Letztmals in der ersten Maihälfte wird es nachts richtig finster. In der zweiten Hälfte des Monats stört der Mond. Ab Juni verhindert die Mitternachtsdämmerung hundertprozentige Dunkelheit. Die Sonne sinkt dabei in den kürzer werdenden Nächten nicht mehr tief genug unter den Horizont. Dadurch wird es auch im Sternenpark Westhavelland, wo es sonst dunkler ist als andernorts, etwas heller.

Merkur knapp über dem Horizont

Während sich nun in der zweiten Nachthälfte die beiden großen Gasplaneten Jupiter und Saturn allmählich besser in Stellung bringen, befindet sich der Planet Merkur Mitte Mai in seiner besten Sichtbarkeit des Jahres in der Abenddämmerung. Um den 17. Mai ist er etwa zwischen 21.45 und 22.15 Uhr knapp über dem Horizont im Nordwesten zu erspähen. Noch deutlich unterhalb des Merkurs, dafür aber um einiges heller, ist auch schon die Venus zu erspähen.

Mondkrater Copernicus am 20. und 21. Mai optimal zu sehen

Nächster Vollmond ist am 26. Mai Schon am 20. und 21. Mai lohnt sich für Fernrohrbesitzer ein Blick zum Mond, denn an diesen Abenden ist einer der schönsten Mondkrater optimal zu beobachten. Der Einschlagskrater Copernicus und seine Umgebung bieten für Mondliebhaber und Fotografen zahlreiche interessante Formationen. Eine Abbildung zeigt sieben interessante Bereiche.

3.800 Meter tief

Der Mondkrater Copernicus (1) ist nahe der Mitte der Mondscheibe fast in direkter Draufsicht zu beobachten. Er besitzt einen Durchmesser von 93 Kilometern und eine Tiefe vom Kraterrand bis zum Boden von 3.800 Metern. Mit einem Alter von etwa 800 Millionen Jahren ist er ein sehr junger Krater, der dadurch auch ein weitreichendes Strahlensystem besitzt. Dieses ist am besten bei Vollmond zu erkennen und besteht aus Staub, der beim Einschlag eines kosmischen Objekts weit fortgeschleudert wurde.

Zentralgebirge und Kraterwall

Das Zentralgebirge (2) besteht aus mehreren bis zu 1.200 Meter hohen Bergen, die sich durch die zurückfedernde Mondkruste nach dem Einschlag bildeten. Der Kraterwall (3) weist terrassenartige Rutschungen auf, als das Mondgestein nach dem Einschlag teilweise in den Krater gerutscht ist. Die Höhe des Kraterwalls über dem umgebenden Gelände beträgt etwa 900 Meter.

Form eines Schlüssellochs

Der Doppelkrater Fauth (4) mit zwölf bzw. zehn Kilometern Durchmesser bildet die Form eines Schlüssellochs. Vermutlich sind beide Krater zeitgleich entstanden durch den Impakt eines kurz vor dem Einschlag in zwei Teile zerbrochenen Körpers. Die Rima Gay-Lussac (5) ist eine etwa 40 Kilometer lange Rille in der Mondlandschaft, die eine tektonische Einbruchzone darstellt. Benannt wurde sie vom knapp oberhalb liegenden Krater Gay-Lussac.

Karpaten, Kaukasus und Apenninen

Die Montes Carpatus (Karpatengebirge/6) bilden eine weniger spektakuläre Gebirgsformation mit einer Länge von rund 360 Kilometern und maximalen Gipfelhöhen von 2.400 Metern. Viele Gebirge auf dem Mond sind nach irdischen Vorbildern benannt. So gibt es auch die Mondalpen, die Apenninen, den Kaukasus oder den Jura.

Große Gesteinsbrocken aus Mondboden herausgeschleudert

So genannte Sekundärkrater (7) überziehen den Mondboden in weitem Umkreis des Kraters Copernicus. Durch den gigantischen Einschlag wurden große Gesteinsbrocken aus dem Mondboden herausgeschleudert und gingen in der Umgebung des Einschlagorts nieder. Dort bildeten sie bis zu fünf Kilometer durchmessende Kleinkrater sowie ganze Kraterketten.