Seit Donnerstag sind ein halbes Dutzend Optikpark-Mitarbeiterinnen, aber auch freiwillige Helferinnen damit beschäftigt, Sachspenden für Menschen in der Ukraine und Flüchtlinge entgegenzunehmen. So wie Silvana Wandzick: „Ich habe den Aufruf gelesen und mich spontan gemeldet“, so die Rathenowerin, die am Montag tatkräftig mithalf. Gefühlt im Minutentakt kamen Leute, die Sachspenden abgeben wollten, darunter der Mögeliner Klaus-Dieter Knobloch mit seiner Ehefrau: „Solche Spendenaktionen sind sehr wichtig. Wir wollen uns daran beteiligen, so gut es geht, und wir denken auch, dass die Spenden gut bei den Bedürftigen ankommen werden“, so Klaus-Dieter Knobloch.

Der Bedarf an Sachspenden kann sich kurzfristig ändern

„Der Bedarf an Art und Weise der Sachspenden, die gebraucht werden, kann sich innerhalb weniger Tage ändern. Wir brauchen Lebensmittel-Konserven, Verbandsmaterial, Fieber- und Schmerzmittel, Besteck, Einweg-Geschirr, Schlafsäcke, Wolldecken, Hygieneartikel, Baby-Bedarf wie Nahrung und Windeln, Getränke, Kaffee, Tee, Süßwaren und warme Herrenoberbekleidung. Aber auch leere Umzugskartons“, so Optikpark-Pressesprecherin Katja Brunow. Wie sie auch erklärte, könnten Handtücher, Bettwäsche und Kissen derzeit nicht angenommen werden.
„Ich hatte mich letzte Woche informiert, wo Sachspenden für die Ukraine gesammelt werden und fand keine zentrale Anlaufstelle. Also haben wir spontan diese hier im Optikpark eingerichtet. Die Resonanz der Rathenower und Westhavelländer ist einfach toll“, so Brunow weiter. Zudem brachte eine Firma 300 Umzugskartons, um die vielen Spenden ordentlich verstauen zu können.

Erster Transport ging schon am Freitag nach Lemberg

Schon am Freitagnachmittag gingen die ersten Kartons auf den Transport. Der ADAC aus Brandenburg an der Havel fährt mit Transportern direkt in die Ukraine. Die Spenden gehen nach Lemberg, etwa 60 Kilometer hinter der Grenze zu Polen. Dort werden sie vor allem an verletzte ukrainische Soldaten und ihre Familien verteilt“, so Katja Brunow.

Frankfurt (Oder)/ Cottbus

Zu den Leuten, die Spenden brachten, gehört auch Karin Schulz: „Ich habe mich zehn Jahre lang in der Tschernobyl-Hilfe engagiert. Dadurch haben sich Kontakte aufgebaut. Da musste ich einfach helfen“, so die Rathenowerin, die sodann bei der Spendenannahme mithelfen wollte. „Die Menschen, die ihre Spenden abgegeben, sind teilweise sehr bewegt. Und auch für uns Helferinnen vor Ort ist die Situation sehr emotional, wenn man sich mit Menschen und ihren Motiven zur Hilfe unterhält“, so Brunow weiter.
Die Sachspenden werden am „Speicher-Café“ des Optikparks montag bis freitags von 9.00 bis 12.00 Uhr entgegengenommen und zusätzlich dienstags und donnerstags bis 17.00 Uhr. Informationen zum Bedarf erhält man unter 03385/49850.
Mehr zu den Hilfsaktionen in Brandenburg finden Sie auf einer Themenseite. Infos zum Ukraine-Krieg gibt es im Liveticker.