Das in der Havelberger Elb-Havel-Kaserne stationierte Panzerpionierbataillon 803 stellt Pionieraufgaben für die Neubrandenburger Panzergrenadierbrigade 41 „Vorpommern“ sicher. Dieser Kampfverband steht unter Führung der 1. Panzerdivision in Oldenburg, deren Chef Generalmajor Jürgen-Joachim von Sandrart ist. Er hatte dort im April 2018 das Kommando übernommen. Kürzlich hat er mit Soldaten und Offizieren des Panzerpionierbataillons 803 die Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow (Havelland) besucht.

Beschuss durch Brandgranaten - Kirche in der Nacht zum 29. April 1945 in Flammen

Das mittelalterliche Gotteshaus auf dem Kirchberg (Altstadtinsel) war in der Nacht zum 29. April 1945 von sowjetischen Brandgranaten getroffen und zerstört worden. Die Stadt hatte für einige Tage den weiteren Vormarsch der Roten Armee in Richtung Elb-Havel-Winkel blockiert. Währenddessen entkamen zehntausende deutsche Soldaten und Zivilisten bei Tangermünde über die Elbe. Die Innenstadt Rathenows wurde zu mehr als 80 Prozent zerstört. Der Kirchturm brannte tagelang.
Im Turm gibt es drei Gemälde von Ehrenbürgerin Erika Guthjahr (1916-2005), die die Kirche unzerstört, brennend und als notdürftig repariertes Gotteshaus mit Turmtorso und zerstörtem Chorraum zeigen. 1980, als die Gemälde entstanden, konnte man nicht vorhersehen, dass die Sankt-Marien-Andreas-Kirche nach der Einheit Deutschlands 1990 wieder aufgebaut werden sollte.

Ruinöser Zustand bis in die 1990er Jahre

Die uniformierten Gäste betrachteten ein Foto der Kirche von 1990, wo sie noch einen jammervollen Anblick bot. Bis 1995 baute die Gemeinde den Chorraum ohne Kreuzgewölbe wieder auf. 2002 war der Turm fertig und 2010 wurden die Kreuzgewölbe im Mittelschiff wieder aufgebaut. Der Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e.V. war seit 1996 der Motor des weiteren Aufbaus.

Soldaten und Offiziere spendeten 150 Euro für neue Orgel

Das Projekt ist inzwischen weit fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen. Etwa eine Orgel, wie sie bis 1945 ihren Dienst versah, steht auf dem Wunschzettel des Förderkreises. Zur Realisierung spendeten die Gäste um Generalmajor Jürgen-Joachim von Sandrart insgesamt 150 Euro. Dafür gab es die symbolische Orgelpfeife mit der Nummer 398.
Die Kosten für den Bau des Instruments werden auf rund 1,1 Millionen Euro geschätzt. Aktuell sind etwa 40.000 Euro im Spendentopf. Der Förderkreisvorsitzende Heinz-Walter Knackmuß gibt die Hoffnung nicht auf, dass sich ein Mäzen findet, der den Löwenanteil der Kosten übernehmen würde.