Von 1871 bis 1918 bestand das deutsche Kaiserreich. Es stellte im Grunde eine Föderation dar, der freie Städte, Fürstentümer, Herzogtümer, Großherzogtümer und sogar vier Königreiche angehört hatten. Dazu zählte Preußen mit seiner Kernprovinz Brandenburg, die sich in Altmark, Mittelmark und Neumark unterteilte. Die 1817 gebildeten Kreise West- und Osthavelland gehörten zur Mittelmark.

Preußen verleibte sich 1866 das Königreich Hannover ein

Am 18. Januar 1701 hatte sich der brandenburgisch-preußische Kurfürst die Krone selbst auf’s Haupt gesetzt und regierte fortan als König Friedrich I. Einer seiner Nachfahren war Wilhelm I. Dieser hatte sich 1866 das Königreich Hannover einverleibt. 1814 war es aus dem Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg hervorgegangen. Mit Ernst August wohnte kurzzeitig ein Spross in Rathenow. Er hatte nach 1913 erfolgter Eheschließung mit Prinzessin Victoria Luise, Tochter des preußischen Königs und deutschen Kaisers, Wilhelm II., die sogenannte Prinzenvilla bewohnt. Diese existiert heute nicht mehr.

Aus Braunschweig-Lüneburg auf den britischen Thron

Geschichtlich gesehen, war Kurfürst Georg Ludwig von Braunschweig-Lüneburg eine herausragende Gestalt. Denn 1714 hatte er den britischen Thron bestiegen und in der Inselmonarchie als George I. die Dynastie des Hauses Hannover begründet. Der Regent war nun gleichsam König und Kurfürst. Die Personalunion dauerte bis 1837. Denn in dem Jahr wurde Queen Victoria gekrönt.
Eine Frau auf dem Thron war aber in Braunschweig-Lüneburg bzw. Hannover per Gesetz nicht vorgesehen. Deshalb das Ende der Personalunion. Victoria regierte 64 Jahre lang. Bei ihrem Tod im Jahr 1901 erlosch das britische Haus Hannover.

Queen aus dem Haus Sachsen-Coburg und Gotha

Queen Victoria war mit Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha verheiratet gewesen. Áls beider Sohn Albert Edward am 22. Januar 1901 den Thron bestiegen hatte, begründete er als Edward VII. die britische Königsdynastie Sachsen-Coburg und Gotha, der - genau genommen - auch Queen Elisabeth II. entsprungen ist.
Als er 1910 starb, wurde sein Sohn, George V., zum neuen König. Dieser war Großvater der heutigen Queen. Während des Ersten Weltkriegs, im Jahr 1917, änderte er den Namen seines Hauses in Windsor. Nach seinem Tod, 1936, ging die Krone zunächst an seinen erstgeborenen Sohn über, der als Edward VIII. aber noch im Dezember deselben Jahres abdankte.

1926 war Rathenow eine kreisfreie Stadt, zwei Jahre später kam ein Ehrenbürger auf die Welt

Sein Bruder wurde als George VI. zum Vorgänger von Elisabeth II. Bei ihrer Geburt im Jahr 1926 war Rathenow im Westhavelland eine kreisfreie Stadt. Oberbürgermeister war Ernst Lindner, der 1953 starb und nach dem in der Kommune eine Straße benannt ist. Zwei Jahre nach Geburt von Elisabeth II. kam Günter Thonke in Rathenow auf die Welt. Der 93-Jährige ist Ehrenbürger der Stadt. Durch sein Alter gehört Thonke zu den Zeitgenossen der Königin.
Indessen bereitet sich Großbritannien aktuell auf das große Thronjubiläum der 95-jährigen Queen vor. Sie hat vor 70 Jahren, am 6. Februar 1952, den Thron bestiegen. Allerdings wurde ihr erst am 2. Juni 1953 die Krone auf das Haupt gesetzt.1965 folgte der erste von fünf Staatsbesuchen in der Bundesrepublik Deutschland. Zuvor hatte seit 1909 hatte kein britischer Monarch mehr deutschen Bode betreten.