburg investieren hierbei insgesamt 7,5 Millionen Euro. Allerdings ist das Gotteshaus ohnehin geöffnet: samstags, sonn- und feiertags von 14.00 bis 16.00 Uhr und an den anderen Tagen ab 10.00 Uhr. Die Öffnungszeiten reduzieren sich ab 1. November 2021. 

Massive Zerstörungen in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs

Das ursprüngliche Idyll auf dem Kirchberg wurde in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 zerschossen. Ebenso hart traf es Alt- und Neustadt von Rathenow. Der Zerstörungsgrad belief sich auf annähernd auf 90 Prozent. Wiederaufbau wie nach 1990 bei der Sankt-Marien-Andreas-Kirche erfolgte größtenteils nicht. Sonst gebe es heute weit mehr Denkmale in der havelländischen Kreisstadt.

In Neufriedrichsdorf die meisten denkmalgeschützten Objekte

Überraschend in dem Zusammenhang, wo sich laut Datenbank der Hotspot mit den meisten geschützten Objekten befindet. Das ist Neufriedrichsdorf am östlichen Stadtrand. Da die gesamte Kolonie, die ab 1765 in dreijähriger Bauzeit entstand, unter Denkmalschutz steht, sind auch alle 96 dortigen Doppelhaushäften geschützt.