Gerade mal vor drei Wochen fand im „Jungen Stadtquartier“ an der Bunsenstraße in Premnitz die offizielle Grundsteinlegung statt. Nun wurde bereits Richtfest gefeiert. Auf der Fläche, auf der 2017 die letzten der neun fünfgeschossige DDR-Wohnblöcke in Plattenbauweise abgerissen wurden, baut die Wohnungsbaugenossenschaft Premnitz (WBG) auf insgesamt 4,8 Hektar auf 2.375 Quadratmetern 16 Doppel-Einfamilienhäuser und ein Einzelhaus.
Die Bauarbeiten am „Jungen Wohnquartier“ gehen dabei zügig voran. Das gesamte Baumaterial wurde bereits nach Abschluss des Vorvertrags zwischen WBG und Bauhauptauftragnehmer, der Rampf Bau GmbH Premnitz, durch Inhaber Josef Rampf bestellt. Sämtliche Ziegel für den Rohbau aller Häuser lagern vor Ort.

Rohbau ging schnell, Innenausbau wird länger dauern

Gebaut wird an mehreren Häusern parallel. So sind bereits vier Häuser im Rohbau, mit Dachstuhl fertiggstellt. Weitere vier Häuser stehen bereits im Rohbau. Auf dem Dachstuhl des vierten war zum Richtfest die traditionelle Richtkrone angebracht. „Ich wünsche mir, dass die künftigen Bewohner sich in den Häusern wohl fühlen. Der Rohbau ging zügig voran. Der Innenausbau, mit allen Gewerken, wird länger dauern. Aber wenn die erste der beiden Häuserreihen fertiggestellt ist, können die ersten Mieter einziehen“, so Henry Ketter. Der WBG-Co-Vorstand schlug als Bauherr traditionell den letzten Negel in den Dachstuhl ein.

Premnitz

„Mit Kunst und Verlaub verhallet sind des Beiles Schläge / verstumt ist die geschätz‘ge Säge. / So preiset laut der Zimmermann so gut er‘s eben kann“, mit diesem Worten sprach Zimmerermeister Matthias Schmidt (Weber Gerüste) laut die ersten Worte seines Richtspruch, bevor er und Ketter ihre Trinkgläser am Boden des Hauses traditionell zerschellen ließen. Im Anschluss wurde zu einem kleinen Richtschmaus eingeladen, den das Gasthaus Retorte hergerichtet hatte.
WBG-Co-Vorstand Henry Ketter mit Zimmerermeister Matthias Schmidt (Weber Gerüste) beim Einschlagen des letzten Nagels in Premnitz.
WBG-Co-Vorstand Henry Ketter mit Zimmerermeister Matthias Schmidt (Weber Gerüste) beim Einschlagen des letzten Nagels in Premnitz.
© Foto: Simone Weber

Doppelhaus mit kleinem Garten für Familien in Premnitz

Danach führte Josef Rampf Bauherr Ketter und Bürgermeister Tebling durch den Rohbau ein. Die gesamte Grundstücksfläche für ein Doppelhaus beträgt 600 Quadratmeter. Die Wohnfläche eines Hauses wird rund 120 Quadratmeter sein. Über die Terasse geht es in einen kleinen Vorgarten, den die Mieter relativ frei gestalten und nutzen können – ob für ein paar Gemüsebeete oder für ein Planschbecken für die Kinder.
„Die Übergabe der 17 Häuser ist für März 2023 geplant. Aber vielleicht werden wir schon eher fertig“, so Henry Ketter. „Für die 17 Häuser gibt es bisher 37 Interessenten, ohne dass wir schon groß um Mieter geworben haben. Ich freue mich auf junge Familien. Für die kleine Siedlung ist uns eine gute soziale Mischung wichtig.“
Mitte Mai erfolgte die Grundsteinlegung in Premnitz. Das übernahmen Bauhauptauftragnehmer Josef Rampf, WBG-Co-Vorstand Henry Ketter und Bürgermeister Ralf Tebling (v.li.).
Mitte Mai erfolgte die Grundsteinlegung in Premnitz. Das übernahmen Bauhauptauftragnehmer Josef Rampf, WBG-Co-Vorstand Henry Ketter und Bürgermeister Ralf Tebling (v.li.).
© Foto: Simone Weber
Zur nächsten Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag wird über den Namen der neuen Straße zwischen den beiden Hausreihen entschieden. „Der Vorschlag der Verwaltung war Schluckenauer Zipfel, nach dem Herkunftsort einiger Flüchtlinge, die 1945 aus dem heute tschechischen Gebiet nach Premnitz kamen“, so Bürgermeister Ralf Tebling. „Aber wir werden dem Vorschlag der WBG, Raiffeisenstraße, gern folgen.“