Rathenow feiert Weinfest 2021. Wer es besucht, möchte womöglich Leute sehen und sich den ein oder anderen Schoppen gönnen. Dass es im Bus sicher in die Kreisstadt und zurück gehen kann, sollte selbstverständlich sein - ist es aber nicht. Der ÖPNV im westlichen Havelland wurde über die Jahre drastisch ausgedünnt und kam in weiten Teilen der Region an Wochenenden und Feiertagen zum Erliegen.
Das betrifft beispielsweise die Linie 679. Leute aus Vieritz im Milower Land haben keine Chance, per Bus nach Rathenow zu gelangen. Bis zum Beginn des vorigen Sommers waren auch die Ämter Friesack und Nennhausen stark betroffen.

„Tourismus-Verbindung Havelland“ seit 26. Juni 2021

Am 26. Juni 2021 startete die „Tourismus-Verbindung Havelland“, die seither wohl eher eine ÖPNV-Notlösung darstellt. Sie verkehrt auch an Wochenenden und Feiertagen und vereint vier Linien zu einer. Das betrifft die Buslinien 687 (Rathenow - Rhinow - Friesack), 680 (Rathenow - Nauen), 684 (Rathenow - Rhinow - Neustadt/Dosse) und 661 (Nauen - Friesack).
Nur wegen dieser Verbindung können sogar Besucher aus Pessin, Friesack und Kleßen per Bus (mit Umsteigen) zum Weinfest gelangen. Das ist auch ab Retzow, Möthlow, Liepe, Damme, Nennhausen und Stechow möglich. Die Dörfer werden auf der Direktverbindung zwischen Rathenow und Nauen bedient.

Verbindung wird wieder gekappt

Da zeitlich begrenzt bis zum 24. Oktober 2021, wird die „Tourismus-Verbindung Havelland“ zum Montag nächster Woche wieder gekappt. Dann hängen an Wochenenden und Feiertagen wieder all jene Leute auf ihren Dörfern fest, die auf den Bus angewiesen sind. Auch der Weihnachtsmarkt in Rathenow, der am 26. November 2021 eröffnet wird, stellt somit ein unerreichbares Ziel dar. Die verkaufsoffenen Sonntage am 5. und 12. Dezember 2021 finden ebenso ohne diese Westhavelländer statt.