Eltern von Schülern der Klasse 8L des Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums in Rathenow zeigten Initiative. Weil der Humanistische Freidenkerbund Havelland e.V., wie schon 2020, die Jugendfeiern  coronabedingt erneut abgesagt hatte, organisierten die Eltern einen Festakt in Eigenregie. Dieser fand am Samstag an der Weißen Bühne im Optikpark statt. 14 festlich gekleidete Mädchen und fünf ebenso adrette Jungen der insgesamt 25 Schüler der Klasse nahmen an dieser Jugendfeier teil. Sichtbar stolze Angehörige bildeten das kleine Publikum.

Festrede von Dr. Harald Rawolle

Nach einleitenden Instrumentalstücken des Rathenowers Aaron Huyoff auf dem E-Piano hielt Dr. Harald Rawolle die Festrede. Seine Enkelin gehörte zu den Teilnehmern. „Nach behütetem Aufwachsen bedeutete die Einschulung einen neuen Lebensabschnitt für Euch. Die meisten von Euch haben die bisherigen Herausforderungen der danach folgenden Jahre, mit emotionalen Turbulenzen, pubertärem Generationenkonflikt und Erwartungen von Lehrern und Eltern an Euch angenommen und gemeistert. Dafür auch mein persönlicher Respekt!“, so der Festredner.

Schon bald erste eigene Entscheidungen für das weitere Leben

Die  Jugendfeier symbolisiere einen ersten großen Schritt hin zu mehr Selbstständigkeit und Verantwortung, wie Dr. Rawolle fortfuhr: „Bald schon werdet ihr Eure ersten eigenen Entscheidungen für Euer weiteres Lebens treffen und auch die Konsequenzen für mögliche Fehler tragen. Ihr werdet daraus lernen und daran wachsen. Das Leben bietet ungezählte Möglichkeiten. Aber noch liegen weitgehend unbeschwerte Jahre vor Euch. Noch dürft Ihr weiter Kind sein, Fehler machen und auf den Rückhalt Eurer Familien und Lehrer zählen.“

Zeit nutzen

Der Festredner empfahl den Mädchen und Jungen, diese Zeit zu nutzen, um sich weiterzuentwickeln, „werdet, angesichts von Herausforderungen wie des Klimawandels, selbstbewusste Persönlichkeiten und aktive Mitglieder der Gesellschaft mit festen humanistischen Prinzipien.“

Luftballons mit Wünschen

„Ich wollte nie erwachsen sein ...“  - Peter Maffays Song „Tabaluga“ bendete die Feierstunde. Bevor auf die Jugendlichen angestoßen und der durch die Eltern beigesteuerte Imbiss verspeist wurde, ließen die Jugendlichen ihre ganz persönlichen Wünsche, befestigt an Luftballons, in den Himmel steigen. „Eine tolle Feier und eine tolle Rede“, so der Tenor der Familien.
„Wir sind über die kurzfristige Absage des Freidenkerbunds enttäuscht. Es führte kein Weg zu einer Kompromissveranstaltung im Freien“, kritisierte Vater Ricardo Schmidtke. „Traurig für die Jugendlichen! Unabhängig davon, dass wir die gezahlten Gebühren für die Feier nur zum Teil zurückbekommen.“